Der Windpark auf dem Kambacher Eck zwischen Biberach, Schuttertal und Steinach besteht aus vier Windenergieanlagen des Typs Enercon E115. Sie gingen 2016 in Betrieb. 2025 war damit das neunte vollständige Betriebsjahr.
Der geprüfte Jahresabschluss erhielt einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Abschlussprüfer erklärt ausdrücklich, dass die Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt habe.
Verlust sinkt auf 175.000 Euro
Unter dem Strich steht für 2025 ein Jahresfehlbetrag von 175.060,24 Euro.
Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch einen Verlust von 203.468,33 Euro ausgewiesen.
Der Fehlbetrag verbessert sich damit um rund 28.400 Euro beziehungsweise 14 Prozent.
Das klingt zunächst positiv. Allerdings hatte die Gesellschaft für 2025 mit einem wesentlich kleineren Minus gerechnet.
Geplant war laut Lagebericht lediglich ein negatives Ergebnis von 46.000 Euro. Tatsächlich fiel der Verlust damit rund 129.000 Euro höher aus als vorgesehen. Als wesentlichen Grund für die Abweichung nennt die Gesellschaft einen Effekt aus der Ertragsteuer.
121.000 Euro Steuerbelastung trotz Verlust
Dieser Punkt ist besonders auffällig.
In der Gewinn- und Verlustrechnung stehen 121.274,62 Euro Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Im Vorjahr waren es lediglich 1.507 Euro.
Die Gesellschaft erklärt im Lagebericht, dass diese Ertragsteuer zu 100 Prozent aus der Übertragung der Anteile von der badenova WärmePlus GmbH & Co. KG auf die badenova Erneuerbare GmbH & Co. KG resultiere.
Damit ist die erhebliche Planabweichung nicht allein auf den eigentlichen Windparkbetrieb zurückzuführen.
Stromproduktion fällt deutlich
Operativ belastet allerdings die geringere Stromproduktion.
2025 speiste der Windpark 25,84 Millionen Kilowattstunden ein. Im Vorjahr waren es 29,11 Millionen Kilowattstunden.
Das entspricht einem Rückgang um rund 11,2 Prozent.
Die Produktion lag außerdem rund 3,2 Prozent unter der ursprünglichen Planung.
Der durchschnittliche Vergütungssatz entwickelte sich dagegen günstig: Er stieg von 8,58 auf 8,79 Cent je Kilowattstunde.
Der höhere Preis konnte den Mengenrückgang jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Umsatz fällt um 7,4 Prozent
Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für 2025 Umsatzerlöse von 2,311 Millionen Euro aus.
Im Vorjahr waren es 2,497 Millionen Euro.
Damit sinkt der Umsatz um rund 186.000 Euro beziehungsweise 7,4 Prozent.
Der Lagebericht nennt für die Einspeisung von Strom nach EEG Erlöse von rund 2,272 Millionen Euro. Sie setzen sich aus Direktvermarktungserlösen und der Marktprämie zusammen.
Dabei spielten auch negative Strompreise eine Rolle.
Für insgesamt 0,2 Millionen Kilowattstunden entfiel 2025 gesetzlich die Marktprämie. Für diese Stunden erhielt der Windpark nach eigenen Angaben vertragsgemäß den jeweiligen Monatsmarktmittelwert für Wind an Land.
Technische Verfügbarkeit bleibt hoch
Der Produktionsrückgang bedeutet allerdings nicht, dass die Windenergieanlagen in großem Umfang ausgefallen wären.
Nach Angaben der Gesellschaft erreichten sämtliche Anlagen die im Vollwartungsvertrag garantierte Mindestverfügbarkeit von 95 Prozent. Für den gesamten Windpark lag die Verfügbarkeit bei 97,4 Prozent.
Das zentrale Betriebsrisiko bleibt vielmehr das Windangebot.
Die Gesellschaft selbst bezeichnet dieses im Risikobericht als größtes Risiko eines Windparks während der Betriebsphase.
