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Windpark Oldenswort-Moordeich: Verbindlichkeiten steigen auf 24,38 Millionen Euro – Bilanzsumme wächst um 138 Prozent

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Windparkgesellschaft mit massiv gewachsener Bilanz

Der Jahresabschluss der Windpark Oldenswort-Moordeich GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 wurde mit Veröffentlichungsdatum 13. August 2026 im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Oldenswort und ist beim Registergericht Flensburg eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde am 22. Juni 2026 festgestellt. Als Geschäftsführer unterzeichnete Stephan Haack.

Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 27.531.160,97 Euro aus.

Ein Jahr zuvor waren es noch 11.582.878,36 Euro.

Damit erhöhte sich die Bilanzsumme innerhalb eines Geschäftsjahres um rund 15,95 Millionen Euro beziehungsweise 137,7 Prozent.

Ein solcher Anstieg ist erheblich.

Er zeigt, dass sich die Größenordnung der bilanzierten Vermögenswerte und ihrer Finanzierung innerhalb eines Jahres grundlegend verändert hat.

Die wichtigsten Bilanzkennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2024
Bilanzsumme 27.531.160,97 € 11.582.878,36 €
Anlagevermögen 21.617.502,55 € 7.658.002,76 €
Sachanlagen 21.098.031,05 € 7.138.531,26 €
Umlaufvermögen 3.046.227,14 € 3.206.526,00 €
Liquide Mittel 1.695.148,28 € 1.441.500,03 €
Aktive Rechnungsabgrenzung 2.867.431,28 € 718.349,60 €
Eigenkapital 2.800.000,00 € 2.800.000,00 €
Rückstellungen 353.105,42 € 625.406,00 €
Verbindlichkeiten 24.378.055,55 € 8.157.472,36 €

Die Zahlen verdeutlichen zwei Entwicklungen: einen starken Aufbau langfristig gebundener Vermögenswerte und eine noch stärkere Zunahme der Fremdfinanzierung.

Sachanlagen steigen um fast 14 Millionen Euro

Besonders auffällig ist die Entwicklung des Sachanlagevermögens.

Dieses erhöhte sich von 7.138.531,26 Euro auf 21.098.031,05 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 13,96 Millionen Euro beziehungsweise 195,6 Prozent.

Damit hat sich der bilanzierte Wert der Sachanlagen nahezu verdreifacht.

Bei einer Windparkgesellschaft können solche Veränderungen beispielsweise mit Investitionen in Windenergieanlagen, technische Infrastruktur oder noch im Aufbau befindliche Projekte zusammenhängen.

Welche konkreten Vermögensgegenstände hinzugekommen sind, lässt sich dem veröffentlichten Anhang jedoch nicht entnehmen.

Es wäre deshalb voreilig, aus dem Anstieg unmittelbar auf die Errichtung einer bestimmten Zahl neuer Windenergieanlagen zu schließen.

Der Jahresabschluss zeigt den Investitionsumfang in bilanzieller Hinsicht, nicht aber die einzelnen technischen Maßnahmen.

Die Finanzanlagen blieben mit 519.471,50 Euro unverändert.

Verbindlichkeiten steigen um mehr als 16 Millionen Euro

Noch stärker als das Anlagevermögen entwickelten sich die Schulden der Gesellschaft.

Zum 31. Dezember 2025 beliefen sich die Verbindlichkeiten auf 24.378.055,55 Euro.

Im Vorjahr waren es 8.157.472,36 Euro.

Der Anstieg beträgt damit rund 16,22 Millionen Euro oder 198,8 Prozent.

Die Verbindlichkeiten haben sich innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht.

Für eine kapitalintensive Windparkgesellschaft ist eine umfangreiche Fremdfinanzierung nicht ungewöhnlich.

Windenergieanlagen erfordern regelmäßig hohe Anfangsinvestitionen, die über längere Zeiträume refinanziert werden.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die absolute Höhe der Schulden.

Wichtig ist vielmehr, ob die Anlagen künftig ausreichend Einnahmen erwirtschaften, um laufende Kosten, Zinsen und Tilgungen zu decken.

Genau diese Frage lässt sich anhand des vorliegenden Jahresabschlusses nicht beantworten.

