Windpark Brilon investiert in die Zukunft der Windenergie
Die Windpark Brilon GmbH & Co. KG mit Sitz in Brilon ist im Handelsregister des Amtsgerichts Arnsberg unter HRA 8083 eingetragen.
Gegenstand des Unternehmens sind die Planung, Errichtung, der Betrieb, die Verpachtung und die Veräußerung von Windkraftanlagen.
Hinter der Gesellschaft stehen zwei regionale Partner: die Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH aus Korbach und die Stadtwerke Brilon.
Beide halten jeweils 50 Prozent der Kapitalanteile.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Windpark Brilon Verwaltungsgesellschaft mbH.
Der Jahresabschluss 2025 zeigt, dass sich die Gesellschaft nicht ausschließlich auf den Betrieb ihrer bestehenden Windenergieanlagen konzentriert, sondern auch ihre Beteiligungen ausgebaut hat.
Im Mittelpunkt steht dabei die Philma Ventus Beteiligungs GmbH, an der die Windpark Brilon GmbH & Co. KG mit 80 Prozent beteiligt ist.
Bilanzsumme wächst auf 21,55 Millionen Euro
Zum 31. Dezember 2025 weist die Windpark Brilon GmbH & Co. KG eine Bilanzsumme von 21.549.652,02 Euro aus.
Im Vorjahr waren es 20.343.935,29 Euro.
Damit erhöhte sich das bilanzierte Gesamtvermögen um rund 1,21 Millionen Euro beziehungsweise 5,9 Prozent.
Die Entwicklung ist insbesondere deshalb interessant, weil sich innerhalb der Vermögensstruktur deutliche Verschiebungen ergeben haben.
Während das Sachanlagevermögen zurückging, nahmen die Finanzanlagen kräftig zu.
Das Anlagevermögen insgesamt erhöhte sich von 16,11 Millionen Euro auf 18,04 Millionen Euro.
Der Zuwachs beträgt damit rund 1,92 Millionen Euro.
Die Gesellschaft hat ihre langfristig gebundenen Vermögenswerte folglich deutlich ausgebaut.
Fast drei Millionen Euro zusätzlich für Beteiligungsunternehmen
Eine der wichtigsten Entwicklungen des Geschäftsjahres betrifft die Finanzanlagen.
Diese stiegen von 999.606,34 Euro Ende 2024 auf 4.077.211,91 Euro Ende 2025.
Der Zuwachs beträgt rund 3,08 Millionen Euro.
Besonders stark erhöhte sich der Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen.
Dieser stieg von rund 199.000 Euro auf 3,18 Millionen Euro.
Im Anhang erläutert die Gesellschaft, dass eine Kapitalerhöhung von rund 2,98 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Realisierung neuer Windkraftanlagen bei einem Beteiligungsunternehmen steht.
Damit wird deutlich, dass die Windpark Brilon GmbH & Co. KG über ihre Beteiligungsstruktur in weitere Windenergieprojekte investiert.
Die Gesellschaft hält nach den veröffentlichten Angaben sämtliche Anteile an der Windpark Brilon Verwaltungsgesellschaft mbH sowie jeweils 80 Prozent an der Philma Ventus Beteiligungs GmbH und der Philma Ventus Service GmbH & Co. KG.
Die Investition erweitert damit die finanzielle Bedeutung der Beteiligungen innerhalb der Unternehmensstruktur.
Allerdings lässt sich aus dem Jahresabschluss nicht ableiten, welche zusätzlichen Stromerträge die neuen Anlagen künftig erzielen werden.
Auch Angaben zur geplanten Leistung, zum Inbetriebnahmezeitpunkt oder zur erwarteten Wirtschaftlichkeit der neuen Projekte sind in den vorliegenden Informationen nicht enthalten.
Bestehende Windkraftanlagen verlieren bilanziell an Wert
Während die Finanzanlagen deutlich zunahmen, ging das Sachanlagevermögen zurück.
Zum Jahresende 2025 betrug dessen Buchwert 13.960.316,61 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch 15.114.999,85 Euro.
Der Rückgang beläuft sich auf rund 1,15 Millionen Euro.
Ursache sind die planmäßigen Abschreibungen auf die vorhandenen Windenergieanlagen.
