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meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG: Bankschulden steigen um 44 Prozent – Jahresgewinn halbiert sich trotz Millionenforderungen
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meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG: Bankschulden steigen um 44 Prozent – Jahresgewinn halbiert sich trotz Millionenforderungen

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 vorgelegt. Die Gesellschaft mit Sitz in Suhl gehört nach den handelsrechtlichen Größenmerkmalen zu den kleinen Personenhandelsgesellschaften, für die ergänzende Rechnungslegungsvorschriften gelten.

Der Abschluss wurde am 13. März 2026 festgestellt und am 14. Oktober 2026 veröffentlicht.

Die Geschäftsführung erfolgte im Berichtsjahr durch die Provent Betriebs- und Verwaltungs GmbH mit Sitz in Suhl, vertreten durch Heiko Schmidt und Klaus-Dieter Markgraf. Die Provent Betriebs- und Verwaltungs GmbH ist zugleich persönlich haftende Gesellschafterin der Windparkgesellschaft. Ihr gezeichnetes Kapital beträgt 25.000 Euro.

Die Bilanz der meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG zeigt ein Unternehmen, das weiterhin Gewinne erwirtschaftet, dessen Vermögens- und Finanzierungsstruktur sich im Geschäftsjahr jedoch deutlich verändert hat.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 6.950.813,16 Euro zum Jahresende 2024 auf 7.923.328,84 Euro zum 31. Dezember 2025.

Das entspricht einem Anstieg um 972.515,68 Euro beziehungsweise rund 14 Prozent.

Auf den ersten Blick deutet die höhere Bilanzsumme auf eine Ausweitung des bilanzierten Vermögens hin. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass der Anstieg nicht auf höhere Buchwerte der technischen Anlagen zurückzuführen ist.

Im Gegenteil: Das Anlagevermögen verringerte sich erheblich.

Es sank von 5.504.264 Euro auf 4.365.761 Euro.

Der Rückgang beträgt 1.138.503 Euro beziehungsweise rund 20,7 Prozent.

Besonders deutlich fällt die Entwicklung der technischen Anlagen und Maschinen aus.

Ihr Buchwert reduzierte sich von 5.103.014 Euro auf 4.009.511 Euro.

Damit verringerte sich dieser Bilanzposten um 1.093.503 Euro.

Hinzu kommt ein Rückgang der immateriellen Vermögensgegenstände von 401.250 Euro auf 356.250 Euro.

Die Gesellschaft erläutert im Anhang, dass die abnutzbaren Vermögensgegenstände linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Der Rückgang des Anlagevermögens ist daher grundsätzlich mit planmäßigen Abschreibungen vereinbar.

Ob darüber hinaus Anlagenabgänge, zusätzliche Investitionen oder andere Veränderungen stattgefunden haben, lässt sich aus dem veröffentlichten Bilanzmaterial nicht abschließend feststellen.

Für die wirtschaftliche Beurteilung eines Windparks ist diese Unterscheidung wichtig.

Ein sinkender Buchwert der Windenergieanlagen bedeutet nicht automatisch, dass die technische Leistungsfähigkeit in gleichem Umfang zurückgegangen ist.

Die handelsrechtlichen Abschreibungen bilden die Verteilung der Anschaffungs- und Herstellungskosten über die angenommene Nutzungsdauer ab.

Ob die Anlagen tatsächlich zuverlässig arbeiten und ausreichend Strom erzeugen, muss anhand anderer Kennzahlen beurteilt werden.

Dazu gehören insbesondere die technische Verfügbarkeit, die Stromproduktion, die erzielten Strompreise und die laufenden Wartungskosten.

Solche Angaben enthält der veröffentlichte Jahresabschluss nicht.

Besonders auffällig ist dagegen die Entwicklung des Umlaufvermögens.

Dieses erhöhte sich von 1.349.026,98 Euro auf 3.445.394,94 Euro.

Der Zuwachs beträgt 2.096.367,96 Euro beziehungsweise rund 155,4 Prozent.

Das Umlaufvermögen hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Die wesentliche Ursache liegt in der Entwicklung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.

Diese stiegen von 494.173,55 Euro auf 2.854.348,97 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 2,36 Millionen Euro.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Position der sonstigen Vermögensgegenstände.

Sie erhöhte sich von lediglich 56.516,20 Euro zum Jahresende 2024 auf 2.500.792,22 Euro Ende 2025.

Der Anstieg beträgt 2.444.276,02 Euro.

Damit hat sich dieser Bilanzposten auf mehr als das Vierzigfache des Vorjahreswertes erhöht.

