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Deutschland, wach endlich auf! Unsere Bäcker sterben – und die Politik schaut zu

Die wirtschaftliche Krise im deutschen Bäckerhandwerk nimmt besorgniserregende Ausmaße an. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mussten nach einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform 63 Bäckerei- und Konditoreibetriebe Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Anstieg um rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine Entwicklung, die nicht nur Arbeitsplätze gefährdet, sondern auch unsere tägliche Versorgung mit handwerklich hergestellten Backwaren.

Wie ernst die Lage ist, zeigt der jüngste Fall der Bäckerei Moos im hessischen Aßlar. Das Familienunternehmen mit 59 Filialen und rund 480 Beschäftigten hat im Oktober ein Schutzschirmverfahren zur Sanierung eingeleitet.

Produktion und Verkauf sollen zunächst weiterlaufen. Ob die wirtschaftliche Neuaufstellung gelingt, bleibt abzuwarten.

Warum geraten immer mehr Bäckereien in Schwierigkeiten?

Die Ursachen sind vielfältig. Besonders schwer wiegen die hohen Energiepreise. Backöfen, Kühlanlagen und Produktionsräume benötigen täglich erhebliche Mengen Strom und Wärme.

Hinzu kommen gestiegene Preise für Mehl, Butter, Eier und andere Rohstoffe sowie höhere Lohn- und Personalkosten.

Gleichzeitig konkurrieren traditionelle Bäckereien mit den Backstationen großer Supermarkt- und Discounterketten.

Diese können ihre Waren häufig deutlich günstiger anbieten.

Viele Verbraucher greifen deshalb aus finanziellen Gründen zunehmend zu industriell gefertigten Backwaren.

Die Politik darf das Bäckerhandwerk nicht vergessen

Während über Energiepreisvergünstigungen für die Großindustrie diskutiert wird, benötigen auch Bäckereibetriebe dringend verlässliche und bezahlbare Energie.

Wer die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Brot und Backwaren sichern will, muss auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffen.

Unsere Redaktion fordert deshalb, energieintensive Handwerksbetriebe bei künftigen Entlastungsmaßnahmen angemessen zu berücksichtigen.

Darüber hinaus sollte die Politik steuerliche Entlastungen für grundlegende Lebensmittel prüfen. Eine Mehrwertsteuer von null Prozent auf einfaches Brot und Brötchen wäre ein möglicher Ansatz.

Entscheidend ist allerdings, dass eine solche Entlastung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt.

Wenn das Brötchen zum Luxus wird

Es kann doch nicht unser gesellschaftlicher Anspruch sein, dass sich Menschen den täglichen Einkauf beim traditionellen Bäcker kaum noch leisten können.

Ein frisches Brötchen sollte kein Luxusprodukt werden.

Zugleich muss ein Handwerksbäcker seine Mitarbeiter ordentlich bezahlen, hochwertige Zutaten einkaufen und seine Energiekosten decken können.

Genau dieser wirtschaftliche Spagat wird immer schwieriger.

Unser Fazit: Deutschland muss seine Bäckereien erhalten!

63 Insolvenzen innerhalb von sechs Monaten sind ein deutliches Warnsignal. Da für das gesamte Jahr 2026 noch keine abschließende bundesweite Statistik vorliegt, dürfte die endgültige Zahl höher ausfallen.

Deutschland besteht nicht nur aus Automobilkonzernen, Chemieunternehmen und großen Industriebetrieben.

Auch unsere Bäcker schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und tragen zur Grundversorgung bei.

Deshalb muss die Politik endlich dafür sorgen, dass traditionelles Handwerk wirtschaftlich eine Zukunft hat.

Denn wenn irgendwann nur noch industrielle Backstationen übrig bleiben, werden wir feststellen, dass mit unseren Bäckereien weit mehr verschwunden ist als ein gutes Brötchen.

Redaktion diebewertung.de | 25. Oktober 2026

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