Nach den Angaben im Anhang werden die Anlagen über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 20 Jahren linear abgeschrieben.
Die ursprünglichen Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten der technischen Anlagen und Maschinen belaufen sich auf rund 23,09 Millionen Euro.
Neue Zugänge zum Sachanlagevermögen wurden im Geschäftsjahr 2025 nicht ausgewiesen.
Der sinkende Buchwert ist daher zunächst eine Folge der regulären bilanziellen Abschreibung und nicht automatisch ein Hinweis auf technische Probleme oder eine Verschlechterung des Anlagenzustands.
Umsatzerlöse sinken trotz höherer Direktvermarktungserlöse
Bei den Umsatzerlösen zeigt sich ein gemischtes Bild.
Die Gesellschaft erzielte 2025 Umsatzerlöse von rund 3,21 Millionen Euro.
Im Vorjahr waren es noch 3,32 Millionen Euro.
Damit gingen die Erlöse um etwa 113.000 Euro beziehungsweise 3,4 Prozent zurück.
Die einzelnen Erlösbestandteile entwickelten sich allerdings unterschiedlich.
Die Vergütungen aus der Direktvermarktung stiegen von 2,70 Millionen Euro auf 2,93 Millionen Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 228.000 Euro.
Deutlich rückläufig war dagegen die EEG-Marktprämie.
Diese sank von 593.000 Euro im Vorjahr auf 249.000 Euro im Geschäftsjahr 2025.
Damit verringerte sich dieser Erlösbestandteil um rund 344.000 Euro.
Die sonstigen Erlöse erhöhten sich leicht von 25.000 Euro auf 28.000 Euro.
Insgesamt konnte der Zuwachs bei den Direktvermarktungserlösen den Rückgang der Marktprämie nicht vollständig ausgleichen.
Der Jahresabschluss enthält jedoch keine ausreichenden Angaben, um den Rückgang der Marktprämie eindeutig auf bestimmte Strompreise, Produktionsmengen oder andere Ursachen zurückzuführen.
Ebenso lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, ob die Windkraftanlagen im Jahr 2025 mehr oder weniger Strom produziert haben.
Bankguthaben verdoppeln sich
Positiv entwickelte sich die Liquiditätsposition der Gesellschaft.
Die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich von 661.102,91 Euro auf 1.327.720,54 Euro.
Damit stiegen die Bankguthaben um rund 666.600 Euro und haben sich innerhalb eines Jahres ungefähr verdoppelt.
Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Teil dieser Mittel bestimmten Sicherungszwecken dient.
Nach den Angaben im Anhang sind 300.000 Euro auf einem Festgeldkonto mit Laufzeit bis Dezember 2026 zur Absicherung einer vertraglichen Liquiditätsreserve angelegt.
Weitere 120.000 Euro befinden sich auf einem Tagesgeldkonto zur Absicherung künftiger Rückbauverpflichtungen.
Damit sind mindestens 420.000 Euro der ausgewiesenen Bankguthaben bestimmten Sicherungszwecken zugeordnet.
Diese Mittel sollten bei einer wirtschaftlichen Bewertung nicht ohne Weiteres als uneingeschränkt frei verfügbare Liquidität betrachtet werden.
Dennoch ist der Anstieg der Zahlungsmittel ein wichtiger Bestandteil der Bilanzentwicklung.
Forderungen gehen deutlich zurück
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken von rund 2,28 Millionen Euro auf 991.610,05 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um etwa 1,29 Millionen Euro.
Nach den Erläuterungen im Anhang entfallen rund 954.000 Euro auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Diese resultieren im Wesentlichen aus ausstehenden Zahlungen für Stromlieferungen im Rahmen der Direktvermarktung.
Daneben bestehen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, insbesondere aus Erträgen früherer Geschäftsjahre.
Der Rückgang der gesamten Forderungen könnte auf veränderte Zahlungszeitpunkte oder den Ausgleich bestehender Ansprüche zurückzuführen sein.
Welche konkreten Vorgänge hierfür ausschlaggebend waren, wird im Abschluss jedoch nicht vollständig erläutert.
