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Einbruchgefahr im Herbst steigt: Warum Garagen, Keller und Gartenhäuser besonders gefährdet sind

katigori (CC0), Pixabay

Einbrecher haben nicht nur das Wohnhaus im Blick

Wenn die Tage kürzer werden und es am Nachmittag bereits dunkel wird, rückt das Thema Einbruchschutz wieder stärker in den Mittelpunkt.

Viele Hausbesitzer denken dabei zunächst an Fenster, Terrassentüren und die Eingangstür. Doch eine Schwachstelle wird häufig übersehen: die Nebengebäude.

In Garagen stehen hochwertige Fahrräder und E-Bikes. In Kellern lagern Werkzeuge, Sportausrüstung und andere Wertgegenstände. Gartenhäuser werden zunehmend als zusätzliche Abstellräume genutzt.

Für Einbrecher können solche Bereiche besonders attraktiv sein.

Denn während die Haustür häufig über ein gutes Schloss verfügt, wird die Garage manchmal nur schnell zugezogen. Auch Schuppen und Gartenhäuser sind nicht immer ausreichend gesichert.

Die Polizei warnt deshalb davor, den Schutz des eigenen Grundstücks auf das Wohngebäude zu beschränken.

Tausende Einbrüche in Schleswig-Holstein registriert

Wie groß das Problem ist, zeigen Zahlen des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein.

Im Jahr 2025 registrierte die Landespolizei insgesamt 2.486 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl.

In fast der Hälfte dieser Fälle blieb es nach Angaben einer LKA-Sprecherin beim Versuch.

Das bedeutet, dass die Täter nicht in jedem Fall erfolgreich in die betroffenen Wohnungen oder Häuser eindringen konnten.

Zusätzlich zählten die Ermittler 3.292 Einbrüche in Keller- und Bodenräume sowie Waschküchen.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich das Risiko nicht auf die eigentlichen Wohnräume beschränkt.

Gerade Nebenräume können für Kriminelle interessant sein, weil sie häufig weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Weniger Einbrüche, aber weiterhin hohe Schäden

Nach Angaben des Landeskriminalamts ist die Zahl der Einbrüche in Schleswig-Holstein über die vergangenen Jahre insgesamt zurückgegangen.

Warum sich dieser Trend entwickelt hat, lässt sich laut LKA allerdings nicht eindeutig erklären.

Auch der Versicherer Provinzial Nord bestätigt einen Rückgang.

Dennoch verursachen Einbrüche weiterhin erhebliche finanzielle Schäden.

Allein in Schleswig-Holstein regulierte die Provinzial Nord im Jahr 2025 mehr als 2.000 Schäden mit einer Gesamtsumme von rund 6,1 Millionen Euro.

Rechnerisch entspricht das einer Größenordnung von ungefähr 3.000 Euro pro Schadenfall. Da die genaue Fallzahl über 2.000 liegt, fällt der tatsächliche Durchschnitt etwas niedriger aus.

Für Betroffene kann der Schaden im Einzelfall allerdings deutlich höher liegen.

Vor allem dann, wenn mehrere hochwertige Fahrräder, E-Bikes oder teure Werkzeuge gestohlen werden.

Besonders betroffen: Hamburger Umland, Segeberg und Lübeck

Innerhalb Schleswig-Holsteins gibt es regionale Unterschiede.

Nach Angaben der Polizei werden seit Jahren besonders viele Einbrüche im Hamburger Umland sowie in Richtung Segeberg und Lübeck registriert.

Das Landeskriminalamt verweist dabei unter anderem auf organisierte Tätergruppierungen.

Nach Einschätzung der Ermittler nutzen solche Gruppen teilweise die Anonymität größerer Städte, um dort zu übernachten und von dort aus Einbrüche im Umland zu begehen.

Die Nähe zu größeren Verkehrsverbindungen kann dabei eine Rolle spielen.

Die regionale Häufung bedeutet jedoch nicht, dass Hausbesitzer in anderen Gegenden grundsätzlich sicher sind.

Auch in kleineren Gemeinden können schlecht gesicherte Gebäude zum Ziel werden.

Warum Garagen für Einbrecher besonders interessant sind

Garagen sind nach Einschätzung des Landeskriminalamts aus mehreren Gründen gefährdet.

Ein wesentliches Problem besteht darin, dass Garagentore oder Seitentüren häufig nicht abgeschlossen werden.

Manche Hausbesitzer lassen die Garage tagsüber sogar längere Zeit offen stehen.

Dabei können sich dort erhebliche Werte befinden.

Ein modernes E-Bike kostet schnell mehrere Tausend Euro. Hinzu kommen Fahrräder, Werkzeugmaschinen, Autoreifen oder andere Gegenstände.

