Dark Mode Light Mode

Sentix Risk Return -M-: Mehr Ertrag, höhere Aktienquote und viel Bewegung bei Gold und Laufzeiten

Der Jahresbericht zum Fonds sentix Risk Return -M- wurde von der Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main, als Kapitalverwaltungsgesellschaft herausgegeben und verantwortet. Der Fonds folgt einem aktiven Behavioral-Finance-Ansatz; ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Für Anleger ist vor allem wichtig: Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 deutlich an Vermögen zugelegt, profitierte von Aktien, Renten und Edelmetallen und erzielte ein Gesamtergebnis von 4,95 Mio. Euro. Gleichzeitig blieb die Steuerung sehr taktisch, mit spürbaren Positionswechseln und einem hohen Derivateeinsatz.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg im Berichtsjahr vom 57,24 Mio. Euro auf 68,20 Mio. Euro im Fondsabschluss des Berichtsjahres; nach der Vermögensübersicht zum 30. Juni 2026 belief sich das ausgewiesene Nettofondsvermögen auf 73,84 Mio. Euro. Die Differenz erklärt sich aus der Berichtslogik und den verschiedenen Stichtagsdarstellungen. Für Anleger ist der Trend entscheidend: Der Fonds wuchs trotz Ausschüttung und Rücknahmen deutlich. Netto flossen dem Sondervermögen 7,69 Mio. Euro zu, davon 11,65 Mio. Euro aus Verkäufen neuer Anteile und 3,96 Mio. Euro aus Rücknahmen.

Der Anteilwert entwickelte sich ebenfalls positiv. Die I-Anteilklasse legte im Geschäftsjahr um 7,99 Prozent zu, die R-Anteilklasse um 7,41 Prozent; die S-Anteilklasse erzielte bis zu ihrer Auflösung am 14. Oktober 2025 noch 5,81 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr zeigt die vergleichende Übersicht: Die I-Klasse stieg von 117,11 Euro auf 123,37 Euro, die R-Klasse von 123,01 Euro auf 129,95 Euro. Aus Anlegersicht ist bemerkenswert, dass die Wertentwicklung nicht aus einer einzigen Wette kam, sondern aus mehreren Bausteinen: laufende Erträge von 1,49 Mio. Euro, realisierte Gewinne aus Veräußerungsgeschäften von 9,55 Mio. Euro und ein positives nicht realisiertes Ergebnis von 3,24 Mio. Euro trugen zusammen zum Geschäftsjahresergebnis von 4,95 Mio. Euro bei.

Besonders kräftig war das Realisierungsergebnis bei Futures: Der Bericht nennt hier realisierte Gewinne als wichtigste Quelle des positiven Veräußerungsergebnisses. Das spricht für eine sehr aktive, marktnah gesteuerte Strategie statt eines ruhigen Buy-and-Hold-Ansatzes.

Kosten

Die laufenden Kosten fallen je nach Anteilklasse unterschiedlich aus. Die Gesamtkostenquote lag bei 0,98 Prozent für die I-Klasse, bei 1,69 Prozent für die R-Klasse und bei 0,97 Prozent für die S-Klasse im Rumpfgeschäftsjahr. Hinzu kam in der I-Klasse eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,13 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwertes, in der R-Klasse von 0,01 Prozent; in der S-Klasse fiel keine erfolgsabhängige Vergütung an. Wichtig für Anleger: Die Verwaltungskosten sind nicht aus dem Ruder gelaufen, aber die R-Klasse ist spürbar teurer als die I-Klasse.

In der Ertrags- und Aufwandsrechnung zeigt sich die Kostenlast konkret: Bei der I-Klasse betrugen die Erträge 1,49 Mio. Euro, die Aufwendungen 763.073 Euro, darunter 635.672 Euro Verwaltungsvergütung und 43.728 Euro Verwahrstellenvergütung. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen ist damit hoch, aber der Fonds erwirtschaftete dennoch einen ordentlichen Nettoertrag von 731.510 Euro. Bei der R-Klasse standen 123.896 Euro Erträge 93.022 Euro Aufwendungen gegenüber; die Verwaltungsvergütung von 91.510 Euro dominierte nahezu den gesamten Kostenblock. Aus Anlegersicht auffällig ist daher: Der Fonds muss aktiv arbeiten, um die laufenden Kosten zu verdienen, und die Kostenseite frisst bei der R-Klasse einen sehr großen Teil der Bruttoerträge auf.