Eine derart starke Veränderung verdient besondere Aufmerksamkeit.

Denn sonstige Vermögensgegenstände können sehr unterschiedliche wirtschaftliche Sachverhalte umfassen.

Denkbar sind beispielsweise Steuererstattungsansprüche, Abrechnungsforderungen, Ansprüche aus Finanzierungs- oder Vertragsverhältnissen oder andere noch nicht vereinnahmte Beträge.

Welche konkrete Ursache hinter dem außergewöhnlich hohen Anstieg bei der meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG steht, wird im veröffentlichten Anhang jedoch nicht erläutert.

Deshalb wäre es nicht sachgerecht, den Betrag ohne weitere Informationen einer bestimmten Forderungsart zuzuordnen.

Fest steht lediglich, dass zum Jahresende 2025 sonstige Vermögensgegenstände von rund 2,50 Millionen Euro bilanziert wurden.

Das entspricht rund 31,6 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Damit entfällt nahezu ein Drittel des bilanzierten Vermögens auf eine Position, deren Zusammensetzung aus den veröffentlichten Unterlagen nicht näher hervorgeht.

Für die Beurteilung der Vermögens- und Liquiditätslage ist dies von erheblicher Bedeutung.

Denn eine Forderung ist nicht mit bereits vorhandenem Bankguthaben gleichzusetzen.

Ihr wirtschaftlicher Wert hängt unter anderem davon ab, ob der Anspruch tatsächlich besteht, gegenüber wem er geltend gemacht werden kann und wann mit einer Zahlung zu rechnen ist.

Die Gesellschaft erklärt allgemein, dass Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet wurden.

Eine konkrete Aufschlüsselung der hohen sonstigen Vermögensgegenstände enthält der Anhang jedoch nicht.

Auch zu den jeweiligen Fälligkeiten dieser Position werden keine näheren Angaben gemacht.

Für eine umfassende wirtschaftliche Bewertung wäre daher insbesondere zu klären, welcher Sachverhalt den Anstieg um rund 2,44 Millionen Euro ausgelöst hat und wann die entsprechenden Beträge voraussichtlich liquiditätswirksam werden.

Während die sonstigen Vermögensgegenstände massiv zunahmen, entwickelten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen rückläufig.

Sie sanken von 431.756,96 Euro auf 343.725,18 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 20,4 Prozent.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich dagegen leicht von 5.900,39 Euro auf 9.831,57 Euro.

Nach den Angaben im Anhang handelt es sich bei diesen Forderungen vollständig um Ansprüche aus Lieferungen und Leistungen.

Forderungen gegenüber Gesellschaftern werden nicht ausgewiesen.

Damit liefert der Abschluss keinen Hinweis darauf, dass die ungewöhnlich hohe Position der sonstigen Vermögensgegenstände aus ausdrücklich ausgewiesenen Gesellschafterforderungen besteht.

Allerdings erklärt dies noch nicht, welche konkreten Ansprüche tatsächlich hinter dem Betrag stehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entwicklung der liquiden Mittel.

Die Bankguthaben und Kassenbestände verringerten sich von 852.063,43 Euro auf 588.255,97 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 263.807,46 Euro beziehungsweise rund 31 Prozent.

Die Gesellschaft verfügte zum Jahresende damit über deutlich weniger unmittelbar ausgewiesene Zahlungsmittel als im Vorjahr.

Dieser Rückgang fällt besonders auf, weil gleichzeitig die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stark anstiegen.

Die Bilanz zeigt somit eine Verschiebung innerhalb des Umlaufvermögens: Ein wesentlich größerer Anteil des Vermögens besteht aus Forderungen beziehungsweise sonstigen Ansprüchen, während die Bankguthaben zurückgegangen sind.

Diese Entwicklung ist für die Liquiditätsplanung bedeutsam.

Denn laufende Verpflichtungen können grundsätzlich nur mit tatsächlich verfügbaren Zahlungsmitteln oder durch entsprechende Finanzierungsmaßnahmen erfüllt werden.

Hohe Forderungsbestände können die Liquidität erst dann stärken, wenn die entsprechenden Beträge tatsächlich eingehen.

Ob und wann dies bei den ausgewiesenen sonstigen Vermögensgegenständen zu erwarten ist, bleibt offen.

Auf der Passivseite zeigt sich gleichzeitig ein erheblicher Anstieg der Verschuldung.

Die gesamten Verbindlichkeiten erhöhten sich von 3.328.469,84 Euro auf 4.499.238,89 Euro.

Der Zuwachs beträgt 1.170.769,05 Euro beziehungsweise rund 35,2 Prozent.

