Die Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln legt hier den Jahresbericht zum Fonds Tresides Dividend & Growth AMI vor. Der Fonds wird nicht von einer Benchmark gesteuert, sondern aktiv gemanagt; das Portfoliomanagement war im Berichtszeitraum an die Tresides Asset Management GmbH in Stuttgart ausgelagert. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds trotz positiver Wertentwicklung mit deutlichen Mittelabflüssen in der Hauptanteilklasse zu tun hatte.
Im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 stieg das Fondsvermögen auf 111,72 Millionen Euro. Der Anteilwert lag zum Stichtag bei 194,15 Euro in Anteilklasse A und bei 107,10 Euro in Anteilklasse B. Während die jüngere Klasse B erst am 21. August 2025 aufgelegt wurde, entwickelte sich die ältere Klasse A im Jahresvergleich von 180,26 Euro auf 194,15 Euro. Das entspricht einer soliden Aufwertung, allerdings bei spürbaren Rückgaben von Anlegergeldern in Klasse A.
Vermögen und Wertentwicklung
Der Fonds erzielte im Berichtszeitraum eine positive Performance von 10,48 % in Anteilklasse A und 7,10 % in Anteilklasse B. Aus Anlegersicht fällt auf, dass die Wertentwicklung nicht nur aus laufenden Dividenden kam, sondern auch aus realisierten Kursgewinnen und nicht realisierten Bewertungszuwächsen: In Klasse A belief sich der ordentliche Nettoertrag auf 1,90 Millionen Euro, hinzu kamen 2,32 Millionen Euro aus Veräußerungsgeschäften sowie 4,42 Millionen Euro aus nicht realisierten Ergebnissen. In Klasse B lagen die entsprechenden Werte bei 322.276 Euro, 263.803 Euro und 905.157 Euro.
Damit war das Ergebnis klar von der Aktienmarktrally in Europa getragen. Der Bericht beschreibt ein freundliches Marktumfeld über weite Teile der Periode, unterbrochen von temporären Verwerfungen im Frühjahr 2026. Der Fonds profitierte davon mit seinem nahezu vollständigen Aktieninvestment. Die Volatilität lag bei 10,84 % in Klasse A und bei 11,25 % in Klasse B.
Die Mittelbewegungen zeigen jedoch ein gemischtes Bild: In Klasse A standen 23,77 Millionen Euro an Zuflüssen 35,88 Millionen Euro an Rücknahmen gegenüber, also ein Nettoabfluss von 12,10 Millionen Euro. Klasse B verzeichnete seit Auflegung dagegen einen Nettozufluss von 20,20 Millionen Euro. Für Anleger bedeutet das: Das Wachstum des Fonds stützte sich im Berichtsjahr nicht auf Nettomittelzuflüsse in der älteren Anteilklasse, sondern auf die gute Kursentwicklung der enthaltenen Aktien.
Kosten
Die Kosten unterscheiden sich deutlich zwischen den beiden Anteilklassen. Die Verwaltungsvergütung beträgt 0,8 % p. a. in Klasse A und 1,5 % in Klasse B. Hinzu kamen im Geschäftsjahr bei Klasse A 678.105 Euro Verwaltungsvergütung, 40.318 Euro Verwahrstellenvergütung, 24.219 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 22.364 Euro sonstige Aufwendungen. In Klasse B lagen diese Positionen bei 265.675 Euro, 8.419 Euro, 9.510 Euro und 4.129 Euro.
Die Gesamtkostenquote betrug 0,90 % für Klasse A und 1,61 % für Klasse B. Aus Anlegersicht ist das Verhältnis zwischen Kosten und Erträgen bei Klasse A ordentlicher als bei Klasse B: Klasse A erwirtschaftete einen ordentlichen Nettoertrag von 1,90 Millionen Euro, Klasse B von 322.276 Euro. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von insgesamt 175.665 Euro an. Eine erfolgsabhängige Vergütung wurde nicht berechnet; der Anteil lag in beiden Klassen bei 0 %.
