Der österreichische Unternehmer und frühere Signa-Gründer Rene Benko steht erneut vor Gericht. Wie das Landesgericht Innsbruck mitteilte, soll am 10. Dezember ein weiterer Prozess gegen den 48-Jährigen beginnen. Ein zweiter Verhandlungstag ist für den 16. Dezember angesetzt.
Die Staatsanwaltschaft wirft Benko vor, versucht zu haben, Vermögenswerte vor seinen Gläubigern zu verbergen. Konkret geht es um Luxusuhren und Bargeld in Höhe von rund 120.000 Euro, die Benko demnach angesichts der drohenden Insolvenz seiner Signa-Gruppe beiseitegeschafft haben soll. Der Vorwurf lautet auf versuchte Gläubigerschädigung.
Der frühere Immobilienunternehmer, einst einer der reichsten Männer Österreichs, steht seit Monaten im Zentrum zahlreicher Ermittlungen rund um den spektakulären Zusammenbruch der Signa Holding. Das milliardenschwere Firmengeflecht, zu dem unter anderem Beteiligungen an der Kaufhauskette Galeria und an Immobilienprojekten in mehreren europäischen Städten gehörten, war Ende 2023 in die Insolvenz geraten.
Benko, der sämtliche Vorwürfe bestreitet, steht bereits in einem anderen Verfahren in Innsbruck vor Gericht. Dabei geht es um mutmaßlich unzulässige Geldtransfers zwischen Gesellschaften seines Konzerns. Der nun angesetzte Dezember-Prozess ist ein weiterer juristischer Schritt in der Aufarbeitung des Signa-Debakels, das Investoren, Banken und öffentliche Institutionen schwer getroffen hat.
Mit dem neuen Verfahren rückt erneut die Frage in den Fokus, ob Benko in der Endphase seines Firmenimperiums versucht hat, private Vermögenswerte dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen. Das Urteil in diesem Fall könnte auch für mögliche zivilrechtliche Forderungen von Investoren und Gläubigern von Bedeutung sein.