Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat gemeinsam mit dem amerikanischen Chiphersteller Nvidia am 19. Oktober neue Anwendungen künstlicher Intelligenz für die industrielle Produktion vorgestellt.
Präsentiert wurden die Technologien im Siemens-Elektronikwerk in Erlangen.
Im Mittelpunkt stehen digitale Zwillinge und KI-gestützte Produktionsplanung.
Digitale Zwillinge ermöglichen es Unternehmen, Maschinen, Produktionsanlagen und Fertigungsprozesse zunächst virtuell abzubilden und zu testen.
Dadurch können Fehler früher erkannt und aufwendige Anpassungen während der tatsächlichen Produktion reduziert werden.
Nach Angaben von Siemens lässt sich der technische Aufwand bei der virtuellen Vorbereitung neuer Produktionsabläufe um bis zu 85 Prozent reduzieren.
Bei der KI-gestützten Produktionsplanung stellt das Unternehmen mögliche Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent in Aussicht.
Diese Angaben beziehen sich auf die vorgestellten Anwendungen und dürfen nicht pauschal auf sämtliche Industrieunternehmen übertragen werden.
Besonders für den deutschen Maschinenbau und die Automobilindustrie könnten solche Technologien langfristig von Bedeutung sein.
Unternehmen stehen zunehmend unter Druck, ihre Produktionskosten zu senken und gleichzeitig schneller auf veränderte Kundenwünsche zu reagieren.
Für Beschäftigte könnte die Entwicklung neue Qualifikationsanforderungen mit sich bringen.
Allerdings ist nicht zwangsläufig mit einem entsprechenden Personalabbau zu rechnen. Künstliche Intelligenz kann auch dazu beitragen, Fachkräfte von aufwendigen Routinearbeiten zu entlasten.
Fazit: Siemens und Nvidia zeigen mit den neuen Anwendungen, welches Potenzial künstliche Intelligenz für die industrielle Produktion besitzt. Entscheidend wird sein, ob sich die Technologien auch außerhalb einzelner Pilotstandorte wirtschaftlich erfolgreich einsetzen lassen.