Die ODDO BHF Asset Management GmbH mit Sitz in Düsseldorf legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft und verwaltende Gesellschaft des Fonds Westfalicafonds Aktien Renten diesen Jahresbericht vor. Der Spezial-AIF verbindet Aktien, Unternehmensanleihen und eine Goldposition; für Anleger war das Geschäftsjahr bis 30. Juni 2026 vor allem geprägt von einer ordentlichen Wertentwicklung, aber auch von anhaltenden Nettoabflüssen und einem unverändert kostenbewussten, breit gestreuten Ansatz.
Aus Anlegersicht ist das Bild insgesamt zweigeteilt: Der Fonds konnte den Anteilwert im Berichtsjahr von 71,92 Euro auf 74,66 Euro steigern, gleichzeitig sank das Fondsvermögen leicht von 17,72 Millionen Euro auf 17,69 Millionen Euro. Dass der Anteilwert trotz Abflüssen zulegte, spricht für eine robuste Portfolioentwicklung; die Abflüsse zeigen aber, dass Anleger dem Fonds im Geschäftsjahr netto Geld entzogen haben.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum 30. Juni 2026 belief sich das Fondsvermögen auf 17.687.580,82 Euro. Die Nettomittelbewegung war mit minus 683.795,03 Euro klar negativ: Es flossen nur 111.353,79 Euro neu zu, während Rücknahmen von 795.148,82 Euro abgingen. Zusätzlich wurde für das Vorjahr eine Ausschüttung von 173.928,70 Euro vorgenommen. Das bedeutet für Anleger: Der Fonds musste ein spürbares Mittelabflussumfeld verkraften, hat den Wert aber dennoch stabil gehalten.
Die Nettoperformance lag im Geschäftsjahr bei 4,84 Prozent. Das Ergebnis des Geschäftsjahres betrug 809.314,25 Euro beziehungsweise 3,42 Euro je Anteil. Dabei stammte der Ertrag nicht nur aus laufenden Einnahmen, sondern auch aus Veräußerungsgewinnen: Der ordentliche Nettoertrag lag bei 154.274,88 Euro, die realisierten Gewinne aus Verkäufen bei 1.422.364,05 Euro und die realisierten Verluste bei 538.819,65 Euro. Unter dem Strich ergab sich daraus ein realisiertes Ergebnis von 1.037.819,28 Euro. Dem stand jedoch ein negatives nicht realisiertes Ergebnis von 228.505,03 Euro gegenüber, was zeigt: Ein Teil der Ertragskraft kam aus erfolgreichen Verkäufen, während Marktpreisbewegungen im Bestand das Gesamtergebnis belasteten.
Eine Benchmark wird im Bericht nicht genannt. Für Anleger ist deshalb vor allem relevant, dass der Fonds trotz schwankender Märkte und geopolitischer Belastungen ein positives Jahresergebnis erzielte und den Anteilwert weiter steigerte.
Kosten
Die laufenden Kosten bleiben überschaubar, sind für einen Mischfonds mit aktivem Management aber dennoch ein wichtiger Renditefaktor. Die Verwaltungsvergütung belief sich auf 118.326,83 Euro, die Verwahrstellenvergütung auf 5.901,14 Euro. Hinzu kamen Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 14.298,11 Euro sowie sonstige Aufwendungen von 4.574,11 Euro, darunter Depotgebühren und Spesen. Die Gesamtkostenquote lag bei 0,84 Prozent; eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an.
Im Verhältnis zu den Erträgen erscheint die Kostenbelastung moderat: Den Gesamterträgen von 297.375,07 Euro standen Aufwendungen von 143.100,19 Euro gegenüber. Damit ging knapp die Hälfte der Erträge in Kosten und Gebühren auf, bevor das Fondsmanagement mit den Veräußerungsergebnissen das Gesamtergebnis deutlich verbessern konnte. Positiv aus Anlegersicht ist, dass keine Beratungsvergütung ausgewiesen wurde und auch keine Pauschalvergütungen an die Verwaltungsgesellschaft oder Dritte angefallen sind.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds war zum Stichtag weiterhin breit über mehrere Anlageklassen gestreut. Die Rentenquote lag bei 48,74 Prozent, die Aktienquote bei 45,94 Prozent. Alternative Investments, konkret Gold über Xetra-Gold, machten 2,89 Prozent aus; 2,43 Prozent waren als Liquidität beziehungsweise Bankguthaben gehalten. Auf Gesamtvermögensebene entfielen 38,39 Prozent auf Aktien, 48,12 Prozent auf Anleihen, 2,89 Prozent auf Zertifikate, 7,55 Prozent auf Investmentanteile und 2,56 Prozent auf Bankguthaben.
Regional ist das Aktienbuch stark international ausgerichtet, mit Schwerpunkten in den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die größten Aktienpositionen waren NVIDIA mit 350.021,87 Euro, Microsoft mit 257.750,20 Euro, Alphabet mit 247.235,20 Euro, Taiwan Semiconductor mit 219.298,74 Euro, Allianz mit 198.768,00 Euro, Apple mit 189.818,95 Euro, United Rentals mit 222.951,33 Euro und Coca-Cola mit 163.492,52 Euro. Bei den Renten dominierten Unternehmensanleihen und ausgewählte Emittenten mit guter Bonität, darunter mehrere Titel von EU-Institutionen, Versicherern, Industrie- und Technologiekonzernen.
Auffällig ist die Mischung aus Qualitätsaktien und Unternehmensanleihen mit mittleren Laufzeiten: Ein erheblicher Teil der Anleihen liegt im Bereich von fünf bis zehn Jahren Restlaufzeit. Das spricht für laufende Erträge, bringt aber auch Zinsänderungsrisiken mit sich.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die klassischen Risiken eines Mischfonds: Zinsänderungs-, Markt-, Währungs-, Bonitäts-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Derivaten. Für Anleger besonders wichtig ist der Hinweis, dass der Fonds auch außerhalb des Euro-Raums investiert und damit Währungsschwankungen ausgesetzt ist. Zwar wurden im Berichtsjahr keine Derivate eingesetzt; trotzdem bleibt das Grundrisiko aus Aktien- und Rentenmarktschwankungen bestehen.
Aus Anlegersicht auffällig ist, dass das Fondsvermögen bei leicht sinkender Anzahl umlaufender Anteile von 246.363 auf 236.903 nur knapp behauptet wurde. Die Abflüsse von netto 683.795,03 Euro zeigen, dass sich das Anlegerinteresse im Berichtsjahr nicht positiv entwickelt hat. Gleichzeitig blieb die Strategie unverändert: Aktien, Anleihen und Gold werden zur Diversifikation kombiniert, und die Liquiditätsmanagementinstrumente Swing Pricing und Rücknahmebeschränkung wurden lediglich zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen ergänzt.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 eine ordentliche, aber nicht spektakuläre Leistung gezeigt: 4,84 Prozent Nettoperformance, steigender Anteilwert und ein positives Gesamtergebnis trotz negativer Marktwertveränderungen. Gleichzeitig belasten Nettoabflüsse und eine nicht unerhebliche Kostenquote die Einordnung. Positiv ist die breite Streuung über Aktien, Anleihen und Gold sowie die klare Ausrichtung auf bonitätsstarke Emittenten.
Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr betrug insgesamt 175.308,22 Euro beziehungsweise 0,74 Euro je Anteil; der Abschlussprüfer bescheinigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds vermittelt.