Die Windpark Döhnkier GmbH & Co. KG mit Sitz in Jerrishoe hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt.
Die Bilanz zeigt eine Projektgesellschaft, deren Vermögen erwartungsgemäß stark durch die Windenergieanlagen geprägt wird.
Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Verschuldung 2025 deutlich reduziert.
Die Bilanzsumme ging von 4,983 Millionen Euro auf 4,648 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Rückgang um rund 335.000 Euro beziehungsweise 6,7 Prozent.
Anlagevermögen sinkt um rund 352.000 Euro
Das Anlagevermögen verringerte sich von 3,911 Millionen Euro auf 3,559 Millionen Euro.
Davon entfielen zum Jahresende 3,550 Millionen Euro auf Sachanlagen und 9.000 Euro auf Finanzanlagen.
Der Anhang liefert eine nähere Erklärung für diese Entwicklung.
Allein die Windenergieanlagen werden zum 31. Dezember 2025 mit 3,241 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es noch 3,593 Millionen Euro.
Die Differenz beträgt damit rund 352.000 Euro.
Die Gesellschaft schreibt ihr abnutzbares Sachanlagevermögen linear über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 20 Jahren ab.
Der Rückgang des Anlagevermögens ist deshalb zunächst vor allem vor dem Hintergrund der planmäßigen Abschreibungen zu betrachten.
Umlaufvermögen steigt
Während das Anlagevermögen zurückging, erhöhte sich das Umlaufvermögen.
Es stieg von 708.530 Euro auf 761.050 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 52.500 Euro beziehungsweise 7,4 Prozent.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich von 406.701 Euro auf 434.351 Euro.
Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel von 301.829 Euro auf 326.699 Euro.
Damit verfügte die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über knapp 25.000 Euro mehr Bank- beziehungsweise Kassenmittel als ein Jahr zuvor.
Forderungen hauptsächlich gegenüber verbundener Gesellschaft
Interessant ist, gegenüber wem die Forderungen bestehen.
Nach Angaben im Anhang handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegenüber der WP Jerrishoe Pooling GmbH & Co. KG.
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten dabei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 276.418,55 Euro.
Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind nach Angaben der Gesellschaft innerhalb eines Jahres fällig.
Damit entfällt ein erheblicher Teil der Forderungsposition auf die wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Windparkstruktur.
Vorauszahlungen von knapp 328.000 Euro
Hinzu kommt ein vergleichsweise hoher aktiver Rechnungsabgrenzungsposten.
Dieser beträgt zum Jahresende 327.856 Euro.
Im Vorjahr waren es 363.621 Euro.
Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um vorausgezahlte Entgelte für die Nutzung der Infrastruktur. Diese werden planmäßig linear aufgelöst.
Damit handelt es sich nicht um frei verfügbare Liquidität, sondern um bereits geleistete Zahlungen, deren Aufwand wirtschaftlich zukünftigen Perioden zugeordnet wird.
Eigenkapital steigt um mehr als 245.000 Euro
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Eigenkapitals.
Es erhöhte sich von 1.840.929 Euro auf 2.086.057 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 245.128 Euro beziehungsweise 13,3 Prozent.
Der gesamte Betrag wird als Kapitalanteil der Kommanditisten ausgewiesen.
Ein gesonderter Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust wird dagegen mit null Euro angegeben.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Gesellschaft 2025 weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet hätte.
Der Anhang erklärt, dass die Kapitalanteile der Kommanditisten unter Berücksichtigung des Gesellschaftsvertrages und der Beschlüsse der Gesellschafterversammlung insgesamt in einem Betrag ausgewiesen werden.
Aus der reinen Bilanz lässt sich deshalb das exakte Jahresergebnis 2025 nicht unmittelbar bestimmen.
Eigenkapitalquote steigt deutlich
Die Verbesserung wird bei der Eigenkapitalquote noch sichtbarer.
Bei einem Eigenkapital von rund 2,086 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von rund 4,648 Millionen Euro ergibt sich zum Jahresende 2025 rechnerisch eine Eigenkapitalquote von ungefähr 44,9 Prozent.
Ein Jahr zuvor lag sie bei rund 36,9 Prozent.
Damit hat sich die bilanzielle Eigenkapitalbasis erheblich verbessert.
Für eine Windpark-Projektgesellschaft ist diese Entwicklung bemerkenswert, weil gleichzeitig die Fremdfinanzierung zurückgeführt wurde.
Verbindlichkeiten sinken um fast 20 Prozent
Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich von 3.008.349 Euro auf 2.415.390 Euro.
Der Rückgang beträgt rund 592.959 Euro beziehungsweise 19,7 Prozent.
Damit fällt der Schuldenabbau deutlich stärker aus als der Rückgang der Bilanzsumme.
Die zentrale Ursache liegt bei den Bankdarlehen.
Bankverbindlichkeiten sinken um 585.456 Euro
Zum 31. Dezember 2025 bestanden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 2.341.804 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 2.927.260 Euro.
