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Windpark Prützke II rutscht ins Minus: Stromerlöse brechen ein – Kredite sinken trotzdem kräftig

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Zahlen zeichnen damit ein zweigeteiltes Bild. Das operative Ergebnis verschlechtert sich deutlich, während der Abbau der langfristigen Finanzierung weiter voranschreitet.

Windpark Prützke II betreibt den gleichnamigen Windpark und ist damit – anders als eine reine Beteiligungsgesellschaft – unmittelbar im operativen Windparkgeschäft tätig.

Vom Gewinn in den Verlust

Die auffälligste Veränderung findet sich beim Jahresergebnis.

2024 hatte die Gesellschaft noch einen Jahresüberschuss von 36.622,57 Euro erzielt.

2025 steht dagegen ein Jahresfehlbetrag von 81.510,56 Euro.

Damit verschlechtert sich das Ergebnis innerhalb eines Jahres um insgesamt 118.133,13 Euro.

Die Gesellschaft plant, den vollständigen Fehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Gewinn des Vorjahres zuvor nahezu vollständig ausgeschüttet wurde.

Vorjahresgewinn wurde ausgeschüttet

Auf Grundlage eines Gesellschafterbeschlusses vom 28. Mai 2025 wurden 36.622,56 Euro aus dem 2024 erzielten Jahresüberschuss zu gleichen Teilen an die drei Gesellschafter ausgeschüttet.

Lediglich ein Cent verblieb im Gewinnvortrag.

Die Gesellschafter sind Grünwerke GmbH, Stadtwerke Hilden GmbH und MEGA GmbH. Das Haftkapital beträgt insgesamt lediglich 600 Euro; daneben bestehen unveränderte Rücklagen von 690.607,84 Euro.

Durch den neuen Verlust sinkt das gesamte Eigenkapital von 727.830,41 Euro auf 609.697,29 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 16,2 Prozent.

Stromverkauf bringt 176.000 Euro weniger

Der Ergebnisrückgang lässt sich zumindest teilweise anhand der Umsatzentwicklung erklären.

Die gesamten Umsatzerlöse sinken von 1.030.602,35 Euro auf 917.487,93 Euro.

Das entspricht einem Minus von 113.114,42 Euro beziehungsweise rund 11,0 Prozent.

Noch stärker fällt der Rückgang beim eigentlichen Stromverkauf aus.

Die Erlöse aus dem Verkauf von Strom an Dritte sinken von 995.654,95 Euro auf 819.890,26 Euro.

Das sind 175.764,69 Euro beziehungsweise rund 17,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Warum die Stromerlöse derart deutlich zurückgegangen sind, erläutert der vorliegende Abschluss nicht.

Insbesondere enthält er keine Angaben zur produzierten Strommenge oder zu den Windverhältnissen. Eine konkrete Ursache für den Rückgang sollte deshalb nicht unterstellt werden.

Redispatch-Entschädigungen springen kräftig nach oben

Teilweise aufgefangen wird der Rückgang der Stromerlöse durch deutlich höhere Entschädigungszahlungen.

Die Redispatch-Entschädigungen steigen von 34.947,40 Euro auf 97.597,67 Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 179 Prozent.

Damit erhält Windpark Prützke II fast 62.700 Euro mehr Redispatch-Entschädigungen als im Vorjahr.

Von den gesamten Umsatzerlösen sind außerdem 51.920,84 Euro periodenfremd.

Hinzu kommen sonstige betriebliche Erträge von 8.313,95 Euro, darunter 8.258,48 Euro Versicherungsentschädigungen.

Laufende Kosten steigen

Auf der Kostenseite erhöht sich der sonstige betriebliche Aufwand von 101.485,29 Euro auf 122.440,93 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 20,6 Prozent.

Besonders auffällig sind die Pachtkosten.

Sie steigen von 32.396,81 Euro auf 43.573,84 Euro – ein Plus von rund 34,5 Prozent.

Auch Dienst- und Fremdleistungen erhöhen sich von 7.790,19 Euro auf 10.972,12 Euro.

Neu beziehungsweise deutlich höher fallen zudem Gebühren und Beiträge mit 4.505 Euro sowie Rechts- und Beratungskosten von 4.308,48 Euro aus.

Die Gesellschaft erläutert, dass sämtliche für den Betrieb der Windkraftanlagen benötigten Grundstücke gepachtet sind. Für die kaufmännische Abwicklung und das Controlling besteht außerdem ein Dienstleistungsvertrag mit der Grünwerke GmbH.

Abschreibungen von fast 585.000 Euro

Ein wesentlicher Kostenblock bleibt die Abschreibung der Windenergieanlagen.

2025 werden 584.605,60 Euro abgeschrieben.

Dadurch sinkt der Buchwert des Sachanlagevermögens von rund 2,516 Millionen Euro auf 1,931 Millionen Euro.

Die ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten der technischen Anlagen liegen inzwischen bei rund 9,323 Millionen Euro.

Kumuliert wurden darauf bis Ende 2025 rund 7,392 Millionen Euro abgeschrieben. Damit sind bereits rund 79 Prozent der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten bilanziell abgeschrieben.

Die Gesellschaft setzt für ihre Windkraftanlagen und sonstigen Anlagen Nutzungsdauern zwischen zehn und 25 Jahren an.

Keine neuen Investitionen

Neue Investitionen in das Sachanlagevermögen gibt es 2025 nicht.