Langfristige Verbindlichkeiten mehr als vervierfacht

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die langfristigen Finanzierungspflichten.

Die Bilanz weist Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 22.451.481,31 Euro aus.

Im Vorjahr betrugen sie lediglich 5.049.999,33 Euro.

Der Anstieg beläuft sich auf rund 17,40 Millionen Euro.

Damit haben sich diese langfristigen Verpflichtungen mehr als vervierfacht.

Im Anhang wird derselbe Betrag von 22.451.481,31 Euro zudem ausdrücklich als Summe der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bezeichnet.

Das ist bemerkenswert, weil die gesamte in der Bilanz ausgewiesene Summe der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr exakt identisch ist.

Nach den veröffentlichten Angaben wären somit sämtliche langfristigen Verbindlichkeiten zugleich erst nach mehr als fünf Jahren fällig.

Ob dies tatsächlich der vertraglichen Laufzeitenstruktur entspricht oder ob eine ungenaue Darstellung im Anhang vorliegt, lässt sich aus den Unterlagen allein nicht klären.

Eine Erläuterung der Finanzierungslaufzeiten wäre daher sinnvoll.

Eigenkapital bleibt bei 2,8 Millionen Euro

Während die Bilanzsumme stark wuchs, blieb das ausgewiesene Eigenkapital unverändert.

Es betrug sowohl Ende 2024 als auch Ende 2025 genau 2.800.000 Euro.

Dabei handelt es sich um Kapitalanteile der Kommanditisten.

Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird in beiden Jahren mit null Euro ausgewiesen.

Daraus folgt allerdings nicht, dass die Gesellschaft in beiden Geschäftsjahren tatsächlich weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet hat.

Bei Personengesellschaften können Ergebnisverwendungen und Buchungen auf Gesellschafterkonten dazu führen, dass in der veröffentlichten Bilanz kein Bilanzgewinn ausgewiesen wird.

Ohne Gewinn- und Verlustrechnung und weitere Erläuterungen bleibt die tatsächliche Ertragslage offen.

Eigenkapitalquote sinkt von 24,2 auf 10,2 Prozent

Durch den starken Anstieg der Bilanzsumme bei unverändertem Eigenkapital hat sich die Eigenkapitalquote deutlich verringert.

Ende 2024 lag sie bei rund 24,2 Prozent.

Ende 2025 betrug sie nur noch rund 10,2 Prozent.

Das ist ein Rückgang um etwa 14 Prozentpunkte.

Die rechnerische Fremdkapitalquote – unter Einbeziehung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten – stieg entsprechend von rund 75,8 auf 89,8 Prozent.

Damit ist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag in hohem Maße fremdfinanziert.

Eine niedrige Eigenkapitalquote ist nicht automatisch ein Zeichen wirtschaftlicher Schwierigkeiten.

Gerade bei Infrastrukturprojekten kann eine hohe Fremdfinanzierung Teil des vorgesehenen Geschäftsmodells sein.

Sie erhöht jedoch grundsätzlich die Bedeutung einer stabilen Ertrags- und Liquiditätsentwicklung.

Bei unerwarteten Einnahmeausfällen oder steigenden Finanzierungskosten können stark fremdfinanzierte Unternehmen weniger finanziellen Spielraum besitzen.

Ob solche Risiken bei der Windpark Oldenswort-Moordeich GmbH & Co. KG konkret bestehen, lässt sich ohne Angaben zu den Kreditverträgen und den laufenden Einnahmen nicht beurteilen.

Liquide Mittel steigen auf 1,70 Millionen Euro

Positiv fällt zunächst die Entwicklung der Bankguthaben und sonstigen liquiden Mittel auf.

Sie stiegen von 1.441.500,03 Euro auf 1.695.148,28 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 253.648 Euro beziehungsweise 17,6 Prozent.

Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag somit über liquide Mittel in Höhe von knapp 1,70 Millionen Euro.

Gleichzeitig gingen die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 3.107.473,03 Euro auf 1.926.574,24 Euro zurück.

Das ist eine Verbesserung der kurzfristigen Fälligkeitsstruktur.

Die liquiden Mittel deckten zum 31. Dezember 2025 rechnerisch rund 88 Prozent der innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten.

Im Vorjahr waren es nur rund 46 Prozent.