Ein weiteres Risiko entsteht, wenn die Garage über eine Verbindungstür direkt mit dem Wohnhaus verbunden ist.

Wer die Garage nicht ausreichend sichert, schafft unter Umständen auch eine zusätzliche Schwachstelle beim Schutz des Hauses.

Deshalb sollte eine solche Verbindungstür möglichst ebenso sorgfältig gesichert werden wie ein regulärer Hauseingang.

Gartenhäuser und Schuppen: Oft schlecht einsehbar

Auch Gartenhäuser und Geräteschuppen stehen im Fokus der Polizei.

Sie befinden sich häufig im hinteren Teil eines Grundstücks.

Hecken, Zäune oder andere Sichtschutzmaßnahmen können dafür sorgen, dass solche Gebäude von der Straße kaum einsehbar sind.

Was für Bewohner mehr Privatsphäre bedeutet, kann Einbrechern unter Umständen die Arbeit erleichtern.

Hinzu kommt, dass Schuppen oft nur mit einfachen Schlössern ausgestattet sind.

Manchmal werden Gartengeräte oder Fahrräder sogar völlig ungesichert abgestellt.

Die Polizei empfiehlt deshalb, auch diese Gebäude mit stabilen Schlössern und geeigneten Riegeln zu schützen.

Eine gute Beleuchtung kann ebenfalls helfen, verdächtige Aktivitäten besser sichtbar zu machen.

Welche Gegenstände sind bei einem Einbruch versichert?

Nach einem Einbruch stellt sich für Betroffene häufig die Frage, ob die Versicherung den Schaden übernimmt.

Dabei kommt es wesentlich auf den jeweiligen Versicherungsvertrag an.

Nach Angaben der Provinzial Nord hängt die Absicherung von Gegenständen in Garagen, Kellern oder Schuppen vom Einzelfall und den vereinbarten Versicherungsbedingungen ab.

Nicht jeder Gegenstand ist automatisch in jedem Nebengebäude versichert.

Bei Fahrrädern und E-Bikes können beispielsweise besondere Regelungen gelten.

Auch die Frage, ob ein Raum verschlossen war und welche Sicherungsmaßnahmen vereinbart wurden, kann für die Regulierung relevant sein.

Hausbesitzer sollten deshalb überprüfen, welche Gegenstände über ihre Hausratversicherung abgesichert sind und ob zusätzliche Vereinbarungen erforderlich sind.

Besonders bei hochwertigen Fahrrädern oder größeren Werkzeugbeständen lohnt sich ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen.

So können Hausbesitzer ihr Eigentum besser schützen

Die Polizei empfiehlt, nicht nur die Eingangstüren des Wohnhauses, sondern das gesamte Grundstück in das Sicherheitskonzept einzubeziehen.

Besonders wichtig sind folgende Maßnahmen:

  • Garagen konsequent abschließen: Auch bei kurzer Abwesenheit sollten Tore und Seitentüren gesichert sein.
  • Kellerzugänge kontrollieren: Türen und Fenster sollten ausreichend widerstandsfähig sein.
  • Schuppen und Gartenhäuser sichern: Stabile Schlösser und Riegel können den Zugang erschweren.
  • Verbindungstüren zum Wohnhaus schützen: Türen zwischen Garage und Haus sollten nicht als Nebeneingang unterschätzt werden.
  • Beleuchtung prüfen: Geeignete Außenbeleuchtung kann die Sichtbarkeit auf dem Grundstück verbessern.
  • Wertgegenstände zusätzlich sichern: Hochwertige Fahrräder und E-Bikes sollten nach Möglichkeit auch innerhalb verschlossener Räume angeschlossen werden.
  • Versicherungsschutz überprüfen: Hausbesitzer sollten klären, welche Gegenstände und Nebengebäude tatsächlich versichert sind.

Ein vollständiger Schutz vor Einbrüchen lässt sich nicht garantieren. Gute Sicherungsmaßnahmen können jedoch den Aufwand für Täter erhöhen.

Dunkle Jahreszeit: Aufmerksamkeit bleibt wichtig

Im Herbst und Winter verändern sich die Bedingungen für Hausbesitzer.

Die Tage werden kürzer, und viele Menschen kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit nach Hause.

Unbeleuchtete Grundstücksbereiche und schlecht einsehbare Nebengebäude verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit.

Dabei geht es nicht darum, ständig misstrauisch zu sein.

Vielmehr sollten Eigentümer regelmäßig überprüfen, ob Türen, Tore und Fenster tatsächlich verschlossen sind.

Auch Nachbarn können dazu beitragen, verdächtige Situationen frühzeitig zu erkennen.

Wer einen möglichen Einbruch bemerkt, sollte jedoch nicht selbst versuchen, Täter zu stellen, sondern die Polizei verständigen.

 

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