Die Windpark Bliestorf GmbH hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von 10.267,02 Euro ausgewiesen. Damit hat sich das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr erheblich verschlechtert. 2024 hatte das Unternehmen lediglich einen Verlust von 1.575,71 Euro verbucht.
Der Fehlbetrag ist damit innerhalb eines Jahres um rund 8.691 Euro gestiegen und liegt mehr als sechsmal so hoch wie im Vorjahr.
Das wirkt sich auch auf das Eigenkapital aus. Dieses sank zum 31. Dezember 2025 auf 191.026,67 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 201.293,69 Euro.
Trotz des Verlustes verfügt die Gesellschaft bilanziell weiterhin über eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalausstattung. Bei einer Bilanzsumme von 201.071,35 Euro entsprechen die rund 191.027 Euro Eigenkapital etwa 95 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Die Kapitalstruktur wird insbesondere durch das gezeichnete Kapital von 25.000 Euro und eine Kapitalrücklage von 180.300 Euro geprägt. Dem stehen ein Verlustvortrag von 4.006,31 Euro sowie der Jahresfehlbetrag von 10.267,02 Euro gegenüber.
Auffällig ist die Entwicklung der liquiden Mittel. Zum Jahresende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über Bankguthaben von 21.078,33 Euro. Ende 2025 waren es lediglich 900,67 Euro.
Damit gingen die ausgewiesenen Bankguthaben innerhalb eines Jahres um mehr als 20.000 Euro beziehungsweise rund 96 Prozent zurück.
Gleichzeitig stiegen allerdings die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erheblich. Ende 2024 belief sich diese Bilanzposition lediglich auf 115,36 Euro. Zum 31. Dezember 2025 waren es 20.070,68 Euro.
Damit hat sich innerhalb des Umlaufvermögens vor allem die Zusammensetzung verändert: Während 2024 fast das gesamte Umlaufvermögen aus Bankguthaben bestand, entfällt Ende 2025 der überwiegende Teil auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.
Das gesamte Umlaufvermögen blieb dadurch nahezu stabil. Es sank lediglich von 21.193,69 Euro auf 20.971,35 Euro.
Den größten Posten auf der Aktivseite bilden weiterhin Finanzanlagen von 180.100 Euro. Ihr Wert blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Nach Angaben im Anhang handelt es sich dabei um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Damit entfallen knapp 90 Prozent der gesamten Vermögenswerte der Windpark Bliestorf GmbH auf diese Finanzanlagen. Die Bilanz des Unternehmens wird folglich wesentlich durch die Beteiligung beziehungsweise Beteiligungen an verbundenen Unternehmen bestimmt.
Welche Gesellschaften sich konkret hinter diesen Finanzanlagen befinden und wie sie sich wirtschaftlich entwickelt haben, lässt sich aus den vorliegenden Angaben des Jahresabschlusses nicht entnehmen.
Auch die Bilanzsumme hat sich insgesamt kaum verändert. Sie sank von 201.293,69 Euro Ende 2024 auf 201.071,35 Euro Ende 2025. Das entspricht lediglich einem Rückgang von rund 222 Euro.
Dass die Bilanzsumme trotz eines Jahresverlustes von mehr als 10.000 Euro nahezu konstant geblieben ist, hängt insbesondere mit Veränderungen auf der Passivseite zusammen.
Erstmals werden zum Jahresende 2025 Rückstellungen in Höhe von 8.500 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr war an dieser Stelle kein Betrag angegeben.
Hinzu kommen Verbindlichkeiten von 1.544,68 Euro. Diese haben vollständig eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Auch hier weist die Vergleichsspalte für 2024 keinen Betrag aus.
Insgesamt stehen dem Eigenkapital damit zum Jahresende Rückstellungen und Verbindlichkeiten von rund 10.045 Euro gegenüber.
Haftungsverhältnisse bestehen nach Angaben des Unternehmens nicht.
Aus dem veröffentlichten Jahresabschluss lässt sich allerdings nur eingeschränkt erkennen, wodurch der deutlich höhere Jahresverlust 2025 entstanden ist. Die Gesellschaft veröffentlicht im vorliegenden Abschluss keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit einzelnen Aufwands- und Ertragspositionen.
Im Anhang wird lediglich darauf hingewiesen, dass die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert wird. Welche Aufwendungen konkret für den Fehlbetrag von 10.267,02 Euro verantwortlich waren, geht aus den vorliegenden Angaben daher nicht hervor.
Auch die Bezeichnung „Windpark Bliestorf GmbH“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass auf Ebene dieser Gesellschaft selbst ein Windpark betrieben und entsprechende operative Umsätze erzielt werden. Die Bilanzstruktur weist vielmehr einen sehr hohen Anteil von Finanzanlagen aus. Ohne weitere Unternehmensunterlagen sollte deshalb nicht über die konkrete operative Struktur oder die Ursachen des Verlustes spekuliert werden.
Die Gesellschaft beschäftigt nach eigenen Angaben keine Arbeitnehmer.
Im Laufe des Jahres 2025 gab es zudem Veränderungen in der Geschäftsführung. Seit dem 19. November 2025 werden Jens Petry und Heiko Weßel, jeweils als Angestellte einer Kapitalverwaltungsgesellschaft bezeichnet, als Geschäftsführer genannt.
Andreas Ochsenkühn und Konrad Lindner, ebenfalls als Angestellte einer Kapitalverwaltungsgesellschaft bezeichnet, gehörten der Geschäftsführung bis zum 18. November 2025 an.
Damit fand zum 19. November ein vollständiger Wechsel der im Jahresabschluss genannten Geschäftsführung statt.
Die Gesellschaft weist zudem darauf hin, dass den Geschäftsführern im Geschäftsjahr weder Vorschüsse noch Kredite gewährt wurden.
Die Windpark Bliestorf GmbH hat ihren Sitz in Grünwald und ist unter der Nummer HRB 277299 beim Amtsgericht München im Handelsregister eingetragen. Nach den Angaben im Jahresabschluss handelt es sich gemäß § 267 Absatz 1 Handelsgesetzbuch um eine kleine Kapitalgesellschaft. Sie nimmt teilweise die für solche Unternehmen vorgesehenen Erleichterungsvorschriften in Anspruch.
Der Jahresabschluss wurde am 31. März 2026 von der Geschäftsführung aufgestellt und am 27. Mai 2026 festgestellt.
Unter dem Strich zeigt die Bilanz für 2025 ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite steht ein deutlich gestiegener Jahresfehlbetrag und ein kräftiger Rückgang der unmittelbar verfügbaren Bankguthaben. Auf der anderen Seite verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine hohe bilanzielle Eigenkapitalquote und weist lediglich geringe Verbindlichkeiten aus.
Besonders interessant für die weitere Entwicklung dürfte sein, wie sich die mit 180.100 Euro bilanzierten Beteiligungen entwickeln und ob die Gesellschaft nach dem deutlich höheren Fehlbetrag 2025 künftig wieder ein ausgeglicheneres Ergebnis erreicht.
Aus dem Jahresabschluss allein lässt sich dazu noch keine Prognose ableiten.