Diese Kennzahl deutet auf eine verbesserte kurzfristige Liquiditätsposition hin.

Allerdings handelt es sich lediglich um eine stichtagsbezogene Betrachtung.

Ob die Gesellschaft ihre Verpflichtungen jederzeit erfüllen kann, hängt auch von den laufenden Einzahlungen, vertraglichen Fälligkeiten und weiteren verfügbaren Finanzierungsquellen ab.

Auffälliger Anstieg der aktiven Rechnungsabgrenzung

Eine weitere Besonderheit findet sich auf der Aktivseite der Bilanz.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten stiegen von 718.349,60 Euro auf 2.867.431,28 Euro.

Das entspricht einer Zunahme um rund 2,15 Millionen Euro.

Der Posten hat sich damit nahezu vervierfacht.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten dienen grundsätzlich dazu, bereits geleistete Ausgaben bilanziell den Zeiträumen zuzuordnen, denen sie wirtschaftlich zuzurechnen sind.

Sie sind deshalb nicht mit frei verfügbaren Bankguthaben gleichzusetzen.

Der Anhang erläutert allgemein die periodengerechte Abgrenzung von Erträgen und Aufwendungen.

Eine konkrete Aufschlüsselung des stark gestiegenen Betrags enthält er jedoch nicht.

Lediglich ein Disagio in Höhe von 56.306,25 Euro wird gesondert genannt.

Damit bleibt offen, welche Sachverhalte den überwiegenden Teil der aktiven Rechnungsabgrenzung ausmachen.

Angesichts der Größenordnung wäre eine nähere Erläuterung für die wirtschaftliche Einordnung hilfreich.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern deutlich reduziert

Die Bilanz nennt Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 897.787,41 Euro.

Im Vorjahr waren es noch 2.086.571,35 Euro.

Damit verringerten sich diese Verpflichtungen um rund 1,19 Millionen Euro.

Das kann auf Rückzahlungen oder Veränderungen in der Finanzierungsstruktur hindeuten.

Welche konkreten Vorgänge dahinterstehen, ist jedoch nicht ersichtlich.

Auffällig ist zudem eine kleine Abweichung innerhalb der veröffentlichten Angaben.

Während die Bilanz Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 897.787,41 Euro ausweist, nennt der Anhang im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten einen Betrag von 897.926,91 Euro.

Die Differenz beträgt 139,50 Euro.

Sie ist im Verhältnis zur gesamten Bilanzsumme gering.

Dennoch wäre eine Abstimmung dieser Angaben sinnvoll, um die unterschiedliche Darstellung nachvollziehbar zu machen.

Eine solche Abweichung allein begründet allerdings keinen Verdacht auf eine wesentliche Unrichtigkeit des Jahresabschlusses.

Keine eigenen Beschäftigten

Nach dem veröffentlichten Anhang beschäftigte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich null Arbeitnehmer.

Das ist bei projektbezogenen Windparkgesellschaften nicht ungewöhnlich.

Betrieb, Wartung, technische Überwachung, kaufmännische Verwaltung und weitere Dienstleistungen können an externe Unternehmen vergeben werden.

Aus der fehlenden eigenen Belegschaft lässt sich daher nicht ableiten, dass der Windpark nicht betrieben wird oder keine wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Allerdings fehlen im vorliegenden Abschluss Informationen darüber, welche Dienstleister eingesetzt werden und welche laufenden Kosten damit verbunden sind.

Keine Gewinn- und Verlustrechnung in den übermittelten Unterlagen

Die größte Einschränkung der vorliegenden Finanzanalyse betrifft die Ertragslage.

Zwar enthält der Anhang eine Überschrift zu Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung.

Konkrete Umsatz-, Aufwands- oder Ergebniszahlen werden jedoch nicht aufgeführt.

Es bleibt damit offen, welche Umsatzerlöse die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 erzielt hat.

Auch das Betriebsergebnis, der Zinsaufwand und der Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag sind nicht ersichtlich.

Diese Angaben wären besonders wichtig, um den starken Anstieg der Fremdfinanzierung beurteilen zu können.

Denn die entscheidende wirtschaftliche Frage lautet, ob die finanzierten Vermögenswerte künftig ausreichende Erträge generieren.

Eine Bilanz allein beantwortet diese Frage nicht.

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