Reparaturkosten springen von 4.600 auf 116.000 Euro
Eine weitere auffällige Entwicklung findet sich bei den betrieblichen Kosten.
Die Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltung steigen von lediglich 4.596 Euro auf 116.241 Euro.
Damit haben sie sich binnen eines Jahres vervielfacht.
Der Lagebericht nennt zugleich ein konkretes technisches Thema.
An den Kabeln zur Netzanbindung der Windenergieanlagen wurden fehlerhafte Stellen entdeckt. Diese wurden während mehrerer Messkampagnen repariert. Die Untersuchungen dauerten zum Berichtszeitpunkt noch an.
Die Gesellschaft rechnet ausdrücklich damit, dass in den kommenden Jahren weitere fehlerhafte Stellen auftreten können und berücksichtigt deshalb Kontroll- und Reparaturkosten in ihrer Wirtschaftsplanung.
Der Abschluss stellt allerdings nicht ausdrücklich fest, dass der gesamte Anstieg der Reparaturkosten auf diese Kabelprobleme zurückzuführen ist.
1,4 Millionen Euro Abschreibungen belasten das Ergebnis
Den größten Aufwandsposten bilden weiterhin die Abschreibungen.
Sie belaufen sich 2025 auf 1.406.006 Euro und liegen damit praktisch auf Vorjahresniveau.
Die vier Windenergieanlagen werden linear über eine angenommene Nutzungsdauer von 16 Jahren abgeschrieben.
Die ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten der technischen Anlagen betragen rund 22,47 Millionen Euro.
Nach kumulierten Abschreibungen von inzwischen rund 12,86 Millionen Euro verbleibt Ende 2025 ein Buchwert von 9,61 Millionen Euro.
Neue Investitionen wurden 2025 nicht vorgenommen.
Bankkredite sinken um 1,09 Millionen Euro
Trotz des Jahresverlustes schreitet der Schuldenabbau weiter voran.
Die Bankverbindlichkeiten sinken von 8,856 Millionen Euro auf 7,771 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 1,086 Millionen Euro beziehungsweise 12,3 Prozent.
Nach Angaben der Gesellschaft werden sämtliche Darlehen planmäßig getilgt.
Die ursprüngliche Projektfinanzierung wurde langfristig strukturiert und mit einer Zinsfestschreibung über die jeweilige Laufzeit versehen.
Die Bankkredite sind umfassend besichert, unter anderem durch die Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen, die Abtretung von Direktvermarktungs- und Einspeisevergütungsansprüchen sowie Versicherungsansprüchen und durch die Verpfändung der Kapitaldienstreserve.
Gesamtverschuldung sinkt um fast 1,5 Millionen Euro
Auch insgesamt geht die Verschuldung deutlich zurück.
Die Verbindlichkeiten sinken von 12,270 Millionen Euro auf 10,782 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 1,49 Millionen Euro beziehungsweise 12,1 Prozent.
Neben den Bankkrediten bestehen weiterhin erhebliche Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern.
Sie belaufen sich Ende 2025 auf 2,782 Millionen Euro. Davon entfallen nach Angaben im Anhang rund 2,682 Millionen Euro auf ein Nachrangdarlehen.
Der Lagebericht bezeichnet dieses Nachrangdarlehen als bilanzielles Fremdkapital, wirtschaftlich aber als Mischform aus Eigen- und Fremdkapital beziehungsweise Mezzanine-Kapital.
Trotzdem wurden 500.000 Euro ausgeschüttet
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Ausschüttungspolitik.
Obwohl 2025 erneut ein Verlust entsteht, wurden 500.000 Euro aus frei verfügbaren Cash-Beständen an die Gesellschafter ausgeschüttet.
Im Vorjahr waren es 350.000 Euro.
