Die Windpark Schönwalde-Altenkrempe GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen.
Unter dem Strich steht ein Jahresfehlbetrag von 472.489,69 Euro.
Bereits 2024 hatte die Gesellschaft rote Zahlen geschrieben. Damals belief sich der Verlust allerdings lediglich auf 140.001,35 Euro.
Damit hat sich der Jahresfehlbetrag innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht.
Umsatz bricht um mehr als 600.000 Euro ein
Ein wesentlicher Faktor ist die Entwicklung der Erlöse.
2024 hatte der Windpark noch Umsatzerlöse von 2.589.525 Euro erzielt.
2025 waren es nur noch 1.986.415 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 603.000 Euro beziehungsweise gut 23 Prozent.
Die Umsätze stammen nach Angaben der Gesellschaft ausschließlich aus der Einspeisung von Strom und wurden vollständig in Deutschland erzielt.
Andere Erträge verhindern noch höheren Verlust
Einen Teil dieses Einbruchs konnten höhere sonstige betriebliche Erträge auffangen.
Diese erhöhten sich von rund 168.000 Euro auf knapp 461.000 Euro.
Dahinter stehen vor allem Zahlungen im Zusammenhang mit Leistungsreduzierungen durch den Netzbetreiber beziehungsweise Direktvermarkter. Allein daraus wurden rund 342.000 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es 107.000 Euro.
Außerdem enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge periodenfremde Erträge von 61.000 Euro.
Ohne diesen deutlichen Anstieg der sonstigen Erträge wäre das Ergebnis entsprechend stärker belastet gewesen.
Abschreibungen von 1,74 Millionen Euro belasten Ergebnis
Der mit Abstand größte Aufwandsposten sind die Abschreibungen.
Sie beliefen sich 2025 auf 1.741.500 Euro und lagen damit praktisch exakt auf dem Niveau des Vorjahres.
Davon entfielen rund 1,65 Millionen Euro auf die technischen Anlagen und Maschinen sowie gut 95.000 Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.
Das ist für die Interpretation des Verlustes wichtig.
Abschreibungen bilden den bilanziellen Werteverzehr der Anlagen über ihre Nutzungsdauer ab. Sie sind deshalb nicht mit einem entsprechenden unmittelbaren Geldabfluss im jeweiligen Geschäftsjahr gleichzusetzen.
Der Jahresfehlbetrag von 472.490 Euro bedeutet also nicht, dass der Windpark 2025 in gleicher Größenordnung liquide Mittel verloren hat.
Anlagen stehen noch mit 12,6 Millionen Euro in der Bilanz
Anders als bei bereits weitgehend abgeschriebenen älteren Windparks steckt hier noch erhebliches Anlagevermögen in der Bilanz.
Die technischen Anlagen und Maschinen hatten ursprünglich Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten von rund 26,34 Millionen Euro.
Ende 2025 betrug ihr Buchwert noch 12,62 Millionen Euro.
Hinzu kommen immaterielle Vermögensgegenstände mit einem Buchwert von rund 731.000 Euro.
Insgesamt weist die Gesellschaft damit Anlagevermögen von 13,35 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 15,09 Millionen Euro.
Verlustvortrag wächst auf mehr als 2,2 Millionen Euro
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Eigenkapitals.
Bereits Ende 2024 bestand ein Verlustvortrag von 1.286.617 Euro.
In der Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden nun 1.759.107 Euro Verlustvortrag ausgewiesen. Der Jahresfehlbetrag 2025 von weiteren 472.489,69 Euro wurde nach Angaben der Gesellschaft anschließend ebenfalls in die Verlustvortragskonten eingestellt.
Damit erhöht sich der fortgeschriebene Verlustvortrag rechnerisch auf rund 2,23 Millionen Euro.
Das ist eine beträchtliche Summe.
Allerdings stehen dem weiterhin Rücklagen von knapp 9,96 Millionen Euro gegenüber.
Das ausgewiesene Eigenkapital zum Bilanzstichtag beträgt 8,21 Millionen Euro.
Fast fünf Millionen Euro auf Bankkonten
Auch die Liquiditätsposition fällt auf.
Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben von 4.941.074 Euro.
Ende 2024 waren es rund 5,26 Millionen Euro gewesen.
Hinzu kommen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von knapp 884.000 Euro.
Die hohe Liquidität relativiert zumindest die unmittelbare Bedeutung des bilanziellen Jahresverlustes. Sie ändert allerdings nichts daran, dass das operative Ergebnis 2025 deutlich schwächer ausgefallen ist.
Mehr als zehn Millionen Euro Bankschulden
Auf der anderen Seite stehen erhebliche Finanzverbindlichkeiten.
Ende 2025 schuldete die Gesellschaft Kreditinstituten noch 10,39 Millionen Euro.
Immerhin wurde diese Position gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Ende 2024 waren es noch knapp 11,58 Millionen Euro.
Damit wurden innerhalb eines Jahres rund 1,19 Millionen Euro Bankschulden abgebaut.