Eigenkapital steigt auf 5,64 Millionen Euro
Eine besonders deutliche Veränderung zeigt sich auf der Passivseite.
Das Eigenkapital der Windpark Brilon GmbH & Co. KG erhöhte sich von 2,66 Millionen Euro Ende 2024 auf 5,64 Millionen Euro Ende 2025.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 2,98 Millionen Euro.
Damit hat sich das ausgewiesene Eigenkapital mehr als verdoppelt.
Auch die Eigenkapitalquote verbesserte sich erheblich.
Sie stieg von rund 13,1 Prozent auf etwa 26,2 Prozent.
Die Gesellschaft verfügt damit zum Jahresende 2025 über einen deutlich höheren bilanziellen Eigenkapitalanteil als im Vorjahr.
Der Zuwachs fällt betragsmäßig mit der im Anhang erläuterten Kapitalaufstockung im Beteiligungsbereich zusammen.
Aus dem vorliegenden Bilanzauszug allein lässt sich allerdings nicht abschließend nachvollziehen, welche einzelnen Eigenkapitalbewegungen hinter der Veränderung stehen.
Insbesondere kann der Anstieg nicht ohne Weiteres als Jahresgewinn interpretiert werden.
Dafür wären die vollständige Eigenkapitalentwicklung und die Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich.
Verbindlichkeiten sinken um 1,75 Millionen Euro
Neben dem Eigenkapitalanstieg ist der Rückgang der Verbindlichkeiten ein weiterer wichtiger Punkt.
Die gesamten Verbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 14.929.068,75 Euro.
Im Vorjahr waren es 16.682.267,03 Euro.
Damit reduzierte die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten um rund 1,75 Millionen Euro beziehungsweise 10,5 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Bankkrediten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von rund 12,97 Millionen Euro auf 11,57 Millionen Euro.
Der Rückgang beträgt damit etwa 1,40 Millionen Euro.
Die Gesellschaft hat ihre Bankverschuldung somit spürbar verringert.
Dennoch bleibt die Finanzierung der Windenergieanlagen stark durch Fremdkapital geprägt.
Die langfristigen Bankverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 10,17 Millionen Euro.
Davon haben etwa 4,56 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Die Bankkredite sind nach den Angaben im Anhang umfassend besichert.
Dazu gehören unter anderem Rechte, die für den Betrieb der Windenergieanlagen erforderlich sind, sowie Vermögensgegenstände, die der Stromproduktion und Einspeisung dienen.
Auch Finanzanlagen und Kommanditanteile werden als Sicherheiten eingesetzt.
Diese Sicherungsstruktur verdeutlicht die langfristige Kapitalbindung im Windparkgeschäft.
Rückstellungen von knapp einer Million Euro
Die Rückstellungen beliefen sich Ende 2025 auf 982.703,27 Euro.
Im Vorjahr waren es 1.005.668,26 Euro.
Damit gingen sie leicht zurück.
Ein wesentlicher Bestandteil betrifft Verpflichtungen zum späteren Rückbau der Windkraftanlagen.
Hierfür sind rund 520.000 Euro zurückgestellt.
Weitere Rückstellungen betreffen unter anderem Ausgleichszahlungen gegenüber Vestas, mögliche Prozesskosten, Bonuszahlungen und variable Vergütungsbestandteile sowie weitere betriebliche Verpflichtungen.
Die Rückbauverpflichtungen sind bei Windenergieanlagen von besonderer Bedeutung.
Denn nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer können erhebliche Kosten für Demontage, Entsorgung und die Wiederherstellung der Flächen entstehen.
Die Gesellschaft trifft hierfür nach eigenen Angaben finanzielle Vorsorge.
Unter anderem werden monatlich rund 7.000 Euro in ein Wertpapierdepot eingezahlt, das der Absicherung künftiger Rückbauverpflichtungen dient.
Die sonstigen Finanzanlagen umfassen außerdem einen Geldmarktfonds zur Absicherung vertraglicher Liquiditätsreserven.
Langfristige Verpflichtungen reichen bis 2038
Neben den bereits bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen.
Besonders bedeutsam ist ein Service-, Wartungs- und Instandhaltungsvertrag mit der Deutschen Windtechnik.
