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Betrugswarnung: Gefälschte Finanzministerium-Mails locken mit der Familienbeihilfe

digipictures (CC0), Pixabay

Kriminelle versuchen derzeit, mit gefälschten E-Mails im Namen des österreichischen Finanzministeriums an persönliche Daten und die Zugangsdaten zum Onlinebanking zu gelangen. Als Köder dient die Familienbeihilfe. Den Empfängern wird vorgetäuscht, dass es Probleme mit der Auszahlung gegeben habe und deshalb dringend persönliche Daten überprüft werden müssten.

Wer eine solche Nachricht erhält, sollte keinesfalls auf den enthaltenen Link klicken und dort keine persönlichen Daten oder Bankzugänge eingeben.

Angebliche Probleme bei der Familienbeihilfe

Die Betrüger behaupten in den E-Mails, dass bei einigen Berechtigten die Familienbeihilfe nicht ausgezahlt werden konnte. Als Grund nennen sie einen möglichen Missbrauch persönlicher Daten. Angeblich könnten staatliche Leistungen unrechtmäßig beantragt oder auf fremde Konten umgeleitet worden sein.

Um weitere Probleme zu verhindern, sollen die Empfänger ihre persönlichen Daten und Kontoinformationen überprüfen. Gleichzeitig wird Druck aufgebaut: Die Überprüfung müsse bis zum Ende der Woche erfolgen. Andernfalls könne die nächste Auszahlung der Familienbeihilfe möglicherweise nicht garantiert werden.

Ein Button mit einer Aufforderung wie „Jetzt Daten überprüfen und sichern“ soll die Betroffenen auf eine Internetseite führen.

Genau hier beginnt die eigentliche Phishing-Falle.

Gefälschtes Portal sieht offiziell aus

Nach einem Klick auf den Link gelangen Betroffene auf eine gefälschte Internetseite. Dort wird der Eindruck vermittelt, die Überprüfung erfolge über FinanzOnline.

Zunächst werden zahlreiche persönliche Informationen verlangt, darunter:

  • Vor- und Nachname
  • Geburtsdatum
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • Anschrift
  • Name der Bank

Anschließend sollen die Nutzer ihre Bank auswählen. Danach erscheint eine Anmeldeseite, die dem echten Onlinebanking der jeweiligen Bank täuschend ähnlich sehen kann.

Dort sollen Benutzername beziehungsweise Zugangsdaten und Passwort eingegeben werden. Diese Informationen landen jedoch nicht bei der Bank, sondern bei den Betrügern.

Damit könnten die Täter versuchen, Zugriff auf das tatsächliche Onlinebanking des Opfers zu bekommen.

Daran lässt sich die Betrugsmail erkennen

Ein wichtiges Warnzeichen ist bereits die Absenderadresse. Obwohl als Absender beispielsweise „Bundesministerium Finanzen“ erscheinen kann, stammen die Nachrichten tatsächlich von völlig anderen E-Mail-Adressen. Für die Betrugswelle werden offenbar auch kompromittierte Systeme unbeteiligter Unternehmen missbraucht.

Verdächtig ist außerdem die Internetadresse des angeblichen Prüfportals. Die verwendete Domain „finanzamt-familienbeihilfe-at.com“ gehört nicht zum österreichischen Finanzministerium. Sie wurde nach den vorliegenden Angaben erst am 18. August 2026 registriert.

Ein weiteres Warnsignal ist der erzeugte Zeitdruck. Wer glaubt, seine Familienbeihilfe könne schon in wenigen Tagen nicht mehr ausgezahlt werden, reagiert möglicherweise vorschnell. Genau darauf setzen die Täter.

Grundsätzlich sollten sensible Kontodaten oder Onlinebanking-Zugangsdaten niemals über einen Link eingegeben werden, der mit einer unerwarteten E-Mail zugeschickt wurde. Wer überprüfen möchte, ob tatsächlich eine Mitteilung vorliegt, sollte das betreffende Behördenportal selbst aufrufen.

Vorsicht vor einem zweiten Betrugsversuch

Besonders gefährlich: Nach einem erfolgreichen Phishing-Angriff kann ein zweiter Betrugsversuch folgen.

Dabei melden sich beispielsweise angebliche Mitarbeiter einer Bank und behaupten, sie hätten den Betrug bemerkt oder könnten bereits verlorenes Geld zurückholen. Tatsächlich können dahinter erneut Kriminelle stecken.

Sie nutzen dabei aus, dass die Betroffenen bereits verunsichert sind und möglicherweise dringend versuchen, ihr Geld zu retten. Deshalb sollte man auch nach einem Phishing-Vorfall bei unerwarteten Anrufen, E-Mails oder Nachrichten besonders vorsichtig sein.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wer lediglich eine solche E-Mail bekommen, aber keinen Link geöffnet und keine Daten eingegeben hat, sollte die Nachricht löschen.

Wer dagegen bereits persönliche Daten oder Onlinebanking-Zugangsdaten auf der gefälschten Seite eingegeben hat, sollte sofort seine Bank kontaktieren. Die Bank kann prüfen, ob das Konto oder der Onlinebanking-Zugang gesperrt werden muss.

Falls noch möglich, sollte außerdem das Passwort für das Onlinebanking geändert werden. Anschließend empfiehlt es sich, sämtliche Kontobewegungen besonders aufmerksam zu kontrollieren. Unbekannte Überweisungen oder andere verdächtige Vorgänge sollten der Bank unverzüglich gemeldet werden.

Darüber hinaus sollten Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten.

Die aktuelle Betrugswelle zeigt erneut, wie professionell Phishing inzwischen aufgebaut sein kann. Eine vertraut wirkende Behörde, die Angst vor dem Verlust einer staatlichen Leistung und eine angeblich dringende Frist sollen dafür sorgen, dass Empfänger möglichst schnell reagieren. Gerade bei solchen Nachrichten gilt deshalb: Nicht über den zugesandten Link handeln, sondern die betreffende Behörde oder Bank ausschließlich über die selbst aufgerufenen offiziellen Zugangswege kontaktieren.

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