Start Politik Deutschland Angriffe auf Politiker: Giffey beklagt „Freiwild-Kultur“

Angriffe auf Politiker: Giffey beklagt „Freiwild-Kultur“

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Nach den jüngsten Angriffen auf sie selbst und andere Amtsträger hat Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey den schwindenden Respekt für Politiker scharf kritisiert. In einem Interview mit dem „Checkpoint-Podcast“ des „Tagesspiegels“ sprach die SPD-Politikerin von einer bedenklichen Entwicklung, die das demokratische Zusammenleben gefährde.

Zunehmende Respektlosigkeit

Giffey äußerte sich besorgt über die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Politikern: „Es gibt zunehmend Menschen, die überhaupt keinen Anstand und Respekt mehr haben“, sagte sie. Diese Haltung sei nicht nur respektlos, sondern gefährde auch die Grundlagen einer funktionierenden Demokratie. „Politiker sind keine normalen Menschen, mit denen kannst du es ja machen“, zitierte Giffey eine weitverbreitete Ansicht und kritisierte diese als Ausdruck einer „Freiwild-Kultur“.

Angriffe auf Amtsträger

Die Diskussion über den Umgang mit Politikern wurde durch mehrere Vorfälle angeheizt. Giffey selbst wurde bei einer öffentlichen Veranstaltung verbal attackiert und musste durch Sicherheitskräfte geschützt werden. Auch andere Amtsträger berichteten von ähnlichen Erfahrungen, was auf ein wachsendes Problem hinweist.

Gefahr für das demokratische Miteinander

Für das demokratische Zusammenleben sei diese Entwicklung äußerst bedenklich, warnte Giffey. „Wenn Politiker nicht mehr respektiert werden und Anfeindungen ausgesetzt sind, schwächt das die Demokratie insgesamt“, betonte sie. Respekt und Anstand seien Grundpfeiler einer zivilisierten Gesellschaft und unverzichtbar für den politischen Diskurs.

Aufruf zur Besinnung

Giffey rief die Bevölkerung dazu auf, sich wieder auf diese Werte zu besinnen und den Respekt vor politischen Ämtern zu wahren. „Wir müssen uns bewusst machen, dass Politiker auch nur Menschen sind, die ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten wollen“, erklärte sie. Es sei wichtig, den politischen Diskurs sachlich und respektvoll zu führen, um die Demokratie zu stärken und weiterzuentwickeln.

Maßnahmen zum Schutz von Politikern

Um die Sicherheit von Politikern zu gewährleisten, werden derzeit verschiedene Maßnahmen diskutiert. Dazu gehören verstärkte Sicherheitsvorkehrungen bei öffentlichen Auftritten und eine schärfere Verfolgung von Straftaten gegen Amtsträger. Giffey betonte, dass es wichtig sei, klare Grenzen zu setzen und Gewalt sowie Anfeindungen nicht zu tolerieren.

Hoffnung auf Wandel

Trotz der Herausforderungen zeigte sich Giffey zuversichtlich, dass ein Wandel möglich ist. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Respektlosigkeit und Gewalt die Oberhand gewinnen“, sagte sie. Es liege an jedem Einzelnen, durch sein Verhalten und seine Haltung einen Beitrag zu einer respektvollen und demokratischen Gesellschaft zu leisten.

Die Aussagen von Franziska Giffey werfen ein Schlaglicht auf ein drängendes Problem, das nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland betrifft. Es ist ein Appell an die Gesellschaft, sich für Anstand und Respekt im politischen Diskurs einzusetzen und die demokratischen Werte zu verteidigen.

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