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Trianel Windpark Gebersreuth: Gewinn bricht um 66 Prozent ein – Verbindlichkeiten sinken auf 21,57 Millionen Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2024 der Trianel Windpark Gebersreuth GmbH & Co. KG zeigt ein gemischtes Bild.

Auf der einen Seite steht ein erheblicher Rückgang der Verbindlichkeiten. Auf der anderen Seite hat sich der Jahresüberschuss gegenüber 2023 um mehr als eine Million Euro verringert.

Die Bilanzsumme sank ebenfalls deutlich: von 34.106.709,25 Euro auf 29.769.107,22 Euro.

Das entspricht einer Abnahme um rund 4,34 Millionen Euro beziehungsweise 12,7 Prozent.

Jahresüberschuss fällt von 1,54 Millionen auf 517.884 Euro

Besonders deutlich fällt die Veränderung beim Ergebnis aus.

2023 hatte Trianel Windpark Gebersreuth noch einen Jahresüberschuss von 1.539.187,93 Euro ausgewiesen.

2024 waren es nur noch 517.883,96 Euro.

Der Gewinn ging damit um 1.021.303,97 Euro zurück. Das entspricht rechnerisch einem Rückgang um rund 66,4 Prozent.

Die Gesellschaft blieb damit zwar profitabel, erzielte aber nur noch ungefähr ein Drittel des Vorjahresüberschusses.

Warum der Gewinn so stark zurückging, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht feststellen.

Zwar heißt es im Anhang, dass wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert erläutert würden. Die hier vorgelegten Unterlagen enthalten diese Angaben jedoch nicht.

Damit fehlen insbesondere Umsatzerlöse, Stromproduktion, Strompreise, Abschreibungsaufwand, Zinsaufwand und sonstige betriebliche Kosten.

Es wäre deshalb spekulativ, den Gewinneinbruch beispielsweise einer schlechteren Windernte, niedrigeren Strompreisen oder höheren Kosten zuzuschreiben.

Anlagenbestand sinkt um fast drei Millionen Euro

Das Anlagevermögen verringerte sich von 29,45 Millionen Euro auf 26,51 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 2,94 Millionen Euro beziehungsweise 10,0 Prozent.

Davon entfallen 24.143.095 Euro auf Sachanlagen. Ende 2023 waren es noch 26.818.853 Euro.

Zusätzlich weist die Gesellschaft immaterielle Vermögensgegenstände von 2.368.599 Euro aus, nach 2.633.724 Euro im Vorjahr.

Sowohl immaterielle Vermögensgegenstände als auch Sachanlagen werden laut Anhang zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt über einen Zeitraum von 16 Jahren.

Die ausgewiesenen Beträge stellen daher Buchwerte dar und dürfen nicht mit einem aktuellen Marktwert des Windparks gleichgesetzt werden.

Bankguthaben fällt um 1,30 Millionen Euro

Auch beim Umlaufvermögen gab es einen erheblichen Rückgang.

Es sank von 4.229.150,71 Euro auf 2.770.066,35 Euro.

Besonders deutlich entwickelte sich der Bestand an liquiden Mitteln.

Ende 2023 standen noch 3.412.482,45 Euro in der Bilanz. Ein Jahr später waren es 2.112.112,22 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 1.300.370,23 Euro beziehungsweise rund 38,1 Prozent.

Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen zurück – von 816.668,26 Euro auf 657.954,13 Euro.

Neu beziehungsweise höher ausgewiesen werden Forderungen gegen Gesellschafter von 5.000 Euro. Im Vorjahr waren solche Forderungen mit null Euro angegeben.

Nicht das gesamte Bankguthaben muss frei verfügbar sein

Beim Bankbestand ist eine wichtige Einschränkung zu berücksichtigen.

Die Gesellschaft erklärt im Anhang, dass im Zusammenhang mit den Darlehensverbindlichkeiten neben den Windkraftanlagen auch liquide Mittel verpfändet wurden.

Wie hoch der konkret verpfändete Betrag ist, wird nicht genannt.

Aus den ausgewiesenen 2,11 Millionen Euro Bankguthaben lässt sich deshalb nicht ableiten, dass dieser Betrag vollständig und ohne Einschränkungen frei verfügbar wäre.

Umgekehrt liefert die bloße Verpfändung keinen Beleg für finanzielle Schwierigkeiten. Sie ist zunächst eine im Jahresabschluss ausgewiesene Sicherheit im Rahmen der Finanzierung.

Eigenkapital sinkt um mehr als eine Million Euro

Das Eigenkapital ging von 8.847.997,39 Euro auf 7.826.693,42 Euro zurück.

Die Differenz beträgt 1.021.303,97 Euro beziehungsweise rund 11,5 Prozent.

Bemerkenswert ist, dass diese Differenz exakt dem Rückgang des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Rücklagen werden für beide Jahre unverändert mit 7.298.809,46 Euro ausgewiesen, während die Kapitalanteile ebenfalls konstant bei 10.000 Euro liegen.

Aus dieser rechnerischen Beobachtung allein sollte allerdings nicht auf konkrete Ausschüttungen oder gesellschaftsrechtliche Vorgänge geschlossen werden, die im vorliegenden Material nicht erläutert werden.

Eigenkapitalquote bleibt nahezu stabil

Obwohl das Eigenkapital absolut deutlich gesunken ist, hat sich die rechnerische Eigenkapitalquote kaum verschlechtert.

2023 standen 8,85 Millionen Euro Eigenkapital einer Bilanzsumme von 34,11 Millionen Euro gegenüber. Das ergibt eine Quote von rund 25,9 Prozent.

2024 sind es 7,83 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 29,77 Millionen Euro. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 26,3 Prozent.

Der relative Eigenkapitalanteil ist damit sogar leicht gestiegen.

Grund dafür ist rechnerisch, dass die gesamte Bilanzsumme stärker zurückging als das Eigenkapital.

Verbindlichkeiten sinken um 2,70 Millionen Euro

Deutlich reduziert wurden die bilanzierten Verbindlichkeiten.

Sie sanken von 24.273.470,85 Euro auf 21.569.691,59 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 2.703.779,26 Euro beziehungsweise rund 11,1 Prozent.

Damit wurden die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um mehr als 2,7 Millionen Euro zurückgeführt.

Allerdings zeigt die Betrachtung der Laufzeiten, dass sich nicht alle Kategorien in dieselbe Richtung entwickelten.

Kurzfristig fällige Verbindlichkeiten steigen auf 3,23 Millionen Euro

Während die Gesamtverbindlichkeiten zurückgingen, erhöhte sich der innerhalb eines Jahres fällige Betrag.

Er stieg von 2.776.346,85 Euro auf 3.230.507,49 Euro.

Das ist eine Zunahme um 454.160,64 Euro beziehungsweise rund 16,4 Prozent.

Die langfristigen Verbindlichkeiten entwickelten sich dagegen rückläufig.

Mit mehr als einem Jahr Restlaufzeit bestanden Ende 2024 Verpflichtungen von 18.339.184,10 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 20.865.536 Euro.

Besonders deutlich sank der Anteil mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren: von 12.365.848,54 Euro auf 10.559.497,10 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,81 Millionen Euro beziehungsweise 14,6 Prozent.

Das Zahlenbild zeigt damit eine Rückführung der langfristigen Finanzierung bei gleichzeitig höheren Fälligkeiten innerhalb der nächsten zwölf Monate.

20,87 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten besichert

Ein Großteil der Finanzierung ist mit Sicherheiten unterlegt.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren zum Bilanzstichtag 20,866 Millionen Euro durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert.

Im Vorjahr waren es noch 24,023 Millionen Euro.

Für die Darlehensverbindlichkeiten wurden nach Angaben der Gesellschaft umfangreiche Sicherheiten gestellt. Die Windkraftanlagen wurden sicherungsübereignet. Daneben sind liquide Mittel verpfändet.

Der Betrag der besicherten Bankverbindlichkeiten ist damit gegenüber dem Vorjahr um rund 3,16 Millionen Euro gesunken.

Auch hier gilt: Die Sicherungsübereignung der Windkraftanlagen ist eine Finanzierungsinformation und für sich genommen kein Hinweis darauf, dass eine Verwertung der Anlagen bevorsteht.

Gesellschafterverbindlichkeiten steigen von 178.000 auf 646.000 Euro

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Diese erhöhten sich von 178.000 Euro auf 646.000 Euro.

Das ist ein Anstieg um 468.000 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 263 Prozent.

Der Betrag hat sich damit auf mehr als das Dreieinhalbfache erhöht.

Warum diese Verbindlichkeiten so deutlich gestiegen sind, gegenüber welchen Gesellschaftern sie bestehen und welche Konditionen vereinbart wurden, geht aus den vorgelegten Angaben nicht hervor.

Deshalb wäre es nicht sachgerecht, den Anstieg ohne weitere Informationen positiv oder negativ zu interpretieren.

Rückstellungen sinken um fast 63 Prozent

Deutlich zurückgegangen sind die Rückstellungen.

Sie verringerten sich von 966.491,01 Euro auf 360.222,21 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 606.268,80 Euro beziehungsweise rund 62,7 Prozent.

Der Anhang nennt unter anderem eine Rückstellung für die spätere Rückbauverpflichtung. Sie wurde auf Basis einer zum 31. Dezember 2024 angenommenen Restnutzungsdauer von 13 Jahren berechnet.

Der dabei verwendete Zinssatz der Deutschen Bundesbank beträgt 1,91 Prozent.

Wie hoch die Rückbaurückstellung innerhalb der insgesamt 360.222,21 Euro ausfällt und warum sich die gesamten Rückstellungen gegenüber dem Vorjahr so deutlich reduziert haben, lässt sich aus den vorgelegten Angaben nicht entnehmen.

