In der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist am Freitag, dem 23. Oktober 2026, ein noch nicht fertiggestelltes Hochhaus eingestürzt. Sieben Menschen galten nach ersten Behördenangaben als vermisst. Besonders bemerkenswert: Obwohl sich das Gebäude noch im Bau befand, waren im Erdgeschoss und im Untergeschoss bereits elf Geschäfte untergebracht. Nach Angaben des Gouverneurs von Nairobi fehlte die erforderliche Nutzungsgenehmigung.
Augenzeugen filmten den Moment, in dem das mehrstöckige Gebäude plötzlich in sich zusammenbrach. Innerhalb weniger Sekunden entstand eine gewaltige Staubwolke, die sich über die umliegenden Straßen ausbreitete.
Die Aufnahmen zeigen das Ausmaß des Einsturzes. Welche Umstände dazu führten, dass das Gebäude seine Stabilität verlor, ist bislang ungeklärt.
66 Bauarbeiter konnten sich unverletzt retten
Nach Angaben des kenianischen Innenministers Kipchumba Murkomen befanden sich 67 Bauarbeiter auf der Baustelle.
66 von ihnen konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Ein weiterer Arbeiter wurde verletzt.
Darüber hinaus galten nach den zunächst veröffentlichten Behördenangaben sieben Menschen als vermisst.
Ob sich diese Personen zum Zeitpunkt des Einsturzes in den bereits genutzten Geschäftsräumen oder in anderen Bereichen des Gebäudes aufhielten, war zunächst nicht abschließend geklärt.
Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach möglichen Verschütteten.
Elf Geschäfte trotz unfertigen Gebäudes bereits geöffnet
Besonders kritisch erscheint die Tatsache, dass Teile des Hochhauses bereits gewerblich genutzt wurden, obwohl die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.
Nach Angaben des kenianischen Innenministers waren im Erdgeschoss und im Untergeschoss insgesamt elf Geschäfte untergebracht.
Medienberichten zufolge befanden sich darunter unter anderem ein Elektronikgeschäft, eine Metzgerei und ein Lebensmittelgeschäft.
Damit hielten sich möglicherweise nicht nur Bauarbeiter, sondern auch Geschäftsinhaber, Beschäftigte und Kunden in dem Gebäude auf.
Ob und wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes tatsächlich in den Geschäften befanden, war zunächst nicht bekannt.
Gouverneur: Erforderliche Nutzungsgenehmigung fehlte
Der Gouverneur von Nairobi, Johnson Sakaja, erklärte, dass für das Gebäude noch keine erforderliche Nutzungsgenehmigung vorgelegen habe.
Nach seinen Angaben hätten die Geschäftsräume deshalb noch nicht genutzt werden dürfen.
Diese Aussage wirft Fragen zur Überwachung der Bauarbeiten und zur Einhaltung der geltenden Bau- und Nutzungsvorschriften auf.
Allerdings ist zwischen einer möglicherweise unzulässigen Nutzung des Gebäudes und der bislang ungeklärten Ursache des Einsturzes zu unterscheiden.
Aus dem Fehlen einer Nutzungsgenehmigung lässt sich nicht automatisch ableiten, dass dieser Umstand den Einsturz verursacht hat.
Ursache des Gebäudeeinsturzes noch nicht geklärt
Warum das Hochhaus plötzlich zusammenbrach, müssen die zuständigen kenianischen Behörden untersuchen.
Dabei dürfte insbesondere zu klären sein, ob die Bauausführung, die Statik, die verwendeten Materialien oder andere technische Faktoren eine Rolle spielten.
Auch die Frage, weshalb bereits Geschäfte in einem offenbar noch nicht zur Nutzung freigegebenen Gebäude betrieben wurden, bedarf einer Untersuchung.
Konkrete Verantwortlichkeiten lassen sich aus den bislang bekannten Informationen nicht ableiten.
Fragen zur Sicherheit von Bauwerken
Der Vorfall macht deutlich, welche erheblichen Gefahren entstehen können, wenn sich Menschen in Gebäuden aufhalten, deren bauliche Sicherheit und Nutzungsfreigabe noch nicht abschließend geklärt sind.
Eine fehlende Nutzungsgenehmigung ist dabei ein ernst zu nehmender Umstand, beweist für sich genommen jedoch keinen konkreten Baumangel.
Für eine abschließende Bewertung müssen die Ergebnisse der technischen Untersuchungen und die Feststellungen der zuständigen Behörden abgewartet werden.
Fazit
Der Einsturz des Hochhauses in Nairobi hat zahlreiche Menschen in Gefahr gebracht. Während sich 66 Bauarbeiter unverletzt retten konnten und ein weiterer verletzt wurde, galten sieben Menschen zunächst als vermisst.
Besonders erklärungsbedürftig ist, dass in dem unfertigen Gebäude bereits elf Geschäfte betrieben wurden, obwohl nach Angaben des Gouverneurs die erforderliche Nutzungsgenehmigung fehlte.
Ob Verstöße gegen Bauvorschriften vorlagen, wer dafür gegebenenfalls verantwortlich war und wodurch der Einsturz tatsächlich verursacht wurde, ist bislang nicht abschließend geklärt.