Allerdings werden Anlagen im Bau mit bisherigen Anschaffungskosten von 69.152,91 Euro vollständig in die technischen Anlagen umgebucht.

Dadurch erhöhen sich deren historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten entsprechend.

Das ist von einer echten Neuinvestition im Geschäftsjahr zu unterscheiden: Der Anlagespiegel weist für 2025 keine Zugänge aus.

Bankkredite sinken um 20 Prozent

Während das Ergebnis ins Minus dreht, macht die Entschuldung erhebliche Fortschritte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sinken von 2.265.592 Euro auf 1.812.464 Euro.

Das ist ein Rückgang um exakt 453.128 Euro beziehungsweise 20 Prozent.

Von den verbleibenden Bankkrediten sind 453.128 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 1.359.336 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht mehr.

Damit nähert sich die ursprüngliche Projektfinanzierung erkennbar ihrem späteren Tilgungsstadium.

Gesamtschulden sinken um 435.000 Euro

Auch die gesamten Verbindlichkeiten gehen deutlich zurück.

Sie sinken von 2.304.900,69 Euro auf 1.869.537,57 Euro.

Das entspricht einem Abbau um rund 435.363 Euro beziehungsweise 18,9 Prozent.

Neben den Bankkrediten bestehen Ende 2025 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 25.973,21 Euro sowie sonstige Verbindlichkeiten von 31.100,36 Euro.

Die Bankfinanzierung ist vollständig besichert. Nach Angaben des Unternehmens umfassen die Sicherheiten sämtliche Aktiva, Ansprüche aus laufenden Projektverträgen sowie Konten und ähnliche Vermögenswerte.

Bankguthaben steigt trotz Verlust und Tilgung

Bemerkenswert ist die Liquiditätsentwicklung.

Das Bankguthaben steigt von 379.373,51 Euro auf 451.594,06 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 72.221 Euro beziehungsweise 19,0 Prozent.

Das ist deshalb interessant, weil gleichzeitig mehr als 453.000 Euro Bankkredite abgebaut wurden und der Vorjahresgewinn ausgeschüttet wurde.

Der Abschluss enthält allerdings keine Kapitalflussrechnung. Deshalb lässt sich aus den veröffentlichten Angaben allein nicht vollständig rekonstruieren, welche Zahlungsströme zu dieser Entwicklung geführt haben.

Bilanzsumme schrumpft um 17 Prozent

Der fortschreitende Abschreibungs- und Tilgungsprozess zeigt sich auch an der Gesamtbilanz.

Die Bilanzsumme fällt von 3,218 Millionen Euro auf 2,671 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 17,0 Prozent.

Der größte Faktor auf der Aktivseite ist der sinkende Buchwert der Windenergieanlagen.

Auf der Passivseite steht dem vor allem der erhebliche Abbau der Bankfinanzierung gegenüber.

Die Eigenkapitalquote bleibt trotz des Jahresverlustes mit rechnerisch rund 22,8 Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von rund 22,6 Prozent. Ursache ist, dass die gesamte Bilanzsumme ebenfalls deutlich schrumpft.

Rückbau wird zunehmend berücksichtigt

Für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen bestehen Rückstellungen von 176.864,49 Euro.

Im Vorjahr waren es 162.760,54 Euro.

Damit steigt die Rückbauvorsorge um rund 14.104 Euro.

Zusätzlich befinden sich unter den sonstigen Vermögensgegenständen 153.611,90 Euro Sicherheitsleistungen. Sie dienen nach Angaben des Unternehmens als Zahlungsgarantie für die Rückbauverpflichtung im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung.

Die Rückbauverpflichtung wird unter Berücksichtigung einer Kostensteigerung von 2,1 Prozent sowie laufzeitabhängiger Abzinsungssätze berechnet.

Langfristige Pacht- und Dienstleistungsverpflichtungen bleiben

Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere langfristige finanzielle Verpflichtungen.

Die Gesellschaft nennt jährliche Pachtaufwendungen von rund 52.300 Euro für Verträge bis 2028, rund 38.600 Euro bis 2032 und rund 27.100 Euro bis 2037.

Daneben bestehen sonstige jährliche finanzielle Verpflichtungen von 180.522 Euro bis 2027, 45.522 Euro bis 2032 und 21.600 Euro bis 2038.

Diese Beträge sind für die langfristige Betrachtung relevant, obwohl sie nicht als normale Verbindlichkeiten in der Bilanz stehen.

Keine Hinweise auf besondere Ereignisse nach Jahresende

Der Jahresabschluss wurde weiterhin unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Nach Angaben der Gesellschaft sind nach dem Bilanzstichtag zudem keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingetreten.

Der Jahresfehlbetrag von 81.510,56 Euro soll vollständig auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Ertragslage schwächer, Finanzierung wird leichter

Der Abschluss zeigt damit zwei gegenläufige Entwicklungen.

Operativ war 2025 schwächer: Der Stromverkauf bringt fast 176.000 Euro weniger ein, die gesamten Umsatzerlöse sinken um elf Prozent und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen um gut 20 Prozent. Aus einem Gewinn von 36.623 Euro wird deshalb ein Verlust von 81.511 Euro.

Finanziell schreitet die Entschuldung dagegen deutlich voran. Die Bankkredite sinken um 453.128 Euro beziehungsweise 20 Prozent. Gleichzeitig steigt das Bankguthaben auf rund 452.000 Euro.

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