Portfolio und größte Positionen

Die Struktur des Portfolios zeigt einen Mischfonds mit deutlichem Risiko- und Steuerungsspielraum. Aktien stellten zum 30. Juni 2026 mit 43,55 Prozent den größten Baustein, gefolgt von Anleihen mit 34,22 Prozent, Zertifikaten mit 12,83 Prozent, Investmentanteilen mit 3,97 Prozent sowie Bankguthaben mit 5,34 Prozent. Derivate belasteten per saldo mit minus 0,69 Prozent. Regionale Schwerpunkte lagen bei europäischen Titeln, vor allem aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Italien. Das unterstreicht: Der Fonds ist klar europäisch geprägt, auch wenn er international agiert.

Bei den Aktien dominierten große europäische Standardwerte. Zu den größten Einzelpositionen gehörten ASML mit 6,41 Prozent des Fondsvermögens, Siemens mit 1,88 Prozent, Banco Santander mit 1,77 Prozent, TotalEnergies mit 1,52 Prozent, Allianz mit 1,49 Prozent, Schneider Electric mit 1,51 Prozent und SAP mit 1,31 Prozent. Auf der Rentenseite standen vor allem kurzlaufende Staats- und supranationale Anleihen im Bestand, darunter EFSF, ESM sowie italienische und spanische Staatsanleihen. Bei den Zertifikaten dominierten Gold- und Silber-ETCs; Xetra-Gold machte 8,07 Prozent des Fondsvermögens aus, ein Silber-ETC 4,77 Prozent. Das zeigt, dass Edelmetalle im Jahr stark zum Portfolioerfolg beigetragen haben.

Die Liquiditätsquote war mit rund 5,34 Prozent moderat. Außerdem hielt der Fonds zwei eigene Investmentanteile, darunter den sentix Fonds Aktie.Deutschland und den Zindstein Werte-Sammler. Die Derivatepositionen umfassten vor allem Aktienindex-Futures und Währungsterminkontrakte; das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten betrug 46,15 Mio. Euro, bei einer durchschnittlichen Hebelwirkung von 1,87. Aus Anlegersicht bedeutet das: Das Fondsrisiko wurde nicht nur über einzelne Wertpapiere, sondern auch über aktive Marktsteuerung und Absicherungen gemanagt.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt die üblichen Marktpreis-, Zinsänderungs-, Bonitäts-, Aktien-, Währungs- und Derivaterisiken. Besonders hervorzuheben ist, dass der Fonds seine Aktienquote im Berichtszeitraum sehr stark bewegte: Sie lag in einer Bandbreite von +2 Prozent bis +39 Prozent, im Zwölfmonatsdurchschnitt bei rund 14 Prozent. Auch die Duration der Rentenseite wurde flexibel zwischen minus 0,3 und 1,3 Jahren gesteuert, im Durchschnitt bei 0,6 Jahren nach 1,8 Jahren im Vorjahr. Das spricht für aktives Risikomanagement, aber auch für ein stärker schwankendes Profil als bei einem statisch gemanagten Mischfonds.

Auffällig ist zudem die hohe Abhängigkeit vom Marktumfeld: Der Bericht verweist auf Zinsanstieg, Rohölpreisschocks, Inflationsängste und geopolitische Unsicherheiten. Gleichzeitig war das Ergebnis des Fonds stark von realisierten Gewinnen aus Futures und von der Sonderkonjunktur bei Edelmetallen getragen. Die Ausschüttung belief sich auf 1,71 Mio. Euro beziehungsweise 3,10 Euro je Anteil; in früheren Jahren waren die Ausschüttungen höher, was auf die positive Ergebnislage des Berichtsjahres zurückzuführen ist. Eine negative ordentliche Ertragsentwicklung liegt nicht vor, vielmehr war der ordentliche Nettoertrag positiv.

Für die I- und R-Klasse weist der Bericht ein Prüfungsurteil ohne Einschränkung aus: Nach Ansicht des Abschlussprüfers entspricht der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigt der Jahresbericht einen Fonds, der 2025/2026 von aktiver Steuerung, guten Marktgelegenheiten und dem Edelmetallsegment profitiert hat. Für Anleger positiv ist das kräftige Vermögenswachstum und die solide Wertentwicklung trotz wechselhaftem Marktumfeld. Zu beachten bleiben aber die spürbaren Kosten, die starke taktische Umschichtung und die damit verbundene Abhängigkeit von der Einschätzung des Fondsmanagements. Wer den Fonds hält, investiert in ein klar chancenorientiertes, aktiv gesteuertes Mischkonzept mit europäischem Schwerpunkt und erhöhtem Einsatz von Derivaten.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Mehr Ertrag trotz Nettoabflüssen: Vermögensmandat Strategie Stabil erzielte 6,5 % bei sinkendem Fondsvermögen

Next Post

NRW-Fonds hält trotz Abflüssen an positiver Wertentwicklung fest – Anleihen dominieren, Kosten bleiben spürbar