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Trianel Windpark Buchenau: 19,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten – Gesellschafterschulden steigen

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bilanzsumme der in Aachen ansässigen Trianel Windpark Buchenau GmbH & Co. KG ist 2024 deutlich zurückgegangen.

Ende 2023 standen noch 27.318.281,76 Euro in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2024 waren es 24.655.476,52 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 2,66 Millionen Euro beziehungsweise 9,7 Prozent.

Windpark-Anlagen stehen mit 19,7 Millionen Euro in der Bilanz

Den größten Vermögensposten bildet weiterhin das Sachanlagevermögen.

Dieses sank von 21.803.231,63 Euro auf 19.714.482,46 Euro.

Die Gesellschaft schreibt ihre Sachanlagen nach eigenen Angaben linear über einen Zeitraum von 16 Jahren ab. Aus den vorgelegten Angaben lässt sich jedoch nicht bestimmen, welcher Teil des Rückgangs ausschließlich auf die planmäßigen Abschreibungen entfällt. Ein Anlagenspiegel oder eine Gewinn- und Verlustrechnung liegt in den hier wiedergegebenen Unterlagen nicht vor.

Deshalb lässt sich auch nicht beurteilen, welche Investitionen oder Anlagenbewegungen es 2024 gegeben hat.

Liquidität sinkt um rund 856.000 Euro

Das Umlaufvermögen verringerte sich von rund 5,29 Millionen auf 4,38 Millionen Euro.

Besonders sichtbar ist der Rückgang beim Kassen- und Bankbestand.

Ende 2023 waren hier noch 4.466.398,88 Euro ausgewiesen. Ein Jahr später waren es 3.610.464,55 Euro.

Damit gingen die liquiden Mittel um rund 855.934 Euro beziehungsweise 19,2 Prozent zurück.

Trotz dieses Rückgangs machen die liquiden Mittel rechnerisch noch etwa 14,6 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.

Ob und in welchem Umfang diese Gelder frei verfügbar sind, lässt sich aus den Zahlen allerdings nicht allein ableiten. Im Anhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Zusammenhang mit Darlehensverbindlichkeiten umfangreiche Sicherheiten bestellt und auch liquide Mittel verpfändet wurden.

Forderungen bei 765.000 Euro

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich Ende 2024 auf 765.468,02 Euro, nach 821.867,05 Euro im Vorjahr.

Darin enthalten sind Forderungen gegen Gesellschafter von rund 62.000 Euro. Im Vorjahr bestanden nach Angaben des Unternehmens keine entsprechenden Gesellschafterforderungen.

Deutlich gestiegen ist außerdem der aktive Rechnungsabgrenzungsposten: von 226.784,20 Euro auf 565.061,49 Euro.

Dabei handelt es sich nach den Bilanzierungsangaben um bereits vor dem Bilanzstichtag geleistete Zahlungen, die Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Eigenkapital sinkt auf 4,97 Millionen Euro

Das ausgewiesene Eigenkapital ging von 5.629.343,16 Euro auf 4.972.827,46 Euro zurück.

Das entspricht einem Minus von 656.515,70 Euro beziehungsweise rund 11,7 Prozent.

Die Rücklagen beliefen sich zum Jahresende auf 4.972.827,46 Euro, nach 5,58 Millionen Euro im Vorjahr.

Bemerkenswert ist die Darstellung des Kommanditkapitals: Die Kapitalanteile der Kommanditisten betragen 5.000 Euro. Gleichzeitig werden nicht eingeforderte ausstehende Einlagen von ebenfalls 5.000 Euro abgezogen. Das eingeforderte Kapital beträgt damit bilanziell null Euro.

Der wirtschaftlich maßgebliche Eigenkapitalposten besteht somit aus den Rücklagen.

Rechnerisch ergibt sich zum 31. Dezember 2024 eine Eigenkapitalquote von rund 20,2 Prozent. Im Vorjahr waren es etwa 20,6 Prozent.

Was ist mit dem Jahresergebnis 2024?

Hier lässt der vorgelegte Abschluss eine wichtige Frage offen.

Für 2023 wird in der Bilanz ein Jahresüberschuss von 49.343,16 Euro ausgewiesen. Für 2024 enthält die entsprechende Position in der übermittelten Bilanz dagegen keinen Betrag; gleichzeitig wird ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von null Euro ausgewiesen.

Daraus sollte nicht geschlossen werden, dass das Jahresergebnis 2024 null Euro betrug.

Eine Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden Unterlagen nicht enthalten. Damit fehlen Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, laufenden Betriebskosten, Zinsaufwendungen und dem tatsächlichen Jahresergebnis.

Auch die Ursache für den Rückgang der Rücklagen von 5,58 Millionen auf rund 4,97 Millionen Euro wird in dem vorliegenden Anhang nicht erläutert.

Verbindlichkeiten sinken um 1,91 Millionen Euro

Die gesamten bilanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 21.315.537,03 Euro auf 19.409.556,58 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,906 Millionen Euro beziehungsweise 8,9 Prozent.

Für die Beurteilung ist vor allem die Laufzeitenstruktur interessant.

Von den 19,41 Millionen Euro werden 4.715.097,10 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 14.694.459,48 Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Davon wiederum haben 6.061.492,44 Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Im Vorjahr lagen die langfristigen Verbindlichkeiten noch höher: Damals hatten 16,85 Millionen Euro eine Laufzeit von mehr als einem Jahr und 8,22 Millionen Euro von mehr als fünf Jahren.