Die Gesellschaft hat ihre Bankverschuldung damit innerhalb eines Jahres um exakt 585.456 Euro beziehungsweise rund 20 Prozent reduziert.
Bemerkenswert ist, dass die kurzfristig fällige Rate ebenfalls 585.456 Euro beträgt.
Von den Bankverbindlichkeiten sind:
585.456 Euro innerhalb eines Jahres und
1.756.348 Euro nach mehr als einem Jahr
fällig.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren werden zum Jahresende 2025 mit null Euro ausgewiesen.
Damit lässt sich die Tilgungsstruktur vergleichsweise gut erkennen.
Keine Bankschulden mehr mit mehr als fünf Jahren Laufzeit
Der Vergleich mit dem Vorjahr ist besonders interessant.
In der Vorjahresdarstellung wurden noch 585.436 Euro Bankverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren ausgewiesen.
Für Ende 2025 steht dort null Euro.
Die Finanzierung rückt damit zeitlich näher an ihre vollständige Rückführung heran.
Unterstellt man lediglich als vereinfachte Orientierung eine gleichbleibende jährliche Tilgung in der Größenordnung von rund 585.000 Euro, würde der noch bestehende Bankkredit rechnerisch ungefähr vier weiteren Jahresraten entsprechen.
Ob die tatsächliche Tilgungsplanung genau diesem Muster folgt, geht aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht hervor.
Fast sämtliche Verbindlichkeiten sind Bankschulden
Die Bilanzstruktur ist relativ übersichtlich.
Von insgesamt 2,415 Millionen Euro Verbindlichkeiten entfallen 2,342 Millionen Euro auf Kreditinstitute.
Hinzu kommen:
52.953 Euro Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie
20.633 Euro aus Steuern und Abgaben.
Damit machen die Bankverbindlichkeiten rund 97 Prozent der gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten aus.
Anders als bei manchen Projektgesellschaften spielen umfangreiche Gesellschafterdarlehen in dieser Bilanz damit keine erkennbare zentrale Rolle.
Bankkredite vollständig besichert
Die Bankfinanzierung ist allerdings besichert.
Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, für die Pfandrechte oder vergleichbare Rechte bestehen, beträgt 2.341.804 Euro.
Dieser Betrag entspricht exakt der ausgewiesenen Bankverschuldung.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind darüber hinaus durch die üblichen Eigentumsvorbehalte gesichert. Im Übrigen sind die Verbindlichkeiten nach Angaben der Gesellschaft nicht besichert.
Interessant ist außerdem, dass innerhalb der Lieferantenverbindlichkeiten 52.924,76 Euro gegenüber Gesellschaftern bestehen.
Das entspricht nahezu der gesamten Position der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 52.953 Euro.
Rückstellungen steigen leicht
Die Rückstellungen erhöhten sich von 133.573 Euro auf 146.085 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 9,4 Prozent.
Den mit Abstand größten Anteil macht die Rückbauverpflichtung aus.
Dafür stehen 139.585,49 Euro in der Bilanz.
Im Vorjahr waren es 127.337,51 Euro.
Hinzu kommen 6.500 Euro für Abschluss- und Prüfungskosten.
Damit entfallen rund 95,5 Prozent der gesamten Rückstellungen auf den späteren Rückbau.
Das ist bei einer Windparkgesellschaft eine wirtschaftlich relevante Position, weil die Anlagen am Ende ihrer Nutzung zurückgebaut werden müssen.
Rückbau für 2035 prognostiziert
Der Anhang liefert hierzu eine weitere wichtige Information.
Die Gesellschaft kalkuliert mit einem prognostizierten Rückbau der Windenergieanlagen im Jahr 2035.
Auch die Pachtverträge werden in den Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen mit diesem prognostizierten Rückbauzeitpunkt in Verbindung gebracht.
Das ist deshalb interessant, weil die Anlagen handelsrechtlich über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben werden.
Für eine längerfristige Betrachtung stellt sich damit die Frage, was nach 2035 mit dem Standort geschieht – insbesondere, ob ein Repowering geplant ist.
Weitere finanzielle Verpflichtungen von 400.000 Euro
Neben den bilanzierten Schulden bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Der Gesamtbetrag wird mit 0,4 Millionen Euro angegeben.
Dabei geht es insbesondere um ungewöhnliche Steigerungen der Aufwendungen aus Wartungs- und Pachtverträgen sowie um kalkulierte Rückbaukosten, soweit diese über den Buchwert der entsprechenden Rückstellung hinausgehen.
Wichtig ist:
Diese 400.000 Euro dürfen nicht einfach zu den 2,415 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten hinzugerechnet werden.
Es handelt sich um außerhalb der Bilanz angegebene finanzielle Verpflichtungen, deren wirtschaftlicher Charakter und Fälligkeit sich von den bilanzierten Schulden unterscheiden.
300.000 Euro gegenüber verbundenen Unternehmen
Von diesen sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfallen nach Angaben des Unternehmens rund 0,3 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen.
