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Iran-Krieg treibt Raffineriemargen von TotalEnergies in die Höhe – Ölkonzerne profitieren von Lieferengpässen

athree23 (CC0), Pixabay

Raffineriemargen steigen massiv

Der französische Energiekonzern TotalEnergies profitiert nach den vorliegenden Unternehmensangaben erheblich von den veränderten Marktbedingungen infolge des Iran-Krieges.

Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Verarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen wie Benzin und Diesel.

Die entsprechende Gewinnspanne, die sogenannte Raffineriemarge, hat sich im Sommer gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu vervierfacht.

Diese Kennzahl beschreibt vereinfacht die Differenz zwischen dem Wert der hergestellten Mineralölprodukte und den Kosten des dafür eingesetzten Rohöls. Sie ist jedoch nicht mit dem tatsächlichen Nettogewinn des Unternehmens gleichzusetzen, da weitere Betriebs-, Finanzierungs- und Steuerkosten berücksichtigt werden müssen.

Die starke Ausweitung der Raffineriemarge deutet darauf hin, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen für die Treibstoffherstellung deutlich verbessert haben.

Konkrete Angaben zur absoluten Höhe der Marge oder zum daraus resultierenden zusätzlichen Konzerngewinn enthält die vorliegende Mitteilung nicht.

Straße von Hormus als entscheidender Faktor

Eine wesentliche Ursache der Preisentwicklung sind die kriegsbedingten Störungen wichtiger internationaler Transportwege.

Von besonderer Bedeutung ist die Straße von Hormus.

Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zählt zu den wichtigsten Transportverbindungen für den internationalen Öl- und Flüssigerdgashandel.

Wenn Schiffsverkehr und Energietransporte dort eingeschränkt werden, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Versorgung haben.

Die im Ausgangsbericht beschriebenen Blockaden und Lieferengpässe führen demnach dazu, dass Öl und Gas auf den internationalen Märkten knapper und teurer werden.

Solche Entwicklungen können sich über mehrere Stufen auf die Preise für Benzin, Diesel, Heizöl und andere Energieprodukte auswirken.

Dabei spielen nicht nur die tatsächlichen Lieferausfälle eine Rolle, sondern auch Erwartungen über die weitere Versorