Die Windpark Wiemersdorf GmbH & Co. KG hat ihre Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2024/25 kräftig reduziert. Zum 31. Oktober 2025 standen noch 18,10 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es 20,91 Millionen Euro. Damit sank die Verschuldung innerhalb eines Jahres um rund 2,81 Millionen Euro beziehungsweise 13,5 Prozent.
Der größte Teil entfällt weiterhin auf Bankkredite. Gleichzeitig schrumpfte die Bilanzsumme von 24,27 Millionen auf 21,34 Millionen Euro. Das Eigenkapital blieb unverändert bei 2,74 Millionen Euro.
Bankkredite sinken um mehr als 1,6 Millionen Euro
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich besonders deutlich: von 18,66 Millionen Euro auf 17,04 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,62 Millionen Euro.
Von den Bankverbindlichkeiten sind 946.668 Euro innerhalb eines Jahres fällig. 16,09 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon wiederum laufen 12,31 Millionen Euro länger als fünf Jahre.
Die Finanzierung bleibt damit langfristig geprägt.
Auch die gesamten kurzfristigen Verbindlichkeiten gingen deutlich zurück. Zum vorherigen Bilanzstichtag waren noch 3,87 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Ende Oktober 2025 waren es 2,00 Millionen Euro.
Lieferantenverbindlichkeiten brechen ein
Ein weiterer großer Unterschied zeigt sich bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Diese sanken von rund 1,51 Millionen Euro auf nur noch 267.948 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um etwa 1,24 Millionen Euro beziehungsweise rund 82 Prozent.
In die entgegengesetzte Richtung entwickelten sich dagegen die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Sie erhöhten sich von 521.664 Euro auf 670.705 Euro.
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten gingen von knapp 216.000 Euro auf rund 118.087 Euro zurück.
Bilanzsumme schrumpft um fast drei Millionen Euro
Insgesamt verkürzte sich die Bilanz erheblich. Die Bilanzsumme sank von 24,27 Millionen Euro auf 21,34 Millionen Euro – ein Minus von rund 2,93 Millionen Euro oder gut zwölf Prozent.
Ein wesentlicher Faktor auf der Aktivseite ist das Anlagevermögen. Dieses verringerte sich von 20,45 Millionen Euro auf 19,26 Millionen Euro.
Davon entfallen 18,69 Millionen Euro auf Sachanlagen. Im Vorjahr waren es noch 19,88 Millionen Euro. Der Jahresabschluss nennt als Bewertungsgrundsatz planmäßige lineare und degressive Abschreibungen. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich jedoch nicht bestimmen, welcher Anteil des Rückgangs konkret auf Abschreibungen, Abgänge oder andere Veränderungen entfällt.
Forderungen gehen um mehr als 1,5 Millionen Euro zurück
Noch stärker veränderte sich das Umlaufvermögen. Es fiel von 3,79 Millionen auf 1,93 Millionen Euro und damit um rund 49 Prozent.
Vor allem die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen zurück. Ende Oktober 2024 standen hier noch 2,22 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Jahr später waren es lediglich 695.917 Euro – ein Rückgang um rund 1,53 Millionen Euro.
Auch die liquiden Mittel nahmen ab. Kassen- und Bankguthaben sanken von 1,57 Millionen auf 1,23 Millionen Euro. Das sind rund 333.000 Euro weniger als im Vorjahr.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten stieg dagegen deutlich von 27.408 Euro auf 150.613 Euro.
Eigenkapital bleibt bei 2,74 Millionen Euro
Beim Eigenkapital gab es laut Bilanz keine Veränderung. Sowohl 2024 als auch 2025 werden 2,74 Millionen Euro ausgewiesen. Der Betrag entspricht vollständig den Kapitalanteilen der Kommanditisten.
Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird jeweils mit 0 Euro ausgewiesen.
Weil gleichzeitig die Bilanzsumme gesunken ist, verbessert sich rechnerisch die Eigenkapitalquote: Sie steigt von rund 11,3 Prozent auf 12,8 Prozent.
Die Rückstellungen reduzierten sich ebenfalls – von 619.572 Euro auf 503.932 Euro.
Windkraftanlagen dienen als Kreditsicherheit
Die Bankfinanzierung ist umfangreich abgesichert. Laut Jahresabschluss wurden die Windkraftanlagen sicherungsübereignet. Darüber hinaus wurden bestehende und künftige Forderungen aus Einspeisevergütungen sowie Ansprüche aus Maschinen- und Betriebsunterbrechungsversicherungen und aus dem Poolvertrag abgetreten.
Die genannten Sicherheiten beziehen sich auf Bankverbindlichkeiten von 17.039.999 Euro.
Zusätzlich wurden Bankguthaben bis zu einer Höhe von 1.360.800 Euro verpfändet.
Damit sind wesentliche Vermögenswerte und Einnahmequellen des Windparks in die Kreditsicherung eingebunden.
Wartung und Pacht sorgen für weitere Verpflichtungen
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen längerfristige finanzielle Verpflichtungen aus dem Betrieb des Windparks.
Aus einem fünfjährigen Vollwartungsvertrag muss die Gesellschaft ein jährliches Mindestentgelt von 163.500 Euro leisten.
Hinzu kommen Nutzungsverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab Inbetriebnahme. Die jährlichen Pachtzahlungen hängen von den Einspeiseerlösen und Marktprämien ab. Unabhängig davon beträgt die vertraglich festgelegte Mindestpacht 131.244,95 Euro pro Jahr.
Allein aus diesen beiden Mindestbeträgen ergeben sich damit laufende Verpflichtungen von knapp 295.000 Euro jährlich, wobei die tatsächliche Pacht abhängig von den Erlösen höher ausfallen kann.
Keine Zweifel an Unternehmensfortführung
Im Anhang heißt es ausdrücklich, dass keine Zweifel an der Unternehmensfortführung bestehen.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Bürger-Windpark Wiemersdorf Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie verfügt über ein gezeichnetes Kapital von 25.000 Euro und ist selbst nicht am Gesellschaftskapital beteiligt. Die Kommanditeinlagen der Windparkgesellschaft belaufen sich auf 2,74 Millionen Euro.
Der Jahresabschluss wurde am 20. Mai 2026 festgestellt.
Unter dem Strich zeigt die Bilanz vor allem einen deutlichen Schuldenabbau: Die gesamten Verbindlichkeiten gingen um 2,81 Millionen Euro zurück, die Bankkredite um 1,62 Millionen Euro. Gleichzeitig schrumpften allerdings auch das Anlagevermögen, die Forderungen und die Bankguthaben. Mit 18,10 Millionen Euro bleiben die Verbindlichkeiten im Verhältnis zur Bilanzsumme von 21,34 Millionen Euro weiterhin der mit Abstand größte Posten auf der Passivseite.