Damit stiegen die Schulden deutlich stärker als die Bilanzsumme.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Bankverbindlichkeiten.

Diese erhöhten sich von 3.078.908 Euro auf 4.431.536 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 1.352.628 Euro beziehungsweise rund 43,9 Prozent.

Die Gesellschaft weist damit zum Jahresende fast 4,43 Millionen Euro an Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten aus.

Bezogen auf die gesamte Bilanzsumme entspricht dies rund 55,9 Prozent.

Der deutliche Anstieg der Bankverschuldung ist eine der zentralen Veränderungen des Geschäftsjahres.

Aus dem veröffentlichten Abschluss geht allerdings nicht hervor, weshalb die Bankverbindlichkeiten so stark zunahmen.

Mögliche Ursachen könnten neue Darlehensaufnahmen, veränderte Finanzierungsvereinbarungen oder andere Vorgänge sein.

Welche dieser Erklärungen zutrifft, lässt sich anhand der vorliegenden Unterlagen nicht feststellen.

Besonders interessant ist, dass der Anstieg der Bankverbindlichkeiten nicht mit einem höheren Buchwert der technischen Anlagen einhergeht.

Während die Bankschulden um rund 1,35 Millionen Euro stiegen, sank das Anlagevermögen um rund 1,14 Millionen Euro.

Daraus lässt sich nicht automatisch schließen, dass neue Kredite zweckwidrig verwendet wurden oder die Finanzierung wirtschaftlich problematisch ist.

Es zeigt jedoch, dass die zusätzliche Verschuldung nicht durch einen entsprechenden Anstieg des bilanzierten Anlagevermögens begleitet wurde.

Für eine transparente wirtschaftliche Einordnung wäre deshalb wichtig zu erfahren, welchem Zweck die zusätzlichen Bankverbindlichkeiten dienen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Fälligkeitsstruktur.

Nach den Angaben im Anhang belaufen sich die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf 3.315.074,89 Euro.

Weitere 1.184.164 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nach den veröffentlichten Angaben nicht.

Damit sind rund 73,7 Prozent sämtlicher Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig.

Das ist eine auffällig hohe kurzfristige Fälligkeitsquote.

Sie bedeutet, dass ein erheblicher Teil der bilanzierten Schulden innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums zurückgeführt, verlängert oder anderweitig finanziert werden muss.

Dem stehen zum Bilanzstichtag liquide Mittel von lediglich 588.255,97 Euro gegenüber.

Die Bankguthaben decken damit rechnerisch nur rund 17,7 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Anders ausgedrückt: Die innerhalb eines Jahres fälligen Verpflichtungen übersteigen die vorhandenen liquiden Mittel um rund 2,73 Millionen Euro.

Diese Gegenüberstellung ist ein wichtiger Hinweis auf den kurzfristigen Finanzierungsbedarf.

Sie ist jedoch kein Nachweis einer Zahlungsunfähigkeit.

Denn zur Erfüllung der Verpflichtungen können auch künftige Einnahmen, Forderungseingänge oder Anschlussfinanzierungen herangezogen werden.

Gerade die außergewöhnlich hohen sonstigen Vermögensgegenstände könnten für die Liquiditätsentwicklung eine erhebliche Rolle spielen, sofern sie zeitnah realisiert werden können.

Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird im Jahresabschluss nicht erläutert.

Setzt man das gesamte Umlaufvermögen von 3.445.394,94 Euro ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten von 3.315.074,89 Euro, ergibt sich rechnerisch eine Deckungsquote von rund 104 Prozent.

Damit übersteigt das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten nur geringfügig.

Diese Kennzahl verdeutlicht, wie wichtig die Werthaltigkeit und Fälligkeit der ausgewiesenen Forderungen für die finanzielle Beurteilung sind.

Sollten die Forderungen planmäßig eingehen, könnte dies die Erfüllung kurzfristiger Verpflichtungen unterstützen.

Sollten dagegen größere Beträge verspätet oder nicht realisiert werden, könnte sich zusätzlicher Finanzierungsbedarf ergeben.

Der veröffentlichte Abschluss enthält keine ausreichenden Angaben, um diese Möglichkeiten abschließend zu bewerten.

Auch die Entwicklung des Eigenkapitals verdient Aufmerksamkeit.

Dieses sank von 3.045.950,39 Euro auf 2.800.422,09 Euro.

Der Rückgang beträgt 245.528,30 Euro beziehungsweise rund 8,1 Prozent.

