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Windpark Chüden Eins UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG: 1,3 Millionen Euro Verlustanteil – Schulden sinken um fast eine Million Euro

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Chüden Eins UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG weist auch zum Jahresende 2025 kein positives Eigenkapital aus. Stattdessen steht auf der Aktivseite ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von 1,30 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Fehlbetrag nochmals leicht erhöht. Gleichzeitig gelang es der Gesellschaft, ihre Verbindlichkeiten um mehr als 900.000 Euro zurückzuführen.

Die Bilanzsumme sank zum 31. Dezember 2025 auf 8,72 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,62 Millionen Euro. Damit verringerte sich die Bilanzsumme um rund 896.000 Euro beziehungsweise gut neun Prozent.

Den größten Vermögensposten bildet weiterhin das Anlagevermögen. Dieses ging von 6,87 Millionen Euro auf 6,02 Millionen Euro zurück. Davon entfallen rund 6,01 Millionen Euro auf Sachanlagen. Die Finanzanlagen liegen unverändert bei 5.000 Euro.

Der Rückgang der Sachanlagen um rund 856.000 Euro ist vor dem Hintergrund der im Anhang beschriebenen planmäßigen Abschreibungen zu sehen. Die Anlagen werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bilanziert und linear abgeschrieben. Für die technischen Anlagen wird eine Nutzungsdauer von 16 Jahren zugrunde gelegt.

Das Umlaufvermögen blieb dagegen weitgehend stabil und erhöhte sich leicht von 747.746 Euro auf 753.896 Euro. Innerhalb dieser Position kam es jedoch zu gegenläufigen Entwicklungen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich von 220.429 Euro auf 194.414 Euro. Gleichzeitig verbesserten sich die liquiden Mittel. Der Kassen- und Bankbestand erhöhte sich von 527.317 Euro auf 559.483 Euro. Damit standen der Gesellschaft am Jahresende rund 32.000 Euro mehr liquide Mittel zur Verfügung als zwölf Monate zuvor.

Zusätzlich werden Rechnungsabgrenzungsposten von 651.005 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatten diese noch 703.511 Euro betragen.

Verlustanteil wächst auf mehr als 1,3 Millionen Euro

Der auffälligste Punkt der Bilanz bleibt die Eigenkapitalsituation. Auf der Passivseite wird kein positives Eigenkapital ausgewiesen. Stattdessen erscheint auf der Aktivseite der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten.

Dieser erhöhte sich von 1.296.552,53 Euro auf 1.302.244,63 Euro. Die Unterdeckung nahm damit 2025 um weitere 5.692,10 Euro zu.

Die Zahlen deuten somit darauf hin, dass sich die bereits bestehende negative Kapitalsituation im Geschäftsjahr nicht verbessert hat. Der zusätzliche Anstieg fällt allerdings wesentlich geringer aus als der bereits aus früheren Jahren vorhandene Fehlbetrag.

Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten. Daher lässt sich aus der Veröffentlichung nicht nachvollziehen, welche konkreten Erträge und Aufwendungen für die Veränderung des Verlustanteils verantwortlich waren.

Ebenso sollte aus dem bilanziellen Fehlbetrag allein keine Aussage über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit abgeleitet werden. Dafür wären insbesondere Informationen über laufende Zahlungsströme, Kreditlinien, Fälligkeiten und zukünftige Einnahmen erforderlich.

Verbindlichkeiten sinken auf 8,58 Millionen Euro

Positiv fällt die Entwicklung der Schulden auf. Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich von 9,50 Millionen Euro auf 8,58 Millionen Euro. Innerhalb eines Jahres wurden damit rund 917.826 Euro beziehungsweise knapp zehn Prozent der Verbindlichkeiten abgebaut.

Gemessen an der Bilanzsumme bleibt die Fremdfinanzierung dennoch sehr hoch. Die Verbindlichkeiten entsprechen rund 98 Prozent der Bilanzsumme, wobei dieser Vergleich aufgrund des auf der Aktivseite ausgewiesenen nicht gedeckten Verlustanteils nur eingeschränkt als klassische Verschuldungskennzahl interpretiert werden sollte.

