Für Nutzer von Microsoft Office 2016 und Office 2019 kann ein vermeintlich gewöhnliches Update derzeit unangenehme Folgen haben.
Nach den vorliegenden Berichten sorgt das Update KB5002907 dafür, dass vorhandene Office-Lizenzen teilweise nicht mehr erkannt werden. Word, Excel und andere Anwendungen melden dann Aktivierungsprobleme und können nicht mehr wie gewohnt verwendet werden.
Noch gravierender: In einzelnen Fällen sollen Office-Anwendungen nach dem Update vollständig vom Rechner verschwunden sein.
Microsoft stoppt die Verteilung
Microsoft hat auf die Berichte reagiert.
Nach den vorliegenden Informationen bestätigte das Unternehmen gegenüber dem IT-Portal „BleepingComputer“, dass es die entsprechenden Meldungen untersucht. Die Verteilung des Updates wurde demnach pausiert.
Das ist für Nutzer wichtig: Wer KB5002907 bislang nicht erhalten hat, sollte nach dem derzeitigen Stand nicht davon ausgehen, dass das Update weiterhin regulär verteilt wird.
Unklar bleibt allerdings, wie viele Installationen insgesamt betroffen sind.
Die vorliegenden Informationen erlauben deshalb keine belastbare Aussage über die Zahl der betroffenen Nutzer.
Besonders Office 2016 und Office 2019 betroffen
Nach den bisherigen Berichten treten die Schwierigkeiten vor allem bei Kaufversionen von Office 2016 und Office 2019 auf, insbesondere bei Home-and-Business-Editionen.
Dabei kann das Fehlerbild unterschiedlich ausfallen.
Bei einigen Nutzern bleibt Office installiert, erkennt aber die bisher verwendete Lizenz nicht mehr. Word oder Excel können dann beispielsweise eine erneute Aktivierung verlangen.
In anderen Fällen sind die Folgen erheblich weitreichender: Office-Anwendungen sollen während des Aktualisierungsprozesses entfernt worden sein, ohne anschließend wieder ordnungsgemäß installiert zu werden.
Für die Betroffenen bedeutet das unter Umständen eine komplette Neuinstallation.
Wie kann ein Update Word und Excel entfernen?
Nach den vorliegenden Informationen liegt ein möglicher Grund in der Art des Aktualisierungsvorgangs.
KB5002907 verändert demnach nicht lediglich einzelne Dateien, sondern kann einen umfassenderen Installations- beziehungsweise Migrationsprozess auslösen.
Problematisch können dabei insbesondere Systeme sein, auf denen unterschiedliche Office-Komponenten oder unterschiedliche Softwarearchitekturen zusammentreffen.
Als Beispiel wird eine 32-Bit-Installation von Office in Kombination mit einer 64-Bit-Laufzeitumgebung für Access-Datenbanken genannt.
Erkennt das Setup eine nicht unterstützte beziehungsweise problematische Kombination, kann der Installationsvorgang scheitern.
Besonders unangenehm wird dies, wenn zuvor bereits vorhandene Office-Komponenten entfernt wurden und die anschließende Installation nicht erfolgreich abgeschlossen wird.
Microsoft untersucht den Fehler nach den vorliegenden Informationen noch. Deshalb sollte die beschriebene Konstellation nicht als einzig mögliche Ursache dargestellt werden.
Lizenz plötzlich weg – was können Betroffene tun?
Ist Office weiterhin installiert und lediglich die Aktivierung verloren gegangen, kann nach den vorliegenden Informationen zunächst eine erneute Aktivierung versucht werden.
Dafür kommen insbesondere die erneute Eingabe des vorhandenen Produktschlüssels oder die Anmeldung mit dem Microsoft-Konto infrage, mit dem die Lizenz verknüpft wurde.
Wichtig: Wer bereits eine gültige Lizenz besitzt, sollte nicht vorschnell eine neue Office-Lizenz kaufen, nur weil die vorhandene Installation nach dem Update plötzlich Aktivierungsprobleme meldet.
Zunächst sollte geklärt werden, ob lediglich die Aktivierung wiederhergestellt werden muss.
Wenn Word und Excel vollständig verschwunden sind
Anders sieht es aus, wenn die Office-Anwendungen tatsächlich entfernt wurden.
Dann kann eine Neuinstallation erforderlich werden.
Nach den vorliegenden Informationen können betroffene Nutzer die Software erneut über die offiziellen Microsoft-Angebote beziehungsweise ihr Kundenkonto beziehen und anschließend mit ihrer bestehenden Lizenz wieder aktivieren.
Vor Downloads aus beliebigen Drittquellen ist dagegen Vorsicht angebracht. Gerade wenn viele Nutzer nach einer schnellen Lösung für ein aktuelles Softwareproblem suchen, besteht grundsätzlich die Gefahr, auf inoffizielle oder manipulierte Downloadangebote zu stoßen.
Problem trifft Software ohne regulären Support
Zusätzlich kommt bei Office 2016 und Office 2019 ein weiterer Punkt hinzu.
Der reguläre Support für beide Office-Versionen endete nach den vorliegenden Angaben bereits im Oktober 2025.
Die Programme können zwar weiterhin funktionieren. Das Support-Ende bedeutet jedoch, dass Microsoft dafür keine regulären Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen mehr bereitstellt.
Für Nutzer stellt sich deshalb unabhängig vom aktuellen Fehler die Frage, wie lange sie diese älteren Office-Versionen noch einsetzen möchten.
Auch Office 2021 nähert sich nach den vorliegenden Angaben seinem Support-Ende. Dieses soll am 13. Oktober 2026 erreicht werden.
Update-Problem ist kein Grund für einen überstürzten Neukauf
Das aktuelle Problem sollte allerdings nicht automatisch als Argument verstanden werden, sofort ein Microsoft-365-Abonnement oder eine neue Office-Version zu kaufen.
Wer von KB5002907 betroffen ist und bereits über eine gültige Lizenz verfügt, sollte zunächst prüfen, ob sich die vorhandene Installation beziehungsweise Aktivierung wiederherstellen lässt.
Ein Neukauf ist nicht zwangsläufig erforderlich, nur weil die Aktivierung infolge des Updates vorübergehend nicht mehr funktioniert.
Langfristig ist das ausgelaufene Sicherheits-Supportfenster älterer Office-Versionen jedoch ein eigenständiger Aspekt, den Nutzer bei ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten.
Betroffene sollten Ruhe bewahren
Für Nutzer von Office 2016 und Office 2019 ist die Situation ärgerlich: Ein Update, das eigentlich die Software aktualisieren sollte, kann nach den vorliegenden Berichten genau das Gegenteil bewirken und eine zuvor funktionierende Installation beeinträchtigen.
Wer betroffen ist, sollte deshalb zunächst prüfen, ob lediglich die Lizenzaktivierung verloren gegangen ist oder ob Office tatsächlich deinstalliert wurde. Im ersten Fall kann eine erneute Aktivierung ausreichen, im zweiten Fall kann eine Neuinstallation notwendig sein.
Dass Microsoft die Verteilung von KB5002907 inzwischen pausiert hat und das Problem untersucht, ist dabei eine wichtige Entwicklung. Wie viele Nutzer tatsächlich betroffen sind und welche technischen Ursachen neben den bislang beschriebenen Konstellationen eine Rolle spielen, geht aus den vorliegenden Informationen noch nicht abschließend hervor.