Das Bundesverwaltungsgericht befasst sich heute mit der Nitratbelastung im Grundwasser der Ems. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klage gegen die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eingereicht. Der Vorwurf: Die Behörden haben es versäumt, effektive Maßnahmen zur Reduzierung der hohen Nitratwerte zu ergreifen, obwohl diese an mehreren Messstellen entlang der Ems regelmäßig und deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten liegen.
Fehlende Begründung für hohe Nitratwerte
Nach Angaben des DUH-Geschäftsführers Sascha Müller-Kraenner sei die Überschreitung der zulässigen Nitratgrenzwerte nicht ausreichend begründet. Er kritisiert, dass die zuständigen Landesregierungen die Problematik seit Jahren kennen, aber keine angemessenen Gegenmaßnahmen ergriffen haben. „Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist nicht nur ein ökologisches Problem, sondern gefährdet auch die Trinkwasserqualität“, so Müller-Kraenner. Die DUH fordert von den Ländern, endlich wirksame Schritte zur Verbesserung der Wasserqualität einzuleiten.
Weitreichende Folgen für den Umweltschutz
Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts könnte über den konkreten Fall hinaus eine Signalwirkung für ganz Deutschland haben. Denn nicht nur entlang der Ems, sondern auch an vielen anderen Messstellen im Bundesgebiet werden die zulässigen Nitratwerte regelmäßig überschritten. Sollte das Gericht der Klage der Umwelthilfe stattgeben, könnten bundesweit strengere Maßnahmen zur Reduzierung der Nitratbelastung erforderlich werden.
Landwirtschaft als Hauptverursacher
Die Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem auf den großflächigen Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft zurückzuführen. Nitrat ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Düngemittel und gelangt durch Regenfälle und Bodenversickerung ins Grundwasser. Eine übermäßige Anreicherung kann jedoch nicht nur die Trinkwasserqualität beeinträchtigen, sondern auch langfristig zu ökologischen Schäden in Flüssen und Seen führen.
Druck auf Landesregierungen wächst
Umweltverbände und Wasserschutzorganisationen fordern seit Jahren strengere Regeln für die Düngemittelverordnung und eine konsequentere Kontrolle der Landwirtschaftsbetriebe. Auch die Europäische Union hat Deutschland wiederholt wegen zu hoher Nitratwerte und unzureichender Schutzmaßnahmen kritisiert. Sollte das Bundesverwaltungsgericht die Klage der Deutschen Umwelthilfe unterstützen, könnten die betroffenen Bundesländer gezwungen sein, strengere Vorgaben für Landwirte zu erlassen und zusätzliche Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers umzusetzen.
Die endgültige Entscheidung des Gerichts wird mit Spannung erwartet, da sie weitreichende Folgen für den Gewässerschutz in Deutschland haben könnte.