Die Warnung der CSSF betrifft die Internetadresse www.monaccesconseiller.com sowie E-Mail-Adressen nach dem Muster Firstname.Lastname@monaccesconseiller.com.
Nach Angaben der Luxemburger Finanzaufsicht wird auf der Website in irreführender Weise eine Verbindung zur Gesellschaft BARTHÉLÉMY S.A. hergestellt. Tatsächlich besteht diese Verbindung nach ausdrücklicher Feststellung der CSSF nicht.
Damit liegt ein Fall vor, bei dem die Identität eines tatsächlich existierenden Unternehmens für ein nicht autorisiertes Angebot verwendet wird.
CSSF stellt Identitätsmissbrauch fest
Die Commission de Surveillance du Secteur Financier ist die zuständige Finanzaufsichtsbehörde Luxemburgs. Sie veröffentlicht regelmäßig Warnungen, wenn ihr Hinweise auf unerlaubte Finanzaktivitäten oder den Missbrauch von Unternehmensidentitäten vorliegen.
Im aktuellen Fall benennt die CSSF ausdrücklich zwei Sachverhalte: Identitätsdiebstahl beziehungsweise Identitätsmissbrauch sowie unerlaubte Aktivitäten.
Die Betreiber der Website www.monaccesconseiller.com nehmen nach Angaben der Behörde unberechtigt Bezug auf die BARTHÉLÉMY S.A.
Die Warnung enthält allerdings keine näheren Informationen darüber, welche konkreten Finanzprodukte oder Dienstleistungen über die Internetseite angeboten wurden. Ebenso werden keine Angaben zu möglichen finanziellen Schäden oder zur Identität der tatsächlichen Betreiber gemacht.
Es wäre deshalb nicht gerechtfertigt, aus der Mitteilung auf bestimmte Anlageprodukte, Schadenssummen oder bereits nachgewiesene Straftaten zu schließen.
BARTHÉLÉMY S.A. ist nicht an der Website beteiligt
Besonders wichtig ist die ausdrückliche Klarstellung der CSSF zur betroffenen Luxemburger Gesellschaft.
Die offiziellen Unternehmensangaben lauten:
BARTHÉLÉMY S.A.
18, Rue de l’Eau
1449 Luxemburg
Nach Angaben der Finanzaufsicht steht diese Gesellschaft in keiner Verbindung zur beanstandeten Website.
Die BARTHÉLÉMY S.A. darf daher nicht mit den unbekannten Betreibern von www.monaccesconseiller.com gleichgesetzt werden.
Gerade bei Warnungen wegen Identitätsmissbrauchs ist diese Unterscheidung entscheidend. Ein Unternehmen kann selbst dadurch betroffen sein, dass Dritte seinen Namen verwenden, um gegenüber Verbrauchern oder Geschäftspartnern einen falschen Eindruck von Seriosität und geschäftlicher Berechtigung zu erzeugen.
Verdächtige E-Mail-Adressen im Zusammenhang mit der Website
Neben der Internetseite nennt die CSSF auch das verwendete E-Mail-Schema:
Firstname.Lastname@monaccesconseiller.com
Damit können E-Mail-Adressen gemeint sein, die nach dem Muster eines persönlichen Vor- und Nachnamens aufgebaut sind und die Domain monaccesconseiller.com verwenden.
Solche Adressen können auf Empfänger den Eindruck einer individuellen und professionellen Betreuung erwecken.
Entscheidend ist jedoch nicht, wie seriös eine E-Mail-Adresse aussieht, sondern ob der Absender tatsächlich berechtigt ist, für das angegebene Unternehmen zu handeln.
Wer eine Nachricht von einer entsprechenden Adresse erhält, sollte deshalb keine Zahlungen veranlassen und keine sensiblen persönlichen Informationen übermitteln, bevor die Identität des Absenders unabhängig überprüft wurde.
Warum Identitätsmissbrauch im Finanzbereich besonders gefährlich ist
Beim Identitätsmissbrauch nutzen unbekannte Dritte den Namen oder die Angaben eines tatsächlich existierenden Unternehmens, um Vertrauen aufzubauen.
Verbraucher recherchieren möglicherweise den genannten Firmennamen und stellen fest, dass die Gesellschaft tatsächlich existiert.
Dadurch kann der falsche Eindruck entstehen, auch die verwendete Website oder die Kontaktperson sei legitimiert.
Genau hier liegt das Risiko: Die Existenz eines Unternehmens beweist nicht, dass eine bestimmte Internetseite von diesem Unternehmen betrieben wird.
Bei Finanzangeboten können solche Verwechslungen erhebliche Folgen haben, insbesondere wenn Verbraucher Geld überweisen, Verträge unterzeichnen oder persönliche Dokumente an unbekannte Personen senden.
Ob es im Zusammenhang mit monaccesconseiller.com bereits zu solchen Vorgängen gekommen ist, lässt sich der vorliegenden CSSF-Warnung nicht entnehmen.
Was Verbraucher und Anleger jetzt beachten sollten
Wer über www.monaccesconseiller.com oder eine E-Mail-Adresse mit der entsprechenden Domain kontaktiert wurde, sollte die Warnung der CSSF ernst nehmen.
Vor allem sollten Verbraucher keine weiteren Zahlungen leisten und keine Ausweiskopien, Bankunterlagen oder Zugangsdaten übermitteln, solange die tatsächliche Identität des Anbieters nicht geklärt ist.
Bei einer angeblichen Verbindung zu einem bekannten Unternehmen empfiehlt es sich, dessen offizielle Kontaktdaten unabhängig zu recherchieren und direkt nachzufragen.
Dabei sollte nicht ausschließlich auf Telefonnummern oder Kontaktinformationen zurückgegriffen werden, die auf der beanstandeten Website angegeben sind.
Auch die Prüfung einschlägiger Register und Warnmeldungen der zuständigen Finanzaufsichtsbehörden kann helfen, problematische Angebote frühzeitig zu erkennen.
Was tun, wenn bereits Geld überwiesen wurde?
Verbraucher, die möglicherweise bereits Zahlungen an Personen oder Unternehmen im Zusammenhang mit der beanstandeten Website geleistet haben, sollten unverzüglich ihre Bank kontaktieren.
Je nach Zahlungsart und Zeitpunkt kann geprüft werden, ob eine Transaktion noch gestoppt oder ein Überweisungsrückruf eingeleitet werden kann. Eine erfolgreiche Rückholung ist allerdings nicht garantiert.
Zudem sollten alle vorhandenen Unterlagen gesichert werden. Dazu gehören insbesondere Zahlungsbelege, E-Mails, Vertragsdokumente, Chatnachrichten, Kontoverbindungen und Screenshots der Internetseite.
Bei konkreten Anhaltspunkten für eine Straftat kommt auch eine Strafanzeige in Betracht.
Ob darüber hinaus zivilrechtliche Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche bestehen, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Vorsicht vor angeblichen Rückholangeboten
Wer bei einem zweifelhaften Finanzangebot Geld verloren hat, sollte auch bei späteren Hilfsangeboten aufmerksam bleiben.
Mitunter werden Geschädigte erneut kontaktiert und erhalten das Versprechen, verlorene Gelder gegen Vorauszahlung zurückzubeschaffen.
Solche Angebote sollten unabhängig überprüft werden. Eine garantierte Rückzahlung kann niemand seriös versprechen.
Die vorliegende CSSF-Warnung enthält keine Angaben dazu, dass derartige Rückholversuche im Zusammenhang mit monaccesconseiller.com bereits stattgefunden haben. Der Hinweis betrifft ein allgemeines Risiko für Geschädigte problematischer Finanzangebote.