Zur Insolvenz der Oil & Gas Invest AG

Es ist das Ende einer über Jahre andauernden Auseinandersetzung in der Führungsetage des Unternehmens, die das Unternehmen nahezu handlungsunfähig gemacht hatte. Hintergrund ist vor allem der Streit zwischen dem Hauptaktionär und seinem Nachfolger als CEO und dem Aufsichtsrat. Ihr Geld verlieren nun vor allem die Aktionäre des Unternehmens und das, obwohl die Oil & Gas Invest AG solides Geschäftskonzept aufwies. Bekanntgeworden war das Unternehmen Oil & Gas Invest AG in der Öffentlichkeit vor allem durch eine Anordnung der BaFin. Diese hatte das vom Unternehmen herausgegeben Nachrangdarlehen als Einlagegeschäft eingestuft und die unverzügliche Rückzahlung der von den Anlegern investierten Gelder gefordert. Immerhin konnte die OGI die Gelder korrekt zurückzahlen und musste nicht, wie bei anderen Gesellschaften, die ähnliche Verfügungen erhalten hatten, Insolvenz anmelden. Dies hatte der Hauptaktionär und lange Zeit auch Vorstand der Gesellschaft den Anlegern versprochen und zugesagt, wenn nötig, mit seinem privaten Vermögen dafür einzustehen.

Als Ergebnis dieser BaFin-Verfügung hatte sich das Unternehmen OGI AG dann neu und vor allem gesetzeskonform aufgestellt und bei der CSSF in Luxemburg einen umfangreichen Prospekt gestatten lassen, um das bisherige Geschäftsmodell weiterführen zu können. Doch bereits nach wenigen Tagen fand sich die OGI AG auf der Warnliste der CSSF Luxemburg wieder, hervorgerufen durch einen merkwürdigen Medienbericht, der aber nicht aus Informationen aus dem Hause der OGI AG stammte, sondern ein „Hirngespinst“ eines Journalisten entstammte. Nach kurzer Diskussion mit der CSSF hatte diese zwar den Warnhinweis wieder gelöscht, aber die Warnung stand nun einmal im Raum, vor allem im Internet.

Die Luxemburger CSSF darf sich heute sicherlich mit als „Totengräber“ der OGI AG fühlen. Das Prospekt hatte fast 200.000 Euro gekostet, war mit seinen 500 Seiten aus unserer Sicht aber unlesbar. Mit der Vermarktung der Kapitalanlage funktionierte es dann nicht mehr, weil es im Hause der OGI AG Streit darüber gab, ob man nach dem Vorfall mit der CSSF Luxemburg mit dem Prospekt überhaupt noch Anleger für das Geschäftsmodell gewinnen kann.

Der damalige CEO setzte dann wohl eher auf Family Offices und auf institutionelle Investoren. Heute zurückblickend stellt sich das als die Fehlentscheidung heraus, die letztlich der Beginn des Untergangs der OGI AG war. Der Hauptaktionär des Unternehmens, selber auch CEO bis zum Ende des letzten Jahres, hatte den Anlegern immer versprochen „das kein Anleger der OGI AG sein Geld verlieren würde“, was er dann ja eingehalten hat. Ob er das auch jetzt wieder einhalten kann, wird man sehen. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass sich viele Anleger genau an diese Aussage jetzt erinnern werden.

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