Die niedersächsische Bäckerei Kiess & Krause GmbH will ihren Geschäftsbetrieb zum 31. Mai 2027 einstellen. Von der angekündigten Schließung sind nach Unternehmensangaben sämtliche zehn Filialen, die Produktion und rund 120 Beschäftigte betroffen.
Bei der Entscheidung handelt es sich nach Angaben der Geschäftsführung nicht um die Folge einer Insolvenz. Das Familienunternehmen sei schuldenfrei. Ausschlaggebend seien vielmehr die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ein erheblicher Investitionsbedarf und die erfolglose Suche nach einer geeigneten Nachfolge gewesen.
Familienunternehmen besteht seit 1971
Kiess & Krause wurde 1971 gegründet und wird mittlerweile in dritter Generation geführt. Verantwortlich für das Unternehmen sind Eva Krause-Adekunle und Philipp Krause gemeinsam mit ihren Geschwistern Marlene Meyer und Victor Krause.
Die Familie erklärte, dass ihr die Entscheidung zur Betriebseinstellung schwergefallen sei. Das Unternehmen sei seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil des familiären Lebens.
Hohe Kosten und geringe Gewinnspannen
Als wesentliche Belastungen nennt die Geschäftsführung gestiegene Preise für Zutaten, Energie und technische Dienstleistungen. Ein Bäckereibetrieb benötigt viel Strom und Gas für Öfen, Kühlanlagen, Produktion und beheizte Verkaufsräume. Gleichzeitig seien die Gewinnspannen zu gering, um die steigenden Kosten dauerhaft aufzufangen.
Hinzu komme eine nachlassende Kaufkraft. Die Kundschaft sei zwar weiterhin vorhanden, gebe in den Filialen jedoch weniger aus. Auch der zunehmende Verwaltungsaufwand und Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs belasteten den Betrieb.
Kein Käufer für den Betrieb gefunden
Nach Angaben der Geschäftsführung wären umfangreiche Investitionen in Backöfen, Kühlanlagen, Ladeneinrichtungen und Energieeffizienz erforderlich gewesen. Die Eigentümer hätten sich dagegen entschieden, dafür neue finanzielle Risiken einzugehen.
Auch die Suche nach einem Käufer blieb demnach erfolglos. Ob bis zum vorgesehenen Schließungstermin noch einzelne Betriebsteile, Filialen oder Arbeitsplätze übernommen werden können, ist bislang nicht bekannt.
Bis zum 31. Mai 2027 soll der Geschäftsbetrieb zunächst weiterlaufen. Für die rund 120 Beschäftigten bedeutet die angekündigte Stilllegung dennoch erhebliche Unsicherheit. Entscheidend wird nun sein, wie der Personalabbau rechtlich und sozial ausgestaltet wird und ob sich für einzelne Standorte möglicherweise doch noch Übernahmelösungen finden.