Von den Ende 2025 bestehenden Verbindlichkeiten haben 963.369,76 Euro eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Damit müssen gut elf Prozent der gesamten Verbindlichkeiten innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums bedient werden.

Weitere 3.969.120 Euro weisen eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren auf. Ein erheblicher Teil der Finanzierung ist somit langfristig angelegt.

Die Bankverbindlichkeiten sind vollständig durch branchenübliche Sicherheiten abgesichert. Dazu gehören insbesondere Pfandrechte an den Windkraftanlagen. Darüber hinaus wurden Forderungen aus bereits abgerechneten Stromlieferungen an die finanzierenden Kreditinstitute abgetreten.

Diese Sicherheitenstruktur ist für projektfinanzierte Windparks nicht ungewöhnlich: Die Windenergieanlagen selbst und die aus der Stromproduktion entstehenden Zahlungsansprüche bilden wesentliche Sicherheiten für die Finanzierung.

Liquidität verbessert sich leicht

Trotz der schwierigen Eigenkapitalsituation zeigt die Entwicklung der liquiden Mittel zumindest eine leichte Verbesserung. Die Bank- und Kassenbestände stiegen auf rund 559.000 Euro.

Den liquiden Mitteln von 559.483 Euro und Forderungen von 194.414 Euro stehen kurzfristige Verbindlichkeiten von rund 963.370 Euro gegenüber. Das zeigt, dass ein erheblicher Teil der kurzfristigen Verpflichtungen nicht allein durch die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen liquiden Mittel gedeckt wäre.

Für eine abschließende Beurteilung der Zahlungsfähigkeit reicht diese Stichtagsbetrachtung allerdings nicht aus. Gerade bei Windparkgesellschaften können laufende Stromerlöse und die konkreten Tilgungszeitpunkte der Projektfinanzierung erheblichen Einfluss auf die tatsächliche Liquidität haben.

Rückstellungen steigen um 18 Prozent

Während die Verbindlichkeiten zurückgingen, erhöhten sich die Rückstellungen. Sie stiegen von 118.690 Euro auf 140.275 Euro. Das entspricht einem Zuwachs um rund 21.585 Euro beziehungsweise gut 18 Prozent.

Nach Angaben des Anhangs werden die Rückstellungen auf Grundlage vernünftiger kaufmännischer Schätzung gebildet und berücksichtigen erkennbare Risiken sowie ungewisse Verpflichtungen. Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Rückstellungsarten enthält der vorliegende Abschluss nicht.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten befinden sich außerdem Steuerverbindlichkeiten von 34.841 Euro. Im Vorjahr waren es 27.385 Euro. Diese Position erhöhte sich damit um rund 27 Prozent.

Schuldenabbau trifft auf weiterhin fehlendes Eigenkapital

Insgesamt vermittelt der Jahresabschluss der Windpark Chüden Eins UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG ein gemischtes Bild.

Auf der positiven Seite steht insbesondere der deutliche Schuldenabbau. Innerhalb eines Jahres wurden die Verbindlichkeiten um rund 918.000 Euro reduziert. Gleichzeitig erhöhte sich der Bestand an liquiden Mitteln leicht auf rund 559.000 Euro.

Dem steht jedoch eine weiterhin problematische Eigenkapitalsituation gegenüber. Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil liegt inzwischen bei mehr als 1,30 Millionen Euro und hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht vergrößert. Positives Eigenkapital wird nicht ausgewiesen.

Für die kommenden Jahre dürfte daher entscheidend sein, ob die laufende Stromproduktion genügend Überschüsse erwirtschaftet, um einerseits die umfangreiche Fremdfinanzierung weiter zurückzuführen und andererseits die negative Kapitalsituation schrittweise abzubauen.

Der Rückgang der Verbindlichkeiten 2025 zeigt zumindest, dass ein erheblicher Teil der Finanzierung planmäßig oder anderweitig zurückgeführt werden konnte. Ob gleichzeitig genügend Ertragskraft vorhanden ist, um den hohen kumulierten Verlustanteil nachhaltig abzubauen, lässt sich aus den veröffentlichten Bilanz- und Anhangangaben jedoch nicht beurteilen.

Der Jahresabschluss der Windpark Chüden Eins UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG wurde am 27. Februar 2026 festgestellt.

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