Die Arbeit für den Schutz von Umwelt und Natur bleibt lebensgefährlich: Weltweit sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Witness mindestens 142 Umweltschützerinnen und Umweltschützer getötet worden. Aktivisten, die sich für den Erhalt von Wäldern, Wasserquellen oder indigenen Territorien einsetzen, sind demnach in vielen Regionen massiver Gewalt ausgesetzt.
Lateinamerika als Brennpunkt der Gewalt
Besonders betroffen ist erneut Lateinamerika: 82 Prozent aller dokumentierten Fälle ereigneten sich dort.
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Kolumbien bleibt mit 48 Morden das gefährlichste Land für Naturschützer. Betroffen sind dort vor allem indigene Gemeinschaften, die ihre Territorien gegen illegale Holzfäller, Bergbauprojekte oder Drogenkartelle verteidigen.
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Guatemala verzeichnete 20 Opfer,
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Mexiko 18 Tote.
Auch in Brasilien, Honduras und Peru gab es tödliche Angriffe, häufig im Zusammenhang mit Landkonflikten und großflächigen Rohstoffausbeutungen.
Langfristige Entwicklung
Seit Beginn der systematischen Dokumentation im Jahr 2012 summiert sich die Zahl der getöteten Umweltschützer laut Global Witness inzwischen auf 2.253 Fälle. Die Organisation betont jedoch, dass die Dunkelziffer erheblich höher liegen dürfte, da viele Angriffe nicht gemeldet oder in den offiziellen Statistiken verschleiert werden.
Ursachen und Hintergründe
Die Bedrohung von Umweltaktivisten steht häufig in direktem Zusammenhang mit wirtschaftlichen Interessen:
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Abholzung von Regenwäldern,
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Bergbau- und Energieprojekte,
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illegale Landwirtschaft,
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Landraub in indigenen Gebieten.
Häufig seien es einflussreiche lokale Eliten, kriminelle Organisationen oder paramilitärische Gruppen, die Gewalt anwenden, um Widerstand zu brechen. Straflosigkeit ist weit verbreitet – in den meisten Fällen werden die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen.
Forderungen von Global Witness
Die NGO ruft Regierungen weltweit dazu auf, den Schutz von Umwelt- und Menschenrechtsverteidigern zu verbessern. Dazu gehören effektive Ermittlungen, die strafrechtliche Verfolgung von Tätern sowie die Anerkennung und Unterstützung der Arbeit von Aktivisten. Zudem müssten internationale Konzerne stärker in die Pflicht genommen werden, damit ihre Projekte nicht auf Kosten von Mensch und Natur durchgesetzt werden.