Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main ist Herausgeberin dieses Berichts und verwaltet den Fonds Vermögensmandat Strategie Stabil. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt; die Portfoliosteuerung erfolgt damit nach den im Bericht beschriebenen Grundsätzen der Gesellschaft selbst.
Aus Anlegersicht ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds im Geschäftsjahr bis 30. Juni 2026 trotz deutlicher Mittelabflüsse ein solides positives Ergebnis erzielte: Der Anteilwert stieg auf 112,51 Euro, die Jahresperformance lag bei 6,50 Prozent. Gleichzeitig sank das Fondsvermögen von 14,21 Millionen Euro auf 13,23 Millionen Euro, vor allem wegen Nettoabflüssen von 1,83 Millionen Euro. Das zeigt: Die Wertentwicklung war gut, aber sie konnte die rückläufigen Zuflüsse und Rückgaben nur teilweise ausgleichen.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum Bilanzstichtag bestand das Fondsvermögen zu 98,62 Prozent aus Investmentanteilen, ergänzt um 2,02 Prozent Bankguthaben. Die Liquiditätsreserve blieb damit klein, aber vorhanden; Sonstige Verbindlichkeiten minderten das Vermögen um 0,64 Prozent. Der Nettoinventarwert je Anteil lag am Ende des Geschäftsjahres bei 112,51 Euro nach 105,64 Euro im Vorjahr. Bei 117.575 umlaufenden Anteilen ist der Rückgang des Fondsvolumens vor allem auf die gesunkenen Anteilsbestände zurückzuführen, nicht auf einen Einbruch der Anlageergebnisse.
Das Jahresergebnis von 816.363,70 Euro setzte sich aus einem ordentlichen Nettoergebnis von minus 70.390,38 Euro und einem Veräußerungsergebnis von 604.375,75 Euro sowie weiteren nicht realisierten Ergebnisbestandteilen zusammen. Für Anleger ist das wichtig: Der Ertrag kam nicht aus laufenden Zinsen oder Dividenden, denn diese waren im Verhältnis zum Vermögen niedrig. Die entscheidende Ergebnisquelle waren realisierte Gewinne aus Verkäufen von Investmentanteilen sowie Kursgewinne bei den gehaltenen Fondspositionen. Das laufende Geschäft allein deckte die laufenden Kosten nicht; erst Veräußerungsgewinne und Bewertungsgewinne machten das Ergebnis positiv.
Im Vergleich zu den letzten drei Geschäftsjahren zeigt sich zudem ein klarer Trend: Das Fondsvermögen hat sich von 17,39 Millionen Euro im Jahr 2022/2023 auf 13,23 Millionen Euro verringert, während der Anteilwert von 96,04 Euro auf 112,51 Euro gestiegen ist. Für Anleger bedeutet das: Die vorhandenen Anteile entwickelten sich besser als das verwaltete Gesamtvolumen, weil fortlaufend Kapital abgeflossen ist.
Kosten
Die Gesamtkostenquote betrug 1,56 Prozent ohne Transaktionskosten. Zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,29 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts an. In der Gewinn- und Verlustrechnung schlug die Verwaltungsvergütung mit 192.822,71 Euro zu Buche, die Verwahrstellenvergütung mit 7.991,94 Euro und Prüfungs- sowie Veröffentlichungskosten mit 5.707,10 Euro. Transaktionskosten kamen mit 5.290,29 Euro hinzu.