Die Gesellschaft erläutert allerdings, dass rund 400.000 Euro der Ausschüttung auf das Jahresergebnis 2023 entfallen. Die Zahlung darf deshalb nicht einfach als Ausschüttung des verlustreichen Ergebnisses 2025 dargestellt werden.
Die Anteilseigner sind badenova Erneuerbare und Thüga Erneuerbare Energien mit jeweils 48 Prozent sowie die Gemeinden Steinach mit zwei Prozent und Schuttertal und Biberach mit jeweils einem Prozent.
Eigenkapital sinkt auf nur noch 384.000 Euro
Die Kombination aus Verlusten und Ausschüttungen macht sich beim Eigenkapital bemerkbar.
Es sinkt von 559.333,67 Euro auf 384.273,43 Euro.
Damit reduziert sich das Eigenkapital um rund 31,3 Prozent.
Bei einer Bilanzsumme von 11,554 Millionen Euro entspricht das nur noch einer rechnerischen Eigenkapitalquote von rund 3,3 Prozent.
Das ist eine ausgesprochen dünne bilanzielle Eigenkapitaldecke.
Allerdings muss dabei das Nachrangdarlehen berücksichtigt werden, das handelsrechtlich als Fremdkapital ausgewiesen wird, von der Gesellschaft aber selbst als Mezzanine-Finanzierung beschrieben wird.
Warum trotz Verlust kein Verlustvortrag stehen bleibt
Eine Besonderheit erklärt außerdem, warum die Bilanz trotz des Jahresfehlbetrags keinen Verlustvortrag ausweist.
Der Fehlbetrag wird zunächst entsprechend dem Gesellschaftsvertrag auf die Verlustvortragskonten verteilt. Anschließend wird der um einen bestehenden Verlustvortrag erhöhte Jahresfehlbetrag durch Entnahmen aus dem Rücklagenkonto ausgeglichen.
Dadurch sinken die Rücklagen von 662.802 Euro auf 284.273 Euro, während der ausgewiesene Verlustvortrag zum Jahresende bei null steht.
Das bedeutet: Die Verluste verschwinden wirtschaftlich nicht. Sie reduzieren die vorhandenen Rücklagen.
Liquidität sinkt um fast 600.000 Euro
Auch die liquiden Mittel gehen deutlich zurück.
Das Bankguthaben fällt von 1,834 Millionen Euro auf 1,239 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 595.000 Euro beziehungsweise 32,4 Prozent.
Von den verbleibenden Bankguthaben sind zudem 850.000 Euro dem Kapitaldienstreservekonto der finanzierenden DKB zugeordnet.
Damit steht nur ein Teil der ausgewiesenen Liquidität frei zur Verfügung.
Für 2026 erneut negatives Ergebnis geplant
Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft noch keine Rückkehr in die schwarzen Zahlen.
Für 2026 plant sie ein Ergebnis vor Steuern von minus 18.000 Euro.
Dabei wird wieder mit einer Windertragssituation entsprechend dem Finanzmodell gerechnet.
Ob diese Planung aufgeht, hängt wesentlich vom tatsächlichen Windangebot ab. Die Gesellschaft weist selbst darauf hin, dass die Windverhältnisse im Rahmen der üblichen Schwankungen über oder unter den prognostizierten Werten liegen können.
Verlust kleiner – Eigenkapitaldecke trotzdem dünner
Der Jahresabschluss ist deshalb nicht eindimensional zu bewerten.
Positiv sind der um rund 14 Prozent reduzierte Jahresverlust, der planmäßige Schuldenabbau, die hohe technische Anlagenverfügbarkeit und die langfristige Finanzierung.
Auf der anderen Seite stehen eine um gut elf Prozent gesunkene Strommenge, stark gestiegene Reparaturkosten, eine Ausschüttung von 500.000 Euro und ein Eigenkapital, das Ende 2025 nur noch 384.000 Euro beträgt.
Hinzu kommt das technische Risiko an den Netzanbindungskabeln, für das die Gesellschaft auch in kommenden Jahren weitere Kosten einkalkuliert.