Die Windpark Buchhainer Heide GmbH & Co. Betriebs-KG weist für das Geschäftsjahr 2025 eine deutlich angespannte Eigenkapitalsituation aus. Während Ende 2024 noch positive Kapitalanteile von 170.714,86 Euro vorhanden waren, steht zum 31. Dezember 2025 ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von 1,88 Millionen Euro in der Bilanz. Im Anhang bezeichnet die Gesellschaft ihre Situation ausdrücklich als bilanziell überschuldet. Die Geschäftsführung geht dennoch von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit aus und erwartet, den Fehlbetrag mit zukünftigen Gewinnen ausgleichen zu können.
Die Bilanzsumme verringerte sich im Geschäftsjahr von 19,82 Millionen Euro auf 18,11 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,71 Millionen Euro beziehungsweise knapp neun Prozent. Gleichzeitig gingen sowohl das Anlagevermögen als auch die liquiden Mittel deutlich zurück.
Das Anlagevermögen bildet weiterhin den mit Abstand größten Teil des Vermögens. Es sank von 16,57 Millionen Euro auf 14,08 Millionen Euro. Nahezu der gesamte Betrag entfällt auf Sachanlagen, deren Buchwert von 16,57 Millionen Euro auf 14,08 Millionen Euro zurückging. Der Rückgang um rund 2,49 Millionen Euro dürfte im Wesentlichen auf die planmäßigen Abschreibungen zurückzuführen sein. Nach Angaben des Anhangs werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Das Finanzanlagevermögen spielt dagegen mit lediglich 812,50 Euro praktisch keine Rolle.
Auch beim Umlaufvermögen ist ein erheblicher Rückgang zu beobachten. Es verringerte sich von 1,56 Millionen Euro auf nur noch 641.374 Euro und damit um rund 59 Prozent. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen von 599.828 Euro auf 323.828 Euro zurück.
Noch deutlicher fiel die Entwicklung der Bankguthaben aus. Ende 2024 verfügte die Gesellschaft über 962.764 Euro bei Kreditinstituten. Ein Jahr später waren es nur noch 317.546 Euro. Damit sank die ausgewiesene Liquidität innerhalb eines Jahres um rund 645.000 Euro beziehungsweise 67 Prozent.
Gleichzeitig bestehen aktive Rechnungsabgrenzungsposten von rund 1,51 Millionen Euro, nach 1,69 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Position macht damit weiterhin einen erheblichen Teil der Aktivseite aus.
Besonders auffällig ist jedoch der erstmals ausgewiesene nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten von 1.880.753,59 Euro. Im Vorjahr hatte dieser noch bei null Euro gelegen.
Damit hat sich die Eigenkapitalsituation innerhalb nur eines Geschäftsjahres grundlegend verändert. Ende 2024 waren noch Kapitalanteile der Kommanditisten von 170.714,86 Euro ausgewiesen. Zum Jahresende 2025 ist dieses Eigenkapital vollständig aufgezehrt und darüber hinaus ein erheblicher Fehlbetrag entstanden.
Der Anhang formuliert die Situation entsprechend deutlich: Die Gesellschaft sei aufgrund dieses Fehlbetrags bilanziell überschuldet.
Dies bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Gesellschaft ihre Tätigkeit einstellen muss oder zahlungsunfähig ist. Die Geschäftsführung erklärt ausdrücklich, von der Fortführung des Unternehmens auszugehen. Nach ihrer Einschätzung entwickelt sich die Gesellschaft plangemäß. Der entstandene Fehlbetrag soll durch zukünftige Gewinne wieder ausgeglichen werden.
Wie genau der starke Eigenkapitalverzehr 2025 entstanden ist, lässt sich aus den vorliegenden Bilanzangaben allein nicht vollständig nachvollziehen, da keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit den einzelnen Ertrags- und Aufwandspositionen vorliegt. Fest steht jedoch, dass sich die bilanzielle Eigenkapitalposition gegenüber dem Vorjahr um insgesamt mehr als zwei Millionen Euro verschlechtert hat.
Verbindlichkeiten weiterhin bei 17,7 Millionen Euro
Eine zentrale Position bleiben die hohen Verbindlichkeiten. Zwar konnten diese von 19,22 Millionen Euro auf 17,73 Millionen Euro reduziert werden. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,49 Millionen Euro beziehungsweise knapp acht Prozent. Gemessen an der Vermögens- und Eigenkapitalsituation bleibt die Fremdfinanzierung jedoch sehr hoch.
Zudem hat sich die Laufzeitenstruktur verändert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr erhöhten sich von 2,43 Millionen Euro auf 3,21 Millionen Euro. Damit stieg gerade jener Teil der Schulden, der vergleichsweise zeitnah bedient werden muss, um rund 780.000 Euro.
Die längerfristigen Verbindlichkeiten gingen dagegen von 16,79 Millionen Euro auf 14,52 Millionen Euro zurück. Davon weisen rund 3,79 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren auf. Im Vorjahr waren es noch 6,11 Millionen Euro.
