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Lieferengpässe bei Arzneimitteln

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Pexels (CC0), Pixabay

Die Lieferengpässe bei Arzneimitteln erreichen einen neuen Höchstwert, und die Situation hat sich im Vergleich zu 2022 weiter verschärft. Insbesondere Antibiotika waren häufig nicht verfügbar, was Apotheken und Ärzte dazu zwang, nach Alternativen zu suchen. Die Prognose für 2024 deutet darauf hin, dass die Engpässe weiterhin bestehen werden. Eine aktuelle Datenanalyse zeigt, dass die Anzahl der Lieferengpässe im Jahr 2023 um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, mit insgesamt 1.421 Meldungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM).

Die am häufigsten betroffenen Arzneimittelkategorien waren Antibiotika, Schmerzmittel und Medikamente zur Krebstherapie. Insbesondere bei Antibiotika wie Cefaclor gab es erhebliche Probleme, was zu Schwierigkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen führte. Auch Medikamente für Kinder, darunter Fiebersäfte, standen aufgrund von Lieferengpässen nicht zur Verfügung.

Für das Jahr 2024 sind bisher 501 Engpässe bekannt, die entweder aktuell bestehen oder im Laufe des Jahres erwartet werden. Dies unterstreicht die anhaltende Herausforderung, die Verfügbarkeit wichtiger Arzneimittel sicherzustellen.

Die Ursachen für die Lieferengpässe sind vielfältig und umfassen globale Produktionsprobleme, Konzentration auf wenige Herstellungsstätten, Qualitätsmängel, sowie Produktions- und Lieferverzögerungen für Rohstoffe. Eine verstärkte Nachfrage nach Antibiotika und fiebersenkenden Medikamenten aufgrund von Atemwegserkrankungen im Herbst und Winter verschärfte die Lage zusätzlich.

Die Auswirkungen auf die Patienten sind nicht immer direkt spürbar, da Apotheker bestrebt sind, Ersatzlösungen zu finden. Dennoch erhöht die prekäre Situation die Komplexität der Arbeit für Apotheker erheblich. Die Daten zeigen auch einen Wandel seit 2022, als die Zahl der nicht krankenhausrelevanten Engpässe, die vor allem Apotheken betreffen, die der krankenhausrelevanten Engpässe überstiegen.

Die Bundesregierung und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie sehen strukturelle Probleme als Hauptursache für Lieferengpässe an und betonen die Notwendigkeit einer bundesweiten Lösung.

Trotz Bemühungen, die Situation zu bewältigen, bleibt die Unsicherheit, wie sich die Lieferengpässe in den kommenden Monaten entwickeln werden. Der Beirat beim BfArM und die High Level AG im Bundesministerium für Gesundheit bewerten die aktuelle Versorgungslage jedoch als stabil, obwohl die Entwicklungen weiterhin genau beobachtet werden müssen.

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