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Gläubiger fordern 27 Millionen Euro von Schuhbeck-Firmen – Insolvenzverwalter erwartet nur geringe Rückzahlungen
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Gläubiger fordern 27 Millionen Euro von Schuhbeck-Firmen – Insolvenzverwalter erwartet nur geringe Rückzahlungen

Matthias_koll_leverkusen (CC0), Pixabay

Im Insolvenzverfahren um die Firmen des prominenten Star-Kochs Alfons Schuhbeck wird das ganze Ausmaß der finanziellen Schieflage immer deutlicher. Wie der zuständige Insolvenzverwalter Max Liebig jetzt vor dem Landgericht München I mitteilte, haben Gläubiger derzeit Forderungen in Höhe von insgesamt rund 27 Millionen Euro angemeldet. Diese Zahl könne sich im Verlauf des Verfahrens noch weiter verändern, betonte Liebig – sowohl nach oben als auch nach unten.

Rückzahlung nur in Bruchteilen erwartet

Trotz der hohen Forderungssumme dämpfte der Insolvenzverwalter die Erwartungen der Gläubiger deutlich: Es sei nicht damit zu rechnen, dass auch nur annähernd ein relevanter Teil des Geldes zurückgezahlt werde. „Ich gehe davon aus, dass letztlich nur ein Bruchteil der Gesamtforderungen bedient werden kann“, so Liebig. Konkrete Quoten nannte er nicht, machte aber klar, dass viele Gläubiger wohl leer ausgehen dürften.

Keine ordentliche Buchführung – kaum Transparenz

Ein zentraler Kritikpunkt des Insolvenzverwalters betrifft den Zustand der Geschäftsunterlagen zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung im Jahr 2021. „Für die betroffenen Firmen war keine nennenswerte Buchhaltung mehr vorhanden“, sagte Liebig. Die fehlende Dokumentation erschwere die Aufarbeitung der wirtschaftlichen Verhältnisse erheblich und verzögere auch die Ermittlungen zu eventuellen Rückführungs- oder Haftungsansprüchen.

Hintergrund: Schuhbeck verurteilt wegen Steuerhinterziehung

Der Fall hat eine prominente Vorgeschichte: Alfons Schuhbeck war im Oktober 2022 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 2,3 Millionen Euro vom Landgericht München I zu drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass Schuhbeck in seinen Restaurants systematisch Einnahmen aus der Kasse verschwinden ließ – unter anderem mit Hilfe einer manipulierten Software.

Die Insolvenz seiner Firmen – darunter mehrere Gastronomie-, Event- und Cateringbetriebe – folgte kurz darauf. Auch Markenrechte, Beteiligungen und diverse Firmenstrukturen rund um den bekannten Namen „Schuhbeck“ wurden im Zuge des Verfahrens aufgearbeitet.

Wie es weitergeht

Wann mit einem Abschluss des Insolvenzverfahrens zu rechnen ist, bleibt offen. Nach Angaben von Liebig ist die Prüfung der Forderungen und Vermögenswerte noch nicht abgeschlossen. Auch könnten weitere Gläubiger Forderungen nachmelden. Derzeit laufen zudem weitere Ermittlungen zur Aufarbeitung der Zahlungsflüsse und eventueller Ansprüche gegenüber Dritten.

Für Schuhbeck, der einst als Fernsehkoch, Hoflieferant und Unternehmer große Erfolge feierte, ist es der endgültige Tiefpunkt seiner Karriere. Das Insolvenzverfahren könnte für viele seiner früheren Geschäftspartner, Mitarbeiter und Zulieferer ebenfalls gravierende finanzielle Folgen haben.

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