Die Finanzierung ist umfangreich besichert. Als Sicherheiten dienen unter anderem 13 Windenergieanlagen einschließlich ihrer Nebeneinrichtungen. Darüber hinaus wurden Einspeisevergütungen abgetreten, verschiedene Konten verpfändet sowie Rechte und Ansprüche aus wesentlichen Verträgen als Sicherheiten eingeräumt.
Neben den Verbindlichkeiten bestehen Rückstellungen von 384.063 Euro. Diese gingen gegenüber den 435.736 Euro des Vorjahres um knapp zwölf Prozent zurück.
Positiver Marktwert eines Zinsgeschäfts
Interessant ist außerdem ein im Anhang beschriebenes derivatives Finanzinstrument. Bereits im Februar 2021 wurde ein Zinsbegrenzungsgeschäft in Form eines sogenannten Caps abgeschlossen. Für 2025 wird ein Umfang von einer Million Euro angegeben.
Zum 31. Dezember 2025 hatte dieses Finanzinstrument nach der Market-to-Market-Methode einen positiven beizulegenden Wert von 324.899,64 Euro zugunsten der Gesellschaft. Aufgrund des positiven Marktwertes erfolgte nach den Angaben des Abschlusses keine Passivierung.
Damit verfügt die Gesellschaft zumindest aus diesem Zinsabsicherungsgeschäft über eine wirtschaftlich positive Position, auch wenn sich diese nicht als entsprechender Vermögenswert in der dargestellten Bilanz niederschlägt.
Liquidität sinkt deutlich
Neben der bilanziellen Überschuldung verdient die Entwicklung der verfügbaren Bankguthaben besondere Aufmerksamkeit. Während die Verbindlichkeiten weiterhin im zweistelligen Millionenbereich liegen, stehen zum Bilanzstichtag lediglich rund 318.000 Euro Bankguthaben zur Verfügung.
Dabei darf allerdings nicht allein der Bankbestand betrachtet werden. Zusätzlich verfügt die Gesellschaft über Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 324.000 Euro. Dennoch hat sich die unmittelbar ausgewiesene Liquiditätsposition gegenüber dem Vorjahr erheblich reduziert.
Gleichzeitig sind die kurzfristigen Verbindlichkeiten deutlich gestiegen. Rein bilanziell stehen einem Umlaufvermögen von rund 641.000 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten von rund 3,21 Millionen Euro gegenüber. Rechnungsabgrenzungsposten und weitere Positionen müssen bei einer umfassenden Liquiditätsbeurteilung zwar ebenfalls berücksichtigt werden; die Zahlen zeigen dennoch eine vergleichsweise hohe kurzfristige Verpflichtungsstruktur.
Eine Zahlungsunfähigkeit lässt sich daraus ausdrücklich nicht ableiten. Dafür wären detaillierte Informationen zu Zahlungszeitpunkten, Cashflows, Kreditlinien, laufenden Einnahmen und Finanzierungsvereinbarungen erforderlich, die der vorliegende Jahresabschluss nicht liefert.
Geschäftsführung setzt auf zukünftige Gewinne
Der entscheidende Punkt des Jahresabschlusses ist deshalb die Einschätzung der Geschäftsführung zur Fortführung des Unternehmens. Trotz des nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Fehlbetrags von 1,88 Millionen Euro wird von einer Fortsetzung der Geschäftstätigkeit ausgegangen.
Nach Darstellung im Anhang entwickelt sich die Gesellschaft „plangemäß“. Die entstandene Unterdeckung soll durch zukünftige Gewinne beseitigt werden. Ob und innerhalb welchen Zeitraums dies erreicht werden kann, wird in den veröffentlichten Angaben nicht näher quantifiziert.
Die Gesellschaft beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer. Die Geschäftsführung erfolgt über die Komplementärgesellschaft. Darüber hinaus bestehen Forderungen aus anrechenbarer Kapitalertragsteuer gegenüber Kommanditisten von 13.570,28 Euro. Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr belaufen sich auf 42.857,05 Euro.
Insgesamt zeigt der Jahresabschluss 2025 der Windpark Buchhainer Heide GmbH & Co. Betriebs-KG eine deutlich verschärfte bilanzielle Situation. Positiv ist, dass die Gesamtverbindlichkeiten um knapp 1,5 Millionen Euro reduziert werden konnten und auch die langfristigen Verpflichtungen zurückgingen. Dem stehen jedoch ein vollständiger Verzehr des positiven Eigenkapitals, ein nicht gedeckter Verlustanteil von 1,88 Millionen Euro, deutlich gesunkene Bankguthaben sowie höhere kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber.
Damit dürfte die weitere wirtschaftliche Entwicklung insbesondere davon abhängen, ob die Windenergieanlagen ausreichend laufende Überschüsse erwirtschaften, um den Fehlbetrag tatsächlich schrittweise abzubauen und gleichzeitig den Schuldendienst sicherzustellen.
Der berichtigte Jahresabschluss wurde am 3. Juli 2026 festgestellt.