Weitere Verpflichtungen von knapp zwölf Millionen Euro

Zusätzlich zu den 21,57 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen laut Jahresabschluss sonstige nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen von 11.956.891 Euro.

Der größte Posten entfällt auf Wartungsverträge.

Hier nennt die Gesellschaft zukünftige Verpflichtungen von 7,56 Millionen Euro.

Weitere 4.343.191 Euro entfallen auf Gestattungsverträge. Aus Betriebsführungsverträgen bestehen Verpflichtungen von 53.700 Euro.

Anders als bei manchen komplexen Tabellen lassen sich die hier angegebenen Beträge rechnerisch vollständig nachvollziehen:

7.560.000 Euro plus 53.700 Euro plus 4.343.191 Euro ergeben exakt 11.956.891 Euro.

Auch die angegebenen Laufzeitgruppen ergeben zusammen den ausgewiesenen Gesamtbetrag.

Mehr als acht Millionen Euro reichen über fünf Jahre hinaus

Von den knapp zwölf Millionen Euro sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind 763.357 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 2.844.958 Euro entfallen auf Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren.

Der größte Teil – 8.348.576 Euro – hat eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.

Allein aus Wartungsverträgen bestehen über mehr als fünf Jahre Verpflichtungen von 5,67 Millionen Euro. Bei den Gestattungsverträgen sind es weitere 2.678.576 Euro.

Diese langfristigen Vertragsbindungen sind für die wirtschaftliche Betrachtung des Windparks relevant.

Sie dürfen aber nicht einfach mit den bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und anschließend als „Gesamtschulden“ bezeichnet werden. Der Abschluss bezeichnet sie ausdrücklich als nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Knapp 33,53 Millionen Euro sind deshalb keine „Schulden“

Rechnerisch könnte man die 21,57 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten und die 11,96 Millionen Euro sonstigen finanziellen Verpflichtungen zu rund 33,53 Millionen Euro addieren.

Eine solche Summe als „Schulden des Windparks“ zu präsentieren, wäre jedoch irreführend.

Die Positionen besitzen unterschiedliche bilanzielle und wirtschaftliche Qualitäten. Bei den zusätzlichen 11,96 Millionen Euro handelt es sich beispielsweise um zukünftige Verpflichtungen aus Wartungs-, Betriebsführungs- und Gestattungsverträgen.

Sie dokumentieren langfristige vertragliche Belastungen, sind aber gerade nicht als Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen.

Gewinnrückgang bleibt die zentrale offene Frage

Der auffälligste Punkt des Jahresabschlusses ist letztlich nicht die Fremdfinanzierung, sondern die Ergebnisentwicklung.

Ein Jahresüberschuss von 517.883,96 Euro bedeutet weiterhin ein positives Ergebnis.

Gegenüber den 1.539.187,93 Euro des Vorjahres ist der Gewinn jedoch um mehr als eine Million Euro eingebrochen.

Warum?

Diese Frage beantwortet das vorgelegte Zahlenmaterial nicht.

Ohne Angaben zu Stromproduktion, Umsatzerlösen, erzielten Strompreisen, Betriebsaufwendungen, Abschreibungen und Finanzierungskosten lässt sich nicht feststellen, welche Faktoren den Rückgang verursacht haben.

Gerade diese Informationen wären für eine wirtschaftliche Bewertung des Jahres 2024 entscheidend.

Fazit: Weniger Schulden, aber auch deutlich weniger Gewinn und Liquidität

Die Bilanz der Trianel Windpark Gebersreuth GmbH & Co. KG enthält sowohl entlastende als auch kritisch zu beobachtende Entwicklungen.

Die bilanzierten Verbindlichkeiten wurden um 2,70 Millionen Euro auf 21,57 Millionen Euro reduziert. Besonders die langfristigen Verpflichtungen gingen zurück. Die besicherten Bankverbindlichkeiten sanken von 24,02 auf 20,87 Millionen Euro.

Gleichzeitig erhöhte sich jedoch der innerhalb eines Jahres fällige Teil der Verbindlichkeiten auf 3,23 Millionen Euro.

Auch das Bankguthaben verringerte sich erheblich: von 3,41 Millionen Euro auf 2,11 Millionen Euro. Zudem sind liquide Mittel nach Angaben der Gesellschaft verpfändet, ohne dass deren konkrete Höhe genannt wird.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern stiegen gleichzeitig von 178.000 auf 646.000 Euro.

Vor allem aber sank der Jahresüberschuss um rund 66,4 Prozent auf 517.883,96 Euro.

Dass die Gesellschaft dennoch ein positives Ergebnis erzielt und der Jahresabschluss ausdrücklich unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit erstellt wurde, gehört ebenso zur Einordnung wie der deutliche Gewinnrückgang.

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