Die Sechste Westwind Windpark ApS & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer leicht verkleinerten Bilanz abgeschlossen. Das Unternehmen reduzierte seine Verbindlichkeiten gegenüber Banken um rund 59.000 Euro, während gleichzeitig das Gesamtvermögen auf knapp 962.000 Euro zurückging. Auffällig bleibt die Struktur der Gesellschaft: Sie beschäftigt keine Mitarbeiter, verfügt lediglich über ein Sachanlagevermögen von gut 6.000 Euro und weist zugleich Forderungen von mehr als 918.000 Euro aus. Der Jahresabschluss lässt erkennen, dass es sich um eine schlank organisierte Projekt- beziehungsweise Finanzierungsgesellschaft innerhalb einer Windparkstruktur handelt.
Mit Veröffentlichung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2025 gibt die Sechste Westwind Windpark ApS & Co. KG mit Sitz in Harrislee Einblick in ihre wirtschaftliche Entwicklung. Wie viele kleinere Windparkgesellschaften macht das Unternehmen von den gesetzlichen Erleichterungen für kleine Personenhandelsgesellschaften Gebrauch. Deshalb werden lediglich Bilanz und Anhang veröffentlicht, während eine Gewinn- und Verlustrechnung nicht offengelegt wird.
Dennoch lassen sich aus den verfügbaren Zahlen wichtige Rückschlüsse auf die Vermögens- und Finanzlage ziehen.
Bilanzsumme sinkt auf rund 962.000 Euro
Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2025 belief sich die Bilanzsumme auf 961.683,76 Euro. Im Vorjahr hatte sie noch 1.020.678,67 Euro betragen.
Damit verringerte sich das Gesamtvermögen innerhalb eines Jahres um rund 59.000 Euro beziehungsweise knapp 5,8 Prozent.
Die Entwicklung spiegelt sich sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite wider. Insbesondere der Abbau von Forderungen und Bankverbindlichkeiten führte zu der niedrigeren Bilanzsumme.
Anlagevermögen spielt nur eine untergeordnete Rolle
Das Anlagevermögen der Gesellschaft umfasst lediglich 6.052 Euro. Im Vorjahr waren noch 10.192 Euro bilanziert.
Der Rückgang um gut 4.100 Euro dürfte im Wesentlichen auf planmäßige Abschreibungen des vorhandenen Sachanlagevermögens zurückzuführen sein.
Für eine klassische Windpark-Betreibergesellschaft wäre ein derart geringer Anlagenbestand ungewöhnlich. Betreiber von Windenergieanlagen weisen üblicherweise technische Anlagen im Millionenbereich aus.
Die Bilanzstruktur spricht deshalb dafür, dass die Gesellschaft selbst keine Windenergieanlagen besitzt oder betreibt, sondern innerhalb einer größeren Unternehmensstruktur vor allem Verwaltungs-, Finanzierungs- oder Beteiligungsaufgaben übernimmt.
Forderungen dominieren das Vermögen
Den größten Vermögensposten bilden die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.
Zum Jahresende 2025 belief sich dieser Bilanzposten auf 918.147 Euro. Gegenüber dem Vorjahr mit 962.687 Euro entspricht dies einem Rückgang von rund 44.500 Euro.
Damit entfallen mehr als 95 Prozent des gesamten Umlaufvermögens auf Forderungen.
Der veröffentlichte Jahresabschluss enthält keine nähere Aufgliederung dieser Position. Offen bleibt daher, ob es sich um Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, Geschäftspartnern, Darlehensnehmern oder anderen Vertragspartnern handelt.
Gerade bei Projektgesellschaften innerhalb größerer Unternehmensgruppen entstehen Forderungen häufig aus konzerninternen Finanzierungen oder Abrechnungen.
Liquide Mittel leicht rückläufig
Die Bankguthaben gingen im Geschäftsjahr leicht zurück.
Zum Bilanzstichtag verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel von 36.475 Euro. Im Vorjahr waren es noch 47.026 Euro gewesen.
Damit verringerte sich der Kassen- und Bankbestand um rund 10.500 Euro.
Angesichts der vergleichsweise hohen Forderungen besitzt die Gesellschaft jedoch weiterhin erhebliche kurzfristige Vermögenswerte, auch wenn diese nicht unmittelbar als Zahlungsmittel verfügbar sind.
Eigenkapital bleibt unverändert
Das Eigenkapital blieb im Geschäftsjahr vollständig unverändert.
Es beträgt weiterhin 240.306,87 Euro.
Bemerkenswert ist dabei die Kapitalstruktur.
Zwar sind Kommanditanteile in Höhe von 750.000 Euro vorgesehen. Tatsächlich wurden hiervon jedoch lediglich 240.306,87 Euro eingefordert.
Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen der Kommanditisten belaufen sich weiterhin auf 509.693,13 Euro.