Die Zahlen zeigen damit einen deutlichen Abbau längerfristiger Verpflichtungen.

Rund 17 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten besichert

Der Anhang liefert außerdem einen Einblick in die Finanzierung.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind rund 17,019 Millionen Euro durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert. Im Vorjahr waren es 19,011 Millionen Euro.

Für die Darlehen wurden nach Angaben der Gesellschaft umfangreiche Sicherheiten gestellt.

Unter anderem wurden die Windkraftanlagen sicherungsübereignet. Auch liquide Mittel wurden verpfändet.

Die hohe Besicherung ist bei der Interpretation des Bankguthabens wichtig: Ein ausgewiesener Kontostand von 3,61 Millionen Euro bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass dieser Betrag vollständig frei disponierbar wäre.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern steigen auf 1,94 Millionen Euro

Während die Gesamtverbindlichkeiten zurückgingen, entwickelten sich die Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern in die entgegengesetzte Richtung.

Sie stiegen von 1,635 Millionen Euro auf 1,938 Millionen Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 303.000 Euro beziehungsweise etwa 18,5 Prozent.

Dem stehen Forderungen gegen Gesellschafter von rund 62.000 Euro gegenüber.

Welche konkreten Finanzierungs- oder Geschäftsvorgänge hinter dem Anstieg der Gesellschafterverbindlichkeiten stehen, wird in den vorgelegten Angaben nicht näher erläutert.

Rückstellungen gehen auf 273.000 Euro zurück

Die Rückstellungen reduzierten sich ebenfalls deutlich.

Ende 2023 standen 373.401,57 Euro in der Bilanz. Ende 2024 waren es noch 273.092,48 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 26,9 Prozent.

Von besonderer Bedeutung ist bei einem Windpark die Verpflichtung zum späteren Rückbau.

Nach Angaben der Gesellschaft wurde die entsprechende Rückstellung auf Basis einer zum 31. Dezember 2024 angenommenen Restnutzungsdauer von zwölf Jahren berechnet. Dabei wurde ein Zinssatz von 1,87 Prozent zugrunde gelegt.

Wie hoch allein die Rückbaurückstellung ist, wird in den vorgelegten Angaben allerdings nicht separat ausgewiesen.

Weitere Verpflichtungen von fast 5,9 Millionen Euro

Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen zukünftiger Geschäftsjahre.

Insgesamt werden 5.873.850,96 Euro angegeben.

Davon entfallen 2,45 Millionen Euro auf Wartungsverträge, rund 58.421 Euro auf Betriebsführungsverträge und rund 3,365 Millionen Euro auf Gestattungsverträge.

Von der Gesamtsumme werden rund 447.831 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 2,426 Millionen Euro entfallen auf Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren und rund 2,825 Millionen Euro auf Zeiträume von mehr als fünf Jahren.

Diese Verpflichtungen dürfen allerdings nicht mit den bilanzierten Verbindlichkeiten gleichgesetzt werden.

Es wäre deshalb irreführend, die 5,87 Millionen Euro einfach auf die 19,41 Millionen Euro Verbindlichkeiten aufzuschlagen und von mehr als 25 Millionen Euro „Schulden“ zu sprechen. Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen handelt es sich vielmehr um zukünftige Zahlungsverpflichtungen aus bestehenden Verträgen.

Was Anleger aus der Bilanz nicht erfahren

Trotz der umfangreichen Bilanzangaben fehlen für eine wirtschaftliche Gesamtbewertung wesentliche Informationen.

Die vorgelegten Unterlagen enthalten keine Gewinn- und Verlustrechnung. Deshalb lässt sich nicht feststellen, wie hoch die Umsätze des Windparks 2024 waren, wie viel Strom produziert wurde, welche Zinsbelastung entstanden ist und ob das Geschäftsjahr mit einem Gewinn oder Verlust abgeschlossen wurde.

Auch die Entwicklung der Rücklagen und die genaue Zusammensetzung der Bankverbindlichkeiten werden in dem vorliegenden Ausschnitt nicht näher erläutert.

Eine hohe Verschuldung ist bei kapitalintensiven Windparkgesellschaften zudem nicht für sich genommen ein Beleg für wirtschaftliche Schwierigkeiten. Für eine solche Schlussfolgerung wären insbesondere Informationen über Ertragskraft, Cashflow, Schuldendienst und Liquiditätsplanung erforderlich.

Trianel Windpark Buchenau: Schulden sinken, aber langfristige Finanzierung bleibt prägend

Der Jahresabschluss 2024 zeigt damit eine weiterhin stark fremdfinanzierte Windparkgesellschaft.

Die bilanziellen Verbindlichkeiten gingen um rund 1,91 Millionen Euro auf 19,41 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig sanken die liquiden Mittel um rund 856.000 Euro auf 3,61 Millionen Euro und das Eigenkapital um rund 657.000 Euro auf 4,97 Millionen Euro.

Auffällig ist außerdem der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 1,635 Millionen auf 1,938 Millionen Euro.

Hinzu kommen langfristige vertragliche Verpflichtungen insbesondere für Wartung und Gestattungen von insgesamt rund 5,87 Millionen Euro.

Für eine abschließende Bewertung fehlt jedoch die entscheidende zweite Seite der Rechnung: Wie viel Umsatz und Cashflow erwirtschaftet der Windpark mit seinen Anlagen – und welchen Gewinn oder Verlust hat die Gesellschaft 2024 tatsächlich erzielt?

Diese Fragen beantwortet der vorliegende Abschlussausschnitt nicht.

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