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Windpark Münsterland II: Verlust steigt um 79 Prozent – Bankguthaben verdreifacht sich fast

Windpark Münsterland II: Verlust steigt um 79 Prozent – Bankguthaben verdreifacht sich fast

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Damit präsentiert sich die kleine Bremer Beteiligungsgesellschaft bilanziell stabiler, als die Entwicklung des Jahresergebnisses zunächst vermuten lässt.

Entscheidend ist allerdings die Trennung zwischen Ertragslage und Kapitalausstattung: Die Kapitalbasis verbessert sich 2025 deutlich. Das laufende Ergebnis tut es nicht.

Jahresverlust steigt um knapp 79 Prozent

Windpark Münsterland II weist für 2025 einen Jahresfehlbetrag von 3.959,98 Euro aus.

Im Vorjahr waren es 2.213,50 Euro.

Damit erhöht sich der Verlust um 1.746,48 Euro beziehungsweise rund 78,9 Prozent.

Das ist eine deutliche Verschlechterung.

Warum der Fehlbetrag gestiegen ist, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben jedoch nicht erkennen. Der vorliegende Abschluss enthält keine detaillierte Aufschlüsselung der Gewinn- und Verlustrechnung, anhand derer sich einzelne Kosten- oder Ertragspositionen vergleichen ließen.

Eine konkrete Ursache für den Verlustanstieg lässt sich deshalb nicht seriös benennen.

Fast 9.000 Euro Verluste angesammelt

Zum neuen Jahresverlust kommt ein Verlustvortrag von 4.960,95 Euro.

Zusammen ergeben beide Positionen zum Jahresende:

8.920,93 Euro.

Die Verlustpositionen entsprechen damit rund 35,7 Prozent des nominellen Stammkapitals von 25.000 Euro.

Das ist bei einer kleinen Beteiligungsgesellschaft eine relevante Größenordnung.

Wiederkehrende Verluste in dieser Höhe würden den vorhandenen Eigenkapitalpuffer auf Dauer belasten. Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, lässt sich aus einem einzelnen Jahresabschluss allerdings nicht prognostizieren.

Eigenkapital steigt trotzdem um 113 Prozent

Trotz des höheren Verlustes steigt das ausgewiesene Eigenkapital kräftig.

Es erhöht sich von 7.539,05 Euro auf 16.079,07 Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 113,3 Prozent.

Der Grund dafür ist nicht eine verbesserte Ertragslage, sondern die Veränderung beim eingeforderten Kapital.

2024 wurden vom gezeichneten Kapital von 25.000 Euro noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgesetzt. Entsprechend betrug das eingeforderte Kapital lediglich 12.500 Euro.

2025 steht dieser Abzug bei null.

Damit werden nun die vollständigen 25.000 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen.

Dieser Effekt von 12.500 Euro ist größer als der neue Jahresverlust und lässt das Eigenkapital deshalb unter dem Strich deutlich steigen.

Kapitalstärkung darf nicht mit Gewinn verwechselt werden

Genau diese Unterscheidung ist für die Interpretation wichtig.

Wer ausschließlich auf den Anstieg des Eigenkapitals von rund 7.500 auf mehr als 16.000 Euro schaut, könnte eine deutliche wirtschaftliche Verbesserung vermuten.

Das Jahresergebnis zeigt jedoch das Gegenteil.

Die laufende Geschäftstätigkeit schließt mit einem Verlust von knapp 4.000 Euro ab. Die höhere Eigenkapitalposition resultiert wesentlich daraus, dass nun das gesamte Stammkapital eingefordert ausgewiesen wird.

Die Kapitalbasis ist also stärker geworden, während die Ergebnisentwicklung gleichzeitig schwächer ausfällt.

Bankguthaben steigt um 194 Prozent

Noch auffälliger ist die Entwicklung der Liquidität.

Das Bankguthaben steigt von 4.245,55 Euro auf 12.492,12 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um 8.246,57 Euro beziehungsweise rund 194,2 Prozent.

Das Bankguthaben hat sich damit innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht.

Bemerkenswert ist das insbesondere vor dem Hintergrund des gleichzeitig ausgewiesenen Jahresverlustes.

Ein Widerspruch ist das nicht: Jahresergebnis und Zahlungsströme sind unterschiedliche Rechnungsgrößen. Zudem kann beispielsweise die Veränderung des eingeforderten Kapitals Einfluss auf die Liquiditätsausstattung haben.

