Kund:innen der Erste Bank geraten derzeit verstärkt ins Visier von Betrügern. Die Täter kombinieren Telefonanrufe, WhatsApp-Nachrichten und gefälschte Sicherheitswarnungen, um Zugriff auf Online-Banking-Konten zu erhalten.
Besonders perfide: Die Kriminellen nutzen echte Namen, echte Telefonnummern und täuschend glaubwürdige Nachrichten.
So beginnt der Betrug
Der Angriff startet mit einem Telefonanruf. Im Display erscheint dabei scheinbar eine offizielle Nummer der Erste Bank. Möglich wird das durch sogenanntes „Call-ID-Spoofing“, bei dem Rufnummern technisch gefälscht werden.
Am Telefon meldet sich ein angeblicher Bankmitarbeiter. Dieser behauptet, eine verdächtige Abbuchung entdeckt oder verhindert zu haben. Zur Sicherheit müsse nun der Zugang überprüft werden. Kurz darauf kündigt der Anrufer eine WhatsApp-Nachricht mit weiteren Informationen an.
WhatsApp-Nachricht wirkt täuschend echt
Wenig später erhalten die Opfer eine Nachricht mit:
- Logo der Erste Bank
- korrektem Nachnamen
- professioneller Formulierung
- echtem Mitarbeiternamen
Die Nachricht fordert dazu auf, an einem Bankomaten einen Aktivierungs-QR-Code für „George“ zu erzeugen und diesen anschließend per Foto über WhatsApp zu senden.
Genau darin liegt die Falle.
QR-Code öffnet den Tätern den Zugang
Wer den QR-Code verschickt, ermöglicht den Kriminellen die Aktivierung eines neuen Zugangs zum Online-Banking-System „George“.
Dadurch können die Täter:
- Konten übernehmen
- Überweisungen durchführen
- Sicherheitsdaten ändern
- auf persönliche Bankdaten zugreifen
Warum die Masche so gefährlich ist
Die Kombination aus:
- echtem Telefonanruf
- glaubwürdiger Erklärung
- nachfolgender WhatsApp-Nachricht
macht den Betrug besonders überzeugend. Viele Opfer gehen deshalb davon aus, tatsächlich mit ihrer Bank zu kommunizieren.
Daran lässt sich der Betrug erkennen
Verbraucherschützer und Banken warnen vor mehreren klaren Warnsignalen:
- Banken verschicken keine Sicherheitsanweisungen über WhatsApp.
- Kein Bankmitarbeiter fordert QR-Codes oder Aktivierungscodes per Messenger an.
- Zugangsdaten, TANs oder Freigabecodes werden niemals telefonisch abgefragt.
- Zeitdruck und angebliche Sicherheitsprobleme sind typische Phishing-Merkmale.
Was Betroffene sofort tun sollten
Wer einen QR-Code übermittelt hat, sollte umgehend handeln:
- sofort die Bank kontaktieren
- den Zugang zu „George“ sperren lassen
- Konto auf unbekannte Überweisungen prüfen
- Screenshots sichern
- Anzeige bei der Polizei erstatten
Die offizielle Hotline der Erste Bank lautet: 05 0100 20111.
Nur geantwortet? Meist noch kein Schaden
Wer lediglich auf die WhatsApp-Nachricht reagiert, aber keine QR-Codes oder Zugangsdaten weitergegeben hat, muss nach bisherigen Erkenntnissen meist keine unmittelbaren Folgen befürchten.
Dennoch gilt:
- Kontakt blockieren
- Nachricht löschen
- wachsam bleiben
Experten warnen zudem, dass ähnliche Methoden künftig auch bei anderen Banken eingesetzt werden könnten.