Diese Konstruktion ist bei Kommanditgesellschaften nicht ungewöhnlich. Sie ermöglicht es den Gesellschaftern, zugesagte Einlagen nur bei tatsächlichem Finanzierungsbedarf einzuzahlen.
Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen.
Eigenkapitalquote bei rund 25 Prozent
Bezogen auf die Bilanzsumme ergibt sich eine Eigenkapitalquote von rund 25 Prozent.
Damit ist etwa ein Viertel des Vermögens durch Eigenkapital finanziert, während rund drei Viertel auf Fremdkapital entfallen.
Im Vergleich zu vielen klassischen Projektgesellschaften der Windenergiebranche stellt dies eine durchaus solide Eigenkapitalbasis dar.
Rückstellungen nahezu unverändert
Die Rückstellungen beliefen sich zum Jahresende auf 43.820 Euro.
Gegenüber dem Vorjahreswert von 43.780 Euro ergibt sich lediglich ein minimaler Anstieg um 40 Euro.
Der Anhang erläutert, dass die Rückstellungen sämtliche erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verpflichtungen berücksichtigen und nach kaufmännischer Vorsicht bewertet wurden.
Eine detaillierte Aufschlüsselung nach einzelnen Rückstellungsarten erfolgt nicht.
Bankverbindlichkeiten sinken
Positiv entwickelte sich die Verschuldung gegenüber Kreditinstituten.
Die entsprechenden Verbindlichkeiten gingen von 736.592 Euro auf 677.294 Euro zurück.
Damit reduzierte die Gesellschaft ihre Bankschulden innerhalb eines Jahres um rund 59.300 Euro.
Von den verbleibenden Darlehen werden 147.650 Euro innerhalb eines Jahres fällig.
Weitere 529.644 Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Langfristige Verpflichtungen mit einer Laufzeit von über fünf Jahren bestehen dagegen nicht.
Zusätzlich weist die Gesellschaft lediglich noch sehr geringe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 262,70 Euro aus.
Die gesamten Verbindlichkeiten summieren sich damit auf 677.556,89 Euro.
Keine Arbeitnehmer beschäftigt
Wie zahlreiche Projektgesellschaften der Windenergiebranche beschäftigt auch die Sechste Westwind Windpark ApS & Co. KG keine eigenen Mitarbeiter.
Die Geschäftsführung erfolgt über die persönlich haftende Gesellschafterin, die Wangenfeldt Komplementar ApS mit Sitz im dänischen Nørresundby.
Das gezeichnete Kapital dieser Gesellschaft beträgt 126.000 dänische Kronen.
Geschäftsführerin war im Berichtsjahr und ist weiterhin Andrea Thomsen-Gutjahr.
Die grenzüberschreitende Unternehmensstruktur mit einer dänischen Komplementärgesellschaft ist im deutsch-dänischen Grenzraum kein ungewöhnliches Modell und wird insbesondere bei internationalen Projekt- und Beteiligungsstrukturen genutzt.
Keine Aussagen zum operativen Geschäft
Da lediglich Bilanz und Anhang veröffentlicht wurden, bleibt die operative Geschäftsentwicklung weitgehend im Dunkeln.
Nicht bekannt sind unter anderem:
- die Höhe möglicher Umsatzerlöse,
- ein eventueller Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag,
- laufende Verwaltungs- oder Finanzierungskosten,
- Zinsaufwendungen,
- Ausschüttungen an Gesellschafter.
Dadurch lässt sich die Ertragskraft der Gesellschaft anhand der veröffentlichten Unterlagen nur eingeschränkt beurteilen.
Die Bilanz zeigt jedoch, dass die Gesellschaft ihre kurzfristigen und langfristigen Verpflichtungen im Berichtsjahr weiter reduziert hat.
Finanzstruktur bleibt stabil
Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt das Bild einer finanziell stabilen, aber sehr schlank organisierten Gesellschaft.
Das Unternehmen verfügt nur über geringes Sachanlagevermögen und keine eigenen Beschäftigten. Gleichzeitig bestehen hohe Forderungen sowie eine weiterhin erhebliche, aber rückläufige Bankverschuldung.
Positiv fällt insbesondere der kontinuierliche Schuldenabbau auf. Innerhalb eines Jahres wurden die Bankverbindlichkeiten um rund 59.000 Euro reduziert.
Mit einer Eigenkapitalquote von rund 25 Prozent verfügt die Gesellschaft zudem über eine vergleichsweise solide Kapitalbasis.
Auch wenn die fehlende Gewinn- und Verlustrechnung keine Aussagen über die operative Entwicklung zulässt, deutet die Bilanz darauf hin, dass die Sechste Westwind Windpark ApS & Co. KG ihre Finanzierungsstruktur im Geschäftsjahr 2025 weiter konsolidiert hat und ihren Verpflichtungen planmäßig nachkommt.