Die wirtschaftlichen Risiken für europäische Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in Russland nehmen weiter zu.
Nach einem am 16. Oktober bekannt gewordenen Dekret hat Russland weitere Vermögenswerte europäischer Unternehmen unter vorläufige staatliche Verwaltung gestellt.
Betroffen ist unter anderem der deutsche Verpackungshersteller MENSHEN aus Nordrhein-Westfalen.
Auch Vermögenswerte von Unternehmen aus Frankreich, Schweden und Belgien werden von den neuen Maßnahmen erfasst.
Die russische Regierung bezeichnet die Eingriffe als vorübergehend und grundsätzlich umkehrbar.
Für die betroffenen Unternehmen können sie dennoch erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
Dazu gehören der Verlust der tatsächlichen Kontrolle über Produktionsanlagen, eingeschränkte Verfügungsmöglichkeiten und mögliche finanzielle Wertberichtigungen.
Ob die Maßnahmen rechtlich angefochten werden können und welche Erfolgsaussichten entsprechende Verfahren hätten, lässt sich nicht pauschal beurteilen.
Für Anleger verdeutlicht die Entwicklung, dass Auslandsinvestitionen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch erheblichen politischen und rechtlichen Risiken unterliegen.
Die erneuten Eingriffe zeigen, dass die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts zwischen Russland und westlichen Staaten weiterhin unmittelbar auf europäische Unternehmen durchschlagen.