Das ist bemerkenswert, weil die Gesellschaft für 2025 einen positiven Jahresüberschuss von 355.248,83 Euro ausweist.

Der Gewinn war zwar deutlich niedriger als im Vorjahr, dennoch wurde weiterhin ein positives Jahresergebnis erzielt.

Der Rückgang des Eigenkapitals muss daher durch weitere Veränderungen der Kapitalkonten erklärt werden.

Das Festkapital blieb unverändert bei 900.100 Euro.

Das variable Kapital erhöhte sich von 1.468.881,17 Euro auf 1.545.073,26 Euro.

Der Zuwachs beträgt 76.192,09 Euro.

Gleichzeitig verringerte sich der ausgewiesene Jahresüberschuss von 676.969,22 Euro auf 355.248,83 Euro.

Aus diesen Zahlen lässt sich eine bemerkenswerte rechnerische Entwicklung ableiten.

Das zum Jahresende 2024 ausgewiesene Eigenkapital betrug 3.045.950,39 Euro.

Wäre im Jahr 2025 ausschließlich der neue Jahresüberschuss von 355.248,83 Euro hinzugekommen, hätte sich rechnerisch ein Eigenkapital von 3.401.199,22 Euro ergeben.

Tatsächlich wurden jedoch nur 2.800.422,09 Euro ausgewiesen.

Die Differenz beträgt 600.777,13 Euro.

Damit weist die Eigenkapitalentwicklung rechnerisch auf eine Verminderung außerhalb des laufenden Jahresergebnisses in dieser Höhe hin.

Eine mögliche Erklärung wären Entnahmen oder Ausschüttungen an die Gesellschafter.

Der veröffentlichte Anhang enthält jedoch keine ausdrückliche Erläuterung der entsprechenden Kapitalbewegungen.

Deshalb kann nicht als gesichert behauptet werden, dass tatsächlich 600.777,13 Euro an die Gesellschafter ausgezahlt wurden.

Fest steht lediglich, dass die Veränderung des Eigenkapitals nicht allein durch den positiven Jahresüberschuss erklärt werden kann.

Für eine vollständige Nachvollziehbarkeit wäre eine Entwicklung der Kapitalkonten einschließlich etwaiger Entnahmen, Einlagen und Ergebnisverwendungen erforderlich.

Auch der Rückgang des Jahresüberschusses ist erheblich.

Die Gesellschaft erwirtschaftete 2025 einen Gewinn von 355.248,83 Euro.

Im Vorjahr waren es noch 676.969,22 Euro.

Damit verringerte sich der Jahresüberschuss um 321.720,39 Euro beziehungsweise rund 47,5 Prozent.

Die Gesellschaft blieb also profitabel, erzielte aber nur noch etwas mehr als die Hälfte des Vorjahresgewinns.

Welche Faktoren zu dieser Verschlechterung führten, lässt sich aus dem veröffentlichten Abschluss nicht abschließend feststellen.

Die Gesellschaft erklärt lediglich, dass keine Erträge oder Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung vorlagen.

Eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zu Umsatzerlösen, Abschreibungen, Wartungsaufwendungen und Finanzierungskosten ist in den vorliegenden Unterlagen nicht enthalten.

Damit fehlen zentrale Informationen zur Entwicklung der operativen Ertragskraft.

Insbesondere lässt sich nicht feststellen, ob der Gewinnrückgang auf eine geringere Stromproduktion, niedrigere Strompreise, höhere Kosten oder andere Ursachen zurückzuführen ist.

Auch die Entwicklung der Zinsaufwendungen wäre angesichts der deutlich gestiegenen Bankverbindlichkeiten von Interesse.

Eine höhere Bankverschuldung kann grundsätzlich zu steigenden Finanzierungskosten führen.

Ob dies bei der meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG tatsächlich der Fall war, wird jedoch nicht ausgewiesen.

Die Eigenkapitalquote sank von rund 43,8 Prozent auf rund 35,3 Prozent.

Damit verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine deutlich positive Eigenkapitalbasis.

Die Quote hat sich innerhalb eines Jahres jedoch um rund 8,5 Prozentpunkte verschlechtert.

Der Rückgang ist auf die Kombination aus gesunkenem Eigenkapital und gestiegener Bilanzsumme zurückzuführen.

Eine Eigenkapitalquote von rund 35 Prozent ist für sich genommen kein Hinweis auf eine akute bilanzielle Krise.

Sie bedeutet aber, dass die Fremdfinanzierung gegenüber dem Vorjahr deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Zusätzlich zu den Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft Rückstellungen von 623.667,86 Euro aus.