Portfolio und größte Positionen
Zum Stichtag war der Fonds mit 98,70 % seines Vermögens in Aktien investiert; Bankguthaben machten 1,26 % aus. Der Schwerpunkt lag klar auf Europa und auf liquiden Standardwerten. Regional waren die größten Gewichte Schweiz (18,62 %), Großbritannien (17,32 %), Deutschland (11,51 %), Niederlande (10,32 %) und Frankreich (10,20 %). Damit ist der Fonds breit über mehrere europäische Märkte gestreut, bleibt aber deutlich vom europäischen Aktienzyklus abhängig.
Nach Branchen standen Investitionsgüter mit knapp 15 % am höchsten, gefolgt von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Versorgungsbetrieben sowie Banken und Versicherungen. Zu den größten Einzelpositionen zählten unter anderem Siemens mit 3,15 %, Novartis mit 2,33 %, Holcim mit 2,65 %, Flughafen Zürich mit 2,55 %, Koninklijke KPN mit 2,51 %, Inficon mit 2,48 %, Intesa Sanpaolo mit 2,44 %, ASR Nederland mit 2,36 % und Veolia mit 2,73 %. Die Liste zeigt eine Mischung aus Industrie-, Finanz-, Versorger- und Qualitätswerten mit Dividendenprofil.
Währungsseitig war rund ein Drittel des Fondsvermögens in Papieren investiert, die nicht in Euro notieren. Besonders wichtig waren Schweizer Franken, britisches Pfund sowie skandinavische Währungen. Auf eine Währungssicherung wurde verzichtet. Das ist für Anleger relevant, weil Währungsschwankungen die Rendite zusätzlich verstärken oder schmälern können.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als Hauptrisiko die allgemeine und spezifische Aktienmarktrisiken. Da der Fonds ausschließlich in börsennotierte Aktien investiert, ist er stark von Kursbewegungen abhängig. Aus Anlegersicht auffällig ist zudem, dass keine Absicherung des Marktpreisrisikos und keine Währungssicherung eingesetzt wurden. Das erhöht die Schwankungsanfälligkeit, auch wenn die breite Streuung über Länder und Sektoren einzelne Risiken abmildern soll.
Ein weiterer Punkt ist die unterschiedliche Entwicklung der Anteilklassen. Klasse A verzeichnete trotz positiver Wertentwicklung hohe Nettoabflüsse von 12,10 Millionen Euro. Für Anleger kann das bedeuten, dass Mittelabzüge die Verwaltung eines Fonds erschweren, auch wenn das Vermögen insgesamt dank Marktgewinnen gewachsen ist. Positiv hervorzuheben ist, dass der Fonds im Berichtszeitraum keine Derivate einsetzte und das Marktrisiko nach dem qualifizierten Ansatz im Rahmen lag; der potenzielle Risikobetrag bewegte sich zwischen 5,14 % und 7,08 %, im Durchschnitt bei 6,00 %.
Die Ausschüttung betrug 4,50 Euro je Anteil in Klasse A und 2,25 Euro je Anteil in Klasse B. Beide Anteilklassen sind ausschüttend. Das ist für Anleger mit laufendem Ertragsinteresse relevant, weil ein Teil des realisierten Ergebnisses tatsächlich ausgekehrt wurde und nicht vollständig im Fonds verblieb.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen Fonds mit klarer Aktienausrichtung, überzeugender Jahresrendite und ordentlichen laufenden Erträgen, aber auch mit der typischen Schwankungsanfälligkeit europäischer Aktienstrategien. Für Anleger ist besonders wichtig: Das Ergebnis kam aus einer Kombination aus Dividenden, realisierten Kursgewinnen und Bewertungszuwächsen; zugleich belasten die höheren Kosten der Anteilklasse B die Nettorendite spürbarer als in Klasse A. Der Abschlussprüfer stellte fest, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der Entwicklung des Sondervermögens vermittelt.