Phishing-Mails, Fake-Shops, Schockanrufe – der Zahlungsbetrug im Internet ist auf dem Vormarsch. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Visa beobachten 82 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland einen Anstieg von Online-Betrugsversuchen im vergangenen Jahr.
Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) wurde demnach bereits selbst Opfer eines Zahlungsbetrugs – etwa durch manipulierte Webseiten, gefälschte Zahlungsaufforderungen oder betrügerische Nachrichten. Doch obwohl die Zahl der Betroffenen steigt, bleiben viele Fälle unentdeckt oder ungeahndet: Nur 60 Prozent der tatsächlichen Opfer wenden sich laut Umfrage tatsächlich an die Polizei.
Ein auffälliger Widerspruch: Während 90 Prozent der nicht betroffenen Befragten angeben, sie würden im Fall eines Betrugs Anzeige erstatten, handeln im Ernstfall deutlich weniger entsprechend. Gründe dafür sind laut Experten oft Scham, Unsicherheit oder das Gefühl, dass ohnehin nichts erreicht werden kann.
Verbraucherschützer und Polizei warnen jedoch davor, auf eine Anzeige zu verzichten. Jede Anzeige helfe, Strukturen von Betrugsnetzwerken zu erkennen und andere vor Schaden zu bewahren. Außerdem sei die Dokumentation eines Betrugsfalls häufig Voraussetzung für eine Erstattung durch Banken oder Zahlungsdienste.
„Zahlungsbetrug im Netz ist längst kein Einzelfallproblem mehr, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die Transparenz und Aufklärung braucht“, heißt es in der Analyse von Visa.
Die Umfrage zeigt auch: Viele Verbraucher fühlen sich nicht ausreichend informiert oder wünschen sich bessere Warnsysteme und Schulungen im digitalen Alltag – etwa beim Online-Shopping oder beim Umgang mit Messenger-Diensten.
Die Polizei und zahlreiche Organisationen bieten inzwischen präventive Ratgeber, Hotlines und Online-Meldestellen an. Dennoch bleibt der beste Schutz: Misstrauen bei unerwarteten Nachrichten, gesunden Menschenverstand – und konsequentes Handeln im Ernstfall.