Im Vorjahr waren es 576.392,93 Euro.

Der Anstieg beträgt 47.274,93 Euro beziehungsweise rund 8,2 Prozent.

Davon entfallen 89.135,99 Euro auf Steuerrückstellungen und 534.531,87 Euro auf sonstige Rückstellungen.

Die Gesellschaft erläutert allgemein, dass die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken gebildet wurden.

Welche konkreten Sachverhalte hinter den sonstigen Rückstellungen stehen, wird nicht näher dargestellt.

Für Windparkgesellschaften können beispielsweise zukünftige Verpflichtungen aus technischen, vertraglichen oder betrieblichen Sachverhalten relevant sein.

Ob solche Positionen hier enthalten sind, lässt sich ohne zusätzliche Angaben jedoch nicht feststellen.

Die Rückstellungen stellen damit einen weiteren Bilanzposten dar, dessen wirtschaftliche Zusammensetzung nur eingeschränkt nachvollziehbar ist.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen dagegen deutlich zurück.

Sie sanken von 190.303,97 Euro auf 23.132,90 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 87,8 Prozent.

Auch die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich von 59.257,87 Euro auf 44.569,99 Euro.

Diese bestehen nach der veröffentlichten Bilanz vollständig aus Steuerverbindlichkeiten.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern werden im Anhang ausdrücklich verneint.

Die zusätzliche Bankverschuldung ist daher nicht mit einer entsprechend höheren ausgewiesenen Gesellschafterfinanzierung verbunden.

Das unterscheidet die Gesellschaft von Windparkunternehmen, deren Finanzierung in erheblichem Umfang auf Gesellschafterdarlehen beruht.

Die meridian Windpark Lindau GmbH & Co. KG beschäftigt nach den Angaben im Anhang keine eigenen Arbeitnehmer.

Die Geschäfte werden durch die Komplementärgesellschaft Provent Betriebs- und Verwaltungs GmbH geführt.

Eine solche Struktur ist bei Windparkprojektgesellschaften nicht ungewöhnlich.

Technische Betriebsführung, Wartung, kaufmännische Verwaltung und andere Dienstleistungen können durch externe Unternehmen erbracht werden.

Welche konkreten Verträge bestehen und welche laufenden Kosten daraus entstehen, geht aus dem veröffentlichten Anhang jedoch nicht hervor.

Für die Beurteilung der künftigen Ertragslage wären insbesondere die Wartungsverpflichtungen und die erwarteten Stromerlöse von Interesse.

Denn ein Windpark muss nicht nur seine Finanzierung bedienen, sondern auch die technische Betriebsbereitschaft der Anlagen sicherstellen.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen insgesamt eine Gesellschaft, deren wirtschaftliche Situation sich nicht allein anhand des positiven Jahresüberschusses beurteilen lässt.

Einerseits erwirtschaftete das Unternehmen weiterhin einen Gewinn von mehr als 355.000 Euro und verfügt über Eigenkapital von rund 2,80 Millionen Euro.

Andererseits sind die Bankverbindlichkeiten erheblich gestiegen, die liquiden Mittel gesunken und die kurzfristigen Fälligkeiten hoch.

Besonders auffällig ist der massive Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände auf rund 2,50 Millionen Euro.

Diese Position hat die Bilanzentwicklung maßgeblich geprägt.

Ohne nähere Angaben zur Entstehung, Werthaltigkeit und Fälligkeit dieser Ansprüche bleibt eine wichtige Frage zur Vermögens- und Liquiditätslage offen.

Ebenso erklärungsbedürftig ist, weshalb die Bankverbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 1,35 Millionen Euro zunahmen, obwohl der Buchwert des Anlagevermögens deutlich zurückging.

Auch die rechnerische Eigenkapitalminderung außerhalb des laufenden Jahresergebnisses von rund 600.777 Euro verdient eine nachvollziehbare Erläuterung.

Diese Auffälligkeiten begründen jedoch für sich genommen keinen Vorwurf einer fehlerhaften Rechnungslegung oder wirtschaftlichen Unregelmäßigkeit.

Der Abschluss wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt und enthält keine ausdrücklichen Hinweise auf eine Zahlungsunfähigkeit oder eine bevorstehende Insolvenz.

Die veröffentlichten Zahlen reichen nicht aus, um eine solche Schlussfolgerung zu ziehen.

Für eine weitergehende Beurteilung wären insbesondere eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung, eine Aufschlüsselung der sonstigen Vermögensgegenstände, Informationen zur Bankfinanzierung und eine Darstellung der Kapitalbewegungen erforderlich.

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