Von den verbliebenen Bankverbindlichkeiten werden rund 1,19 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Rund 9,21 Millionen Euro haben eine längere Restlaufzeit, davon etwa 4,45 Millionen Euro mehr als fünf Jahre.
Die Kredite sind vollständig besichert. Das Anlagevermögen wurde der finanzierenden Bank zur Sicherheit übereignet; außerdem sind Ansprüche aus der Stromerzeugung an die Bank abgetreten.
Wartung wird teurer
Auch bei den laufenden Kosten gibt es Verschiebungen.
Der gesamte Materialaufwand sank zwar von 521.000 auf rund 463.000 Euro.
Die Wartungskosten entwickelten sich jedoch in die andere Richtung: Sie stiegen von 270.000 auf 318.000 Euro.
Für die Betriebsführung wurden 60.000 Euro aufgewendet, für das Dienstleistungsentgelt im Zusammenhang mit der Einspeisung 58.000 Euro.
Hinzu kommen sonstige betriebliche Aufwendungen von 463.095 Euro. Darin enthalten sind unter anderem Pachtzahlungen von 266.000 Euro.
Auch Zinsen drücken das Ergebnis
Der Windpark trägt zudem weiterhin erhebliche Finanzierungskosten.
Die Zinsaufwendungen beliefen sich 2025 auf rund 266.663 Euro.
Im Vorjahr waren es noch gut 294.000 Euro.
Die sinkenden Zinsaufwendungen passen damit zur rückläufigen Bankverschuldung. Dennoch bleibt die Finanzierung ein erheblicher Kostenfaktor.
Vor Steuern stand schließlich ein Minus von 471.327 Euro. Nach Steuern erhöhte sich der Fehlbetrag geringfügig auf rund 472.490 Euro.
RheinEnergie hält 80,1 Prozent
Hinter dem Windpark stehen zwei bekannte Unternehmen aus der Energiewirtschaft.
Die RheinEnergie Windkraft GmbH hält 80,1 Prozent des Kommanditkapitals.
Die PROKON Regenerative Energien eG ist mit 19,9 Prozent beteiligt.
Damit ist die Windparkgesellschaft ein Tochterunternehmen der RheinEnergie Windkraft GmbH.
Die RheinEnergie Windkraft wiederum gehört zum RheinEnergie-Konzern, der in den Konzernabschluss der Stadtwerke Köln einbezogen wird.
Millionenumsätze mit RheinEnergie
Auch im laufenden Geschäft bestehen erhebliche Verbindungen zum Konzern.
Mit der RheinEnergie AG erzielte die Windparkgesellschaft 2025 nach eigenen Angaben 1,807 Millionen Euro Umsatzerlöse aus der Direktvermarktung.
Zusätzlich entstanden ein Dienstleistungsentgelt von 58.000 Euro und sonstige betriebliche Erträge von 8.000 Euro im Zusammenhang mit Leistungsreduzierungen.
Mit der RheinEnergie Windkraft GmbH bestand zudem ein Dienstleistungsvertrag, der einen Materialaufwand von 20.000 Euro verursachte.
Gemeinden erhalten 0,2 Cent je Kilowattstunde
Auch die betroffenen Kommunen werden finanziell am Betrieb der Windenergieanlagen beteiligt.
Die Gesellschaft verpflichtet sich, anteilig 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde an Gemeinden zu zahlen.
2025 führte diese Kommunalabgabe zu einer Belastung von rund 51.000 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen wird sie vom Netzbetreiber erstattet.
Verlust ist deutlich – eine akute Krise lässt sich daraus nicht ableiten
Der Jahresabschluss zeigt damit eine klar verschlechterte Ertragslage.
Der Umsatz ist um mehr als 600.000 Euro gefallen. Gleichzeitig erhöhte sich der Jahresfehlbetrag von 140.001 Euro auf 472.490 Euro. Zusammen mit den früheren Verlusten wächst der fortgeschriebene Verlustvortrag rechnerisch auf mehr als 2,2 Millionen Euro.
Das allein belegt jedoch keine akute finanzielle Schieflage.
Dem stehen Ende 2025 rund 8,21 Millionen Euro Eigenkapital, fast 4,94 Millionen Euro Bankguthaben und ein erheblicher Abbau der Bankverschuldung gegenüber. Gleichzeitig bleibt die Gesellschaft mit mehr als zehn Millionen Euro bei Kreditinstituten verschuldet.
Entscheidend für die kommenden Abschlüsse wird deshalb sein, ob sich die Einspeiseerlöse wieder erholen und ob der Windpark trotz hoher Abschreibungen und Finanzierungskosten wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann.
Für das Geschäftsjahr 2025 ist die Richtung dagegen eindeutig: weniger Umsatz, ein deutlich höherer Verlust – aber weiterhin eine vergleichsweise solide Eigenkapital- und Liquiditätsbasis.
Nach dem Bilanzstichtag meldet die Gesellschaft keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.