Dieser betrifft fünf Windkraftanlagen und läuft bis zum Jahr 2038.
Die daraus resultierenden zukünftigen Verpflichtungen belaufen sich nach den Angaben im Anhang auf rund 5,15 Millionen Euro.
Allein für das Jahr 2026 sind daraus rund 353.000 Euro vorgesehen.
Weitere langfristige Verpflichtungen bestehen aus Nutzungsverträgen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,36 Millionen Euro.
Hinzu kommen vertragliche Verpflichtungen für technische und kaufmännische Betriebsführung sowie für Versicherungen und Kompensationsmaßnahmen.
Diese Zahlungsverpflichtungen sind bei der wirtschaftlichen Beurteilung des Windparks zu berücksichtigen.
Sie stellen allerdings nicht automatisch zusätzliche Schulden dar, die bereits vollständig am Bilanzstichtag fällig wären.
Vielmehr handelt es sich um zukünftige Leistungen aus bestehenden Verträgen.
Zinsaufwendungen bleiben ein wichtiger Kostenfaktor
Auch die Finanzierungskosten spielen bei der wirtschaftlichen Entwicklung eine wichtige Rolle.
Nach den Angaben im Anhang beliefen sich die Darlehenszinsen im Jahr 2025 auf rund 272.000 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 320.000 Euro.
Damit gingen die Zinsaufwendungen für Darlehen um rund 48.000 Euro zurück.
Hinzu kamen Zinszahlungen an Gesellschafter von rund 138.000 Euro.
Im Vorjahr hatten diese etwa 139.000 Euro betragen.
Weitere Aufwendungen entstanden durch die Abzinsung von Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen.
Die rückläufigen Darlehenszinsen passen zur gesunkenen Bankverschuldung.
Ob der Rückgang ausschließlich auf Tilgungen oder zusätzlich auf veränderte Zinskonditionen zurückzuführen ist, lässt sich dem Anhang nicht entnehmen.
Keine eigenen Beschäftigten im Geschäftsjahr
Die Windpark Brilon GmbH & Co. KG beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Mitarbeiter.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Betrieb der Anlagen ohne Personalaufwand im weiteren wirtschaftlichen Sinne auskommt.
Technische Wartung, Instandhaltung und Betriebsführung werden durch vertraglich gebundene Unternehmen erbracht.
Die kaufmännische Betriebsführung liegt nach den veröffentlichten Angaben bei den Stadtwerken Brilon.
Die Geschäftsführung erfolgte über die persönlich haftende Gesellschafterin, die Windpark Brilon Verwaltungsgesellschaft mbH.
Im Geschäftsjahr 2025 waren Marius Lange und Axel Reuber als Geschäftsführer tätig.
Axel Reuber schied am 19. März 2026 aus der Geschäftsführung aus.
Am 26. Mai 2026 wurde Frank Benz zum neuen Geschäftsführer bestellt.
Der Jahresabschluss wurde am 26. Mai 2026 unterzeichnet und am 4. August 2026 festgestellt.
Was die Bilanz über die wirtschaftliche Lage aussagt
Die veröffentlichten Zahlen zeigen mehrere wesentliche Entwicklungen.
Die Gesellschaft hat ihre Beteiligungen deutlich ausgebaut und damit zusätzliche Mittel in neue Windenergieprojekte investiert.
Gleichzeitig konnte sie ihre Bankverschuldung reduzieren.
Auch die Liquidität verbesserte sich erheblich.
Das Eigenkapital ist deutlich gestiegen, wodurch sich die bilanzielle Eigenkapitalquote nahezu verdoppelte.
Auf der anderen Seite gingen die Umsatzerlöse leicht zurück.
Insbesondere die niedrigere EEG-Marktprämie wirkte sich auf die Erlösentwicklung aus.
Ob sich auch der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr verbessert oder verschlechtert hat, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht zuverlässig feststellen.
Zwar enthält der Anhang verschiedene Erlös- und Aufwandspositionen, eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung mit dem ausgewiesenen Jahresergebnis liegt in dem bereitgestellten Dokument jedoch nicht vor.
Eine abschließende Aussage zur Rentabilität wäre deshalb nicht sachgerecht.