Aus der Bilanz allein lässt sich allerdings nicht zweifelsfrei rekonstruieren, aus welchen konkreten Zahlungsströmen der Anstieg des Bankguthabens entstanden ist.

Finanzanlagen bleiben unverändert

Anders als bei mehreren vergleichbaren Beteiligungsgesellschaften verändert sich der Wert der Finanzanlagen bei Windpark Münsterland II nicht.

Sie stehen sowohl Ende 2024 als auch Ende 2025 mit 5.000 Euro in der Bilanz.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet; soweit erforderlich, wird ein niedrigerer beizulegender Wert angesetzt.

Aus dem unveränderten Bilanzwert lässt sich allerdings keine Aussage darüber ableiten, wie sich die wirtschaftliche Situation des zugrunde liegenden Windparkprojekts entwickelt hat.

Die Beteiligungsbilanz enthält dafür nicht genügend Informationen.

Bilanzsumme steigt um fast 90 Prozent

Insgesamt wächst die Bilanzsumme von 9.245,55 Euro auf 17.492,12 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 89,2 Prozent.

Der gesamte Anstieg entfällt praktisch auf das höhere Bankguthaben.

Ende 2025 besteht das Vermögen der Gesellschaft damit aus lediglich zwei Positionen: 5.000 Euro Finanzanlagen und 12.492,12 Euro Bankguthaben.

Mehr als 71 Prozent der Bilanzsumme liegen damit als liquide Mittel vor.

Keine Verbindlichkeiten

Auf der Passivseite fällt ein weiterer Punkt besonders positiv auf: Die Gesellschaft weist keinerlei Verbindlichkeiten aus.

Neben dem Eigenkapital von 16.079,07 Euro bestehen lediglich Rückstellungen von 1.413,05 Euro.

Im Vorjahr lagen diese noch bei 1.706,50 Euro.

Bei einer Bilanzsumme von 17.492,12 Euro ergibt sich damit eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 91,9 Prozent.

Ein klassisches Verschuldungs- oder Finanzierungsproblem ist aus diesem Abschluss daher nicht erkennbar.

Die eigentliche Schwachstelle liegt beim Ergebnis

Damit lässt sich die Lage recht klar trennen.

Die Bilanzstruktur ist solide: keine Verbindlichkeiten, hohes Bankguthaben im Verhältnis zur Bilanzsumme, mehr als 90 Prozent Eigenkapital und vollständig eingefordertes Kapital.

Die Ergebnisentwicklung ist dagegen negativ: Der Jahresverlust steigt um knapp 79 Prozent und bereits bestehende Verlustvorträge wachsen weiter.

Die hohe Eigenkapitalquote sollte deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesellschaft bislang Kapital verbraucht, statt durch Gewinne zusätzliches Eigenkapital aufzubauen.

Keine Aussage über den operativen Windpark

Bei den absoluten Zahlen ist zudem Zurückhaltung geboten.

Eine Bilanzsumme von lediglich rund 17.500 Euro zeigt, dass hier nicht Windenergieanlagen im Millionenwert bilanziert werden.

Die Windpark Münsterland II Beteiligungs GmbH hält Anteile an verbundenen Unternehmen und wird ihrerseits in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.

Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.

Der Verlust dieser Beteiligungsgesellschaft darf deshalb nicht als Beleg dafür verstanden werden, dass ein operativer Windpark Münsterland II ebenfalls Verluste erwirtschaftet. Der vorliegende Einzelabschluss lässt eine solche Schlussfolgerung nicht zu.

Solide finanziert, aber wiederkehrende Verluste

Von einer finanziellen Krise kann auf Grundlage dieser Bilanz keine Rede sein.

Windpark Münsterland II besitzt 12.492 Euro Bankguthaben, weist keine Verbindlichkeiten aus und verfügt über mehr als 16.000 Euro Eigenkapital.

Kritisch bleibt jedoch, dass Verlustvortrag und neuer Fehlbetrag inzwischen zusammen 8.920,93 Euro erreichen.

Die entscheidende Frage kommender Abschlüsse lautet deshalb, ob die Beteiligungsgesellschaft künftig positive Ergebnisse erwirtschaften kann oder ihre Kapitalbasis weiter durch jährliche Verluste belastet.

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