Es klingt so harmlos: ein Becher Fruchtjoghurt zum Frühstück, ein cremiger Dessertbecher für zwischendurch, ein erfrischendes Molkegetränk am Nachmittag. Doch was viele nicht wissen: Hinter der scheinbar gesunden Fassade lauert oft eine wahre Zuckerbombe.
Eine aktuelle Studie der Salzburger SIPCAN-Initiative deckt auf: Jedes zweite heimische Milchprodukt ist deutlich überzuckert. Von 1.111 getesteten Joghurts, Desserts und Molkegetränken überschreitet die Hälfte die wissenschaftlich empfohlenen Höchstwerte von elf Gramm Zucker pro 100 Gramm – und das, obwohl die Industrie in den letzten 13 Jahren den Zuckergehalt um 20 Prozent gesenkt hat.
Die Folgen spürt vor allem die Bevölkerung: Laut Statistik Austria ist bereits jeder dritte Salzburger übergewichtig, mehr als 14 Prozent leiden sogar an krankhafter Fettleibigkeit. Zu viel Zucker wandert direkt auf die Hüften und wird im Körper als Fett gespeichert – mit fatalen Folgen. „Das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Depressionen oder orthopädische Leiden steigt enorm“, warnt Ernährungswissenschafter Manuel Schätzer.
Sein Appell: Wer auf die eigene Gesundheit achtet, sollte beim Griff ins Kühlregal genauer hinsehen. Besser sei es, Naturjoghurt selbst mit frischem Obst zu verfeinern und zu kleineren Verpackungen zu greifen. „Je weniger Zucker, desto besser – und jeder Löffel weniger ist ein Gewinn für die Gesundheit“, so Schätzer.
Im Kampf gegen die versteckten Zuckerfallen ist also auch der Konsument gefragt: Weniger Fertigprodukte, mehr Eigeninitiative – und schon wird aus dem Dessert ein Genuss ohne Reue.