Als Bayern-Fan ist man Siege gewohnt. Aber es gibt diese Spiele, bei denen man nach dem Abpfiff weniger über schönen Fußball spricht als über die drei Punkte. Das 2:1 des FC Bayern München beim Aufsteiger SV Elversberg gehört definitiv in diese Kategorie.
Natürlich: Gewonnen ist gewonnen. Drei Punkte sind drei Punkte. Trotzdem hätte man sich als Bayern-Anhänger gegen einen Aufsteiger einen deutlich souveräneren Auftritt gewünscht.
Elversberg macht es den Bayern schwer
Wer erwartet hatte, dass der Rekordmeister beim Bundesliga-Neuling kurzen Prozess macht, wurde enttäuscht. Elversberg hielt dagegen und machte den Münchnern das Leben erstaunlich schwer.
Aus Bayern-Sicht war es eines dieser Spiele, bei denen man sich vor dem Fernseher irgendwann fragt: Warum machen wir es uns eigentlich so kompliziert?
Am Ende steht ein 2:1-Auswärtssieg. Darüber darf man sich freuen. Doch über die Art und Weise wird intern sicherlich gesprochen werden müssen.
Genau solche Spiele muss ein Meister gewinnen
Auf der anderen Seite zeigt gerade ein solcher Arbeitssieg eine Qualität, die im Kampf um die Meisterschaft entscheidend sein kann. Eine Saison besteht eben nicht nur aus Fußballfesten und klaren Siegen. Manchmal muss man sich drei Punkte erarbeiten.
Und genau das haben die Bayern getan.
Als Fan nehme ich deshalb lieber ein hässliches 2:1 und drei Punkte mit nach München als ein spektakuläres Spiel, nach dem man sich mit einem Unentschieden zufriedengeben muss.
Trotzdem gilt: Gegen einen Aufsteiger muss der FC Bayern eigentlich dominanter auftreten.
Leipzig setzt gleichzeitig ein Ausrufezeichen
Dass RB Leipzig zuvor den Hamburger SV mit 5:0 besiegt hat, macht den knappen Bayern-Erfolg noch auffälliger. Leipzig setzt ein deutliches Ausrufezeichen, während sich München in Elversberg zum Sieg mühen muss.
Als Bayern-Fan sollte man sich davon allerdings nicht verrückt machen lassen. Meisterschaften werden nicht danach vergeben, wer an einem einzelnen Spieltag den höchsten Sieg einfährt.
Entscheidend ist, regelmäßig zu gewinnen – gerade auch an Tagen, an denen spielerisch nicht alles funktioniert.
Drei Punkte – und weiter
Unter dem Strich bleibt deshalb vor allem Erleichterung. Bayern hat gewonnen, die Pflicht erfüllt und die drei Punkte geholt.
Schön war es nicht. Souverän war es ebenfalls nicht. Aber vielleicht sind es am Ende der Saison genau diese knappen Siege, an die man sich erinnert, wenn die entscheidenden Punkte zusammengezählt werden.
Für uns Bayern-Fans heißt es deshalb: kurz durchatmen, drei Punkte einpacken und weiter.
Denn eines ist ebenfalls klar: Beim nächsten Mal darf es gerne wieder etwas weniger spannend sein.