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Heizöl zum Start der Heizsaison extrem teuer – jetzt kaufen oder besser noch warten?

Capt-M (CC0), Pixabay

Für Millionen Haushalte mit Ölheizung beginnt die Heizperiode mit einer unangenehmen Entwicklung: Heizöl ist in Deutschland derzeit erheblich teurer als noch vor einem Jahr.

Am Sonntag, 5. Oktober 2026, bewegen sich die bundesweiten Durchschnittspreise bei einer Bestellung von 3.000 Litern je nach Anbieter und Berechnung bei ungefähr 164 bis 166 Euro für 100 Liter Heizöl.

Eine Lieferung von 3.000 Litern kostet damit derzeit ungefähr 5.000 Euro.

Für Verbraucher stellt sich deshalb eine schwierige Frage: Soll der Tank jetzt gefüllt werden oder lohnt es sich, noch auf sinkende Preise zu warten?

Eine sichere Antwort gibt es nicht. Vier Punkte sind derzeit besonders wichtig.

1. Wie viel Heizöl ist noch im Tank?

Der wichtigste Punkt ist nicht der aktuelle Börsenkurs, sondern der eigene Heizölvorrat.

Wer nur noch wenig Heizöl besitzt, sollte nicht darauf setzen, dass die Preise in einigen Wochen zwangsläufig niedriger sein werden.

Denn niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich der Konflikt im Nahen Osten und damit der Ölpreis entwickelt.

Wer dagegen noch genügend Heizöl für mehrere Monate besitzt, hat mehr Spielraum und kann die Preisentwicklung beobachten.

Eine Möglichkeit kann eine Teilbestellung sein. Dabei wird nicht sofort der gesamte Tank gefüllt, sondern zunächst nur so viel bestellt, dass die Versorgung für einen längeren Zeitraum gesichert ist.

Sinken die Preise später, kann nachgekauft werden.

Steigen sie weiter, ist zumindest ein Teil des benötigten Heizöls bereits vorhanden.

2. Iran-Krieg und Straße von Hormus bleiben entscheidend

Ein wesentlicher Grund für die hohen Preise ist die Lage im Nahen Osten.

Der Iran-Krieg und die erheblichen Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben den internationalen Ölmarkt unter Druck gesetzt.

Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Erdöl und andere Energieträger weltweit.

Störungen oder die Gefahr weiterer Angriffe können deshalb erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Ölpreise haben.

Entspannt sich die Lage, könnten auch die Preise wieder fallen.

Verschärft sich der Konflikt dagegen erneut, sind weitere Preissteigerungen möglich.

Genau deshalb wäre es unseriös, Verbrauchern einen bestimmten Zeitpunkt als garantiert günstigsten Kauftermin zu nennen.

3. Keine akute Heizölknappheit in Deutschland

Trotz der hohen Preise besteht derzeit kein Grund für Panikkäufe.

Nach Angaben der Bundesregierung gibt es aktuell keine grundsätzlichen Probleme bei der Versorgung Deutschlands mit Heizöl.

Heizöl ist weiterhin verfügbar.

Deutschland verfügt außerdem über strategische Ölreserven, die für schwere Versorgungsstörungen vorgesehen sind.

Hohe Preise bedeuten deshalb nicht automatisch, dass Heizöl in Deutschland knapp wird oder Haushalte in den kommenden Wochen nicht mehr beliefert werden können.

4. Nicht nur auf den Literpreis schauen

Verbraucher sollten vor einer Bestellung mehrere Händler vergleichen.

Heizölpreise können sich regional unterscheiden und sich sogar innerhalb eines Tages verändern.

Außerdem spielt die bestellte Menge eine Rolle. Sehr kleine Bestellungen können pro Liter teurer sein, weil Liefer- und Transportkosten auf eine geringere Menge verteilt werden.

Auch Lieferzeit und Zahlungsbedingungen sollten berücksichtigt werden.

Besondere Vorsicht ist bei auffällig günstigen Angeboten im Internet geboten. Gerade bei hohen Energiepreisen können vermeintliche Schnäppchen Verbraucher auf unseriöse Internetseiten oder Fakeshops locken.

Komplett volltanken ist nicht für jeden die beste Lösung

Wer beispielsweise noch einen ausreichenden Vorrat besitzt, muss seinen Tank nicht allein aus Angst vor weiter steigenden Preisen sofort vollständig auffüllen.

Anders sieht es aus, wenn der Tank nahezu leer ist.

Dann kann das Warten auf einen möglicherweise niedrigeren Preis riskant werden. Beginnt gleichzeitig eine größere Bestellwelle zum Start der Heizperiode, können außerdem Lieferzeiten länger werden.

Eine Zwischenlösung kann deshalb sinnvoll sein: genügend Heizöl für die kommenden Monate bestellen, ohne zwingend den gesamten Tank zu füllen.

Damit verteilt sich das Preisrisiko auf mehrere Bestellungen.

Niemand kennt den günstigsten Zeitpunkt

Verbraucher sollten sich vor einfachen Prognosen hüten.

Der Heizölpreis hängt von zahlreichen Faktoren ab: vom internationalen Rohöl- und Gasölpreis, vom Dollar-Euro-Wechselkurs, von Raffineriekapazitäten, Transportkosten, Lagerbeständen, der Nachfrage und insbesondere von der weiteren geopolitischen Entwicklung.

Eine einzige politische Nachricht kann die Preise innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.

Deshalb kann heute niemand seriös garantieren, dass Heizöl im November oder Dezember billiger sein wird als Anfang Oktober.

Unser Verbraucher-Fazit

Wer noch ausreichend Heizöl besitzt, kann die weitere Entwicklung beobachten und muss nicht aus Angst sofort den kompletten Tank füllen.

Wer dagegen nur noch geringe Vorräte hat, sollte nicht darauf spekulieren, dass die Preise zwangsläufig bald fallen.

Eine Teilbestellung kann in der gegenwärtig unsicheren Situation ein vernünftiger Mittelweg sein: Der Haushalt verfügt über genügend Heizöl für den Winter, ohne den gesamten Jahresbedarf auf einmal zu einem außergewöhnlich hohen Preis einkaufen zu müssen.

Vor allem gilt: Nicht aus Angst kaufen, sondern Tankstand prüfen, mehrere Angebote vergleichen und nur die Menge bestellen, die tatsächlich benötigt wird.

Denn die Versorgung mit Heizöl ist in Deutschland derzeit gewährleistet. Das eigentliche Problem für Verbraucher ist momentan nicht die Verfügbarkeit – sondern der hohe Preis.

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