Für den traditionsreichen Batteriehersteller Varta zeichnet sich das Ende in seiner bisherigen Form ab. Nach übereinstimmenden Medienberichten haben sich die wichtigsten Gläubiger gegen eine weitere finanzielle Rettung des Unternehmens entschieden. Stattdessen soll der Konzern zerschlagen und die einzelnen Geschäftsbereiche neu geordnet werden.
Im Mittelpunkt der Pläne steht das profitable Geschäft mit Haushaltsbatterien. Dieser Unternehmensbereich soll aus dem bisherigen Konzern herausgelöst und unter einer neuen Eigentümerstruktur weitergeführt werden. Für die übrigen Sparten zeichnet sich dagegen eine ungewisse Zukunft ab.
Nach Angaben der Gläubiger benötigt Varta kurzfristig zusätzliche Finanzmittel in zweistelliger Millionenhöhe, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus wären umfangreiche Kapitalmaßnahmen erforderlich, um das Unternehmen dauerhaft zu stabilisieren. Trotz intensiver Verhandlungen mit Investoren und weiteren Beteiligten sei es jedoch nicht gelungen, die notwendige Finanzierung sicherzustellen.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens bestehen bereits seit mehreren Jahren. Besonders schwer traf Varta der Verlust seines wichtigsten Kunden Apple. Das Unternehmen hatte wiederaufladbare CoinPower-Knopfzellen für die AirPods-Kopfhörer des US-Technologiekonzerns produziert. Nachdem Apple seine Lieferbeziehungen neu ausgerichtet hatte, brachen wichtige Aufträge weg. In der Folge kündigte Varta den Abbau von rund 350 Arbeitsplätzen an den Standorten Ellwangen und Nördlingen an.
Zusätzlich belasteten ein schwächerer US-Dollar sowie der zunehmende internationale Wettbewerbsdruck das Geschäft. Bereits im Juli 2024 leitete Varta ein Sanierungsverfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) ein. Im Frühjahr 2025 erklärte das Unternehmen noch, die finanzielle und strategische Neuaufstellung erfolgreich abgeschlossen zu haben. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausgereicht haben, um den Konzern dauerhaft zu stabilisieren.
Für die Beschäftigten bedeutet die Entscheidung der Gläubiger eine Phase großer Unsicherheit. Während das Geschäft mit Haushaltsbatterien offenbar fortgeführt werden soll, ist offen, wie es mit den übrigen Geschäftsbereichen und den betroffenen Arbeitsplätzen weitergeht. Auch mögliche Investoren oder Käufer für einzelne Unternehmensteile wurden bislang nicht bekanntgegeben.
Die geplante Zerschlagung markiert einen tiefen Einschnitt für eines der bekanntesten Batterieunternehmen Deutschlands. Varta galt über Jahrzehnte als Synonym für Batterietechnologie und war insbesondere im Bereich Mikrobatterien und Energiespeicher international erfolgreich. Nun steht der Konzern vor seiner wohl größten Umstrukturierung in der Unternehmensgeschichte.