Hintergrund ist, dass die Abrechnung von Pachten und Wartungskosten über die WP Jerrishoe Pooling GmbH & Co. KG erfolgt.
Damit spielt diese Gesellschaft innerhalb der wirtschaftlichen Struktur des Windparks eine wichtige Rolle.
Auf der Aktivseite bestehen wesentliche Forderungen gegenüber ihr.
Gleichzeitig laufen Pacht- und Wartungskosten über diese Gesellschaft.
Für eine vertiefte wirtschaftliche Analyse wäre deshalb interessant, wie genau die Leistungs- und Zahlungsströme zwischen den beiden Gesellschaften ausgestaltet sind.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Die Windpark Döhnkier GmbH & Co. KG beschäftigte 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.
Das ist für eine Windpark-Projektgesellschaft nicht ungewöhnlich.
Technische und kaufmännische Leistungen werden bei solchen Gesellschaften häufig über externe Dienstleister beziehungsweise verbundene Unternehmen erbracht.
Geschäftsführende Gesellschafterin ist die Bürgerwindpark Jerrishoe Verwaltungsgesellschaft mbH.
Die Geschäftsführung der Komplementärin lag 2025 bei Franz-Josef Lübbert zur Lage.
Keine besonderen Ereignisse nach Jahresende
Der Nachtragsbericht enthält ebenfalls eine relevante Aussage.
Nach Angaben der Geschäftsführung sind nach Ende des Geschäftsjahres keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, deren Auswirkungen weder in Gewinn- und Verlustrechnung noch Bilanz berücksichtigt wurden.
Der Jahresabschluss wurde am 19. August 2026 festgestellt.
Was fehlt: Umsatz und Jahresergebnis
Bei aller Transparenz der Bilanz bleibt für die wirtschaftliche Bewertung eine wesentliche Lücke.
Der vorliegende Veröffentlichungstext nennt zwar die Bilanz und zahlreiche Angaben aus dem Anhang.
Die Gewinn- und Verlustrechnung selbst mit den wesentlichen Ergebniszahlen ist im vorliegenden Material jedoch nicht enthalten.
Dabei erklärt die Gesellschaft ausdrücklich, dass die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt wurde.
Damit fehlen für Außenstehende zentrale Kennzahlen:
Wie hoch waren die Umsatzerlöse 2025?
Wie hoch war das operative Ergebnis?
Wie hoch waren Zinsaufwendungen?
Welchen Jahresüberschuss erzielte die Gesellschaft?
Wie hoch war der operative Cashflow?
Und welche Strommenge wurde 2025 produziert?
Eigenkapitalanstieg deutet auf positive Entwicklung – aber Vorsicht bei der Interpretation
Das Eigenkapital stieg um rund 245.000 Euro.
Da gleichzeitig kein gesonderter Bilanzgewinn oder Bilanzverlust ausgewiesen wird, könnte die Veränderung unter anderem mit der Ergebniszurechnung auf die Kapitalkonten der Kommanditisten zusammenhängen.
Ohne vollständige Ergebnisrechnung und Informationen über Einlagen, Entnahmen beziehungsweise Ergebnisverwendung sollte daraus jedoch nicht einfach ein Jahresgewinn von 245.128 Euro abgeleitet werden.
Das wäre anhand der vorliegenden Veröffentlichung nicht ausreichend belegt.
Die sichere Aussage lautet lediglich:
Das bilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft ist 2025 um rund 245.000 Euro gestiegen.
Positives Gesamtbild der Bilanz
Unabhängig von der fehlenden Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Bilanz mehrere günstige Entwicklungen.
Die Bankverschuldung wurde um rund 20 Prozent reduziert.
Die gesamten Verbindlichkeiten gingen ebenfalls um fast 20 Prozent zurück.
Das Eigenkapital stieg um rund 13 Prozent.
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich rechnerisch von etwa 36,9 auf 44,9 Prozent.
Und die liquiden Mittel erhöhten sich leicht.
Das ist in der Kombination bemerkenswert:
Mehr Eigenkapital, weniger Bankschulden und gleichzeitig etwas mehr Liquidität.
Aus der Bilanz ist damit keine offensichtliche Verschärfung der Finanzlage erkennbar.
Aber die Ertragskraft bleibt die entscheidende offene Frage
Eine solide Bilanzentwicklung beantwortet allerdings nicht automatisch die Frage nach der wirtschaftlichen Ertragskraft.
Gerade bei einem Windpark sind dafür Stromproduktion, erzielte Strompreise, Vergütungsstruktur, Wartungs- und Pachtkosten sowie Zinsbelastung entscheidend.
Auch die Frage, wie viel Geld nach laufenden Kosten und Schuldendienst tatsächlich verbleibt, lässt sich aus einer Stichtagsbilanz nicht beantworten.
Deshalb wäre für eine vollständige Bewertung insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung 2025 erforderlich.