Aus Anlegersicht auffällig ist das Verhältnis von Kosten und Erträgen: Die Summe der Aufwendungen von 200.183,61 Euro überstieg die laufenden Erträge von 129.793,22 Euro deutlich. Das führt zu einem negativen ordentlichen Ergebnis. Anders gesagt: Der Fonds muss seine Erträge über Wertpapier- und Marktgewinne erwirtschaften, um nach Kosten ein positives Gesamtresultat zu erreichen. Dass dies im Berichtsjahr gelungen ist, ist positiv; zugleich bleibt die Kostenbelastung ein relevanter Faktor.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds bleibt klar als Mischportfolio mit Schwerpunkt auf Investmentfonds positioniert. Der Bericht beschreibt den Fokus auf in- und ausländische Anleihefonds, ergänzt um eine Aktienbeimischung und einzelne alternative Bausteine wie Wandelanleihen. Die Allokation wurde aktiv gesteuert: Zu Beginn der Berichtsperiode wurde das Übergewicht in Growth-Aktien zugunsten von Value-Aktien reduziert, die Aktienquote blieb leicht über der neutralen Ausrichtung, und über ETFs wurden Umschichtungen zwischen Aktien- und Rentenbausteinen vorgenommen.
Regional lag ein Schwerpunkt weiterhin auf Europa, zugleich wurde über globale Fonds, US-Aktien und Emerging-Markets-Bausteine gestreut. Größere Positionen waren unter anderem iShares III Core Euro Government Bond ETF mit 10,53 Prozent des Fondsvermögens, Xtrackers II iBoxx Eurozone Government Bond Yield Plus mit 9,52 Prozent, KEPLER Euro Rentenfonds mit 8,66 Prozent, Xtrackers II Eurozone Government Bond 5-7 mit 7,18 Prozent sowie mehrere weitere Rentenfonds und -ETFs im Bereich von rund 6 bis 6,5 Prozent. Auf der Aktienseite fielen unter anderem der Amundi MSCI World ESG Select ETF, der iShares STOXX Europe 600 ETF, der Amundi MSCI Europe Value Factor ETF und der BNP Easy II Nasdaq 100 ETF auf. Damit ist das Portfolio breit über Zielfonds gestreut, aber in der Praxis weiterhin rentenlastig.
Die Positionen in USD waren mit 1,31 Prozent des Fondsvermögens überschaubar; der ausgewiesene Währungsrisikoanteil blieb damit begrenzt. Klumpenrisiken bestehen gleichwohl insofern, als einzelne Renten-ETFs und Rentenfonds sehr hohe Gewichtungen haben und die Wertentwicklung des Fonds damit stark an die Entwicklung dieser Teilmärkte gekoppelt bleibt.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken allgemeine Marktpreisrisiken, Risiken aus den Zielfonds und Währungsrisiken. Für Anleger ist vor allem wichtig: Der Fonds investiert fast vollständig über andere Fonds; damit hängen Chancen und Risiken unmittelbar an den Zielinvestments. Bei Rentenfonds stehen Zinsänderungs- und Ausfallrisiken im Vordergrund, bei Aktienfonds die stärkeren Marktschwankungen. Die breite Streuung kann Risiken mildern, beseitigt sie aber nicht.
Auffällig ist außerdem, dass der Fonds im Berichtsjahr erneut Mittelabflüsse verkraften musste: 1,84 Millionen Euro flossen über Rücknahmen ab, während nur 7.998,40 Euro neu zuflossen. Auch die um 16.980 auf 117.575 gesunkene Zahl umlaufender Anteile zeigt, dass Anleger Kapital abgezogen haben. Positiv ist, dass die im April 2026 geänderten Liquiditätsmanagementinstrumente im Berichtsjahr nicht benötigt wurden und keine Rücknahmebeschränkung oder Fristverlängerung ausgelöst wurde.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat das Geschäftsjahr trotz schwierigerer Anleihemärkte und deutlicher Abflüsse mit einem ordentlichen Ergebnis abgeschlossen. Entscheidend für den Erfolg waren realisierte Gewinne aus Investmentanteilen und Bewertungsgewinne, nicht laufende Erträge. Für Anleger ist das Bild damit gemischt: Die Wertentwicklung war ordentlich, die Kosten sind aber spürbar, und das Gesamtvermögen schrumpfte wegen Rückgaben weiter. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers lautet in einem Satz: Der Jahresbericht entspricht nach dessen Beurteilung in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des KAGB und der einschlägigen europäischen Verordnungen und vermittelt ein zutreffendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens.