Wenn 82 Prozent der Bewertungen eines Energieversorgers nur einen einzigen Stern erhalten, ist das ein deutliches Warnsignal. Genau dieses Bild zeigt sich bei Aras Energy. Besonders bedenklich: Zahlreiche Kunden berichten über ausstehende Guthaben, nicht ausgezahlte Boni und einen kaum erreichbaren Kundenservice. Wer einen neuen Stromanbieter sucht, sollte sich angesichts dieser Erfahrungen überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, zunächst andere Angebote zu vergleichen.
Ein Bewertungsbild, das Fragen aufwirft
Zum Zeitpunkt unserer Auswertung verzeichnet Aras Energy auf Trustpilot 240 Bewertungen und einen TrustScore von lediglich 1,6 von 5 Punkten.
Die Verteilung ist bemerkenswert:
- 82 Prozent vergeben einen Stern.
- 3 Prozent vergeben zwei Sterne.
- 2 Prozent vergeben drei Sterne.
- 3 Prozent vergeben vier Sterne.
- 10 Prozent vergeben fünf Sterne.
Damit fallen insgesamt 85 Prozent der Bewertungen in die beiden niedrigsten Kategorien.
Natürlich sind Onlinebewertungen keine repräsentative Kundenbefragung. Häufig äußern sich besonders unzufriedene Verbraucher. Dennoch ist die Häufung ähnlicher Beschwerden auffällig.
Immer wieder geht es um das Geld der Kunden
Besonders häufig berichten Verbraucher, dass Guthaben aus Schlussabrechnungen und zugesagte Neukundenboni nicht oder erst mit erheblicher Verzögerung ausgezahlt worden seien.
Ein Kunde schildert eine ausstehende Zahlung von 136,28 Euro, ein anderer wartet nach eigenen Angaben auf 175 Euro. Weitere Rezensenten berichten über Forderungen von mehreren Hundert Euro.
Hinzu kommen Beschwerden über fehlerhafte Rechnungen und unzureichende Kommunikation.
Ob und in welchem Umfang die einzelnen Forderungen berechtigt sind, können wir anhand der Bewertungen allein nicht abschließend feststellen.
Die wiederkehrenden Schilderungen sollten für das Unternehmen jedoch Anlass zu einer gründlichen internen Überprüfung sein.
Was Aras Energy dringend verbessern muss
1. Offene Guthaben und Boni abarbeiten. Sämtliche fälligen und berechtigten Kundenforderungen sollten systematisch geprüft und unverzüglich ausgezahlt werden.
2. Schlussrechnungen fristgerecht erstellen. Dafür braucht es funktionierende Abrechnungsprozesse und eine zuverlässige Abstimmung mit den Netzbetreibern.
3. Persönliche Erreichbarkeit sicherstellen. Kunden mit Zahlungsproblemen benötigen konkrete Ansprechpartner statt immer neuer automatisierter Antworten.
4. Verbindlich kommunizieren. Wer einen Auszahlungstermin nennt, sollte ihn einhalten oder rechtzeitig nachvollziehbar erklären, weshalb dies nicht möglich ist.
5. Beschwerden konsequent auswerten. Besonders häufig wiederkehrende Probleme müssen auf Managementebene untersucht und dauerhaft behoben werden.
Auch die öffentliche Kommunikation sollte sich verändern. Laut Bewertungsprofil beantwortet Aras Energy nur 45 Prozent seiner negativen Bewertungen. Hier besteht Verbesserungsbedarf.
Unser Fazit: Vertrauen kann man nicht mit günstigen Tarifen kaufen
Ein attraktiver Strompreis ist wichtig. Doch was nützt ein günstiger Vertrag, wenn Verbraucher anschließend ihren Guthaben und Bonuszahlungen hinterherlaufen müssen?
Bei einem Anteil von 82 Prozent Ein-Stern-Bewertungen würden wir Verbrauchern empfehlen, vor einem Vertragsabschluss besonders sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls nach einem anderen Anbieter zu suchen.
Für Aras Energy bietet die Kritik gleichzeitig eine Chance: Wer Probleme offen anerkennt, berechtigte Forderungen bezahlt und seinen Kundenservice nachhaltig verbessert, kann verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
Entscheidend sind jetzt keine weiteren Versprechungen, sondern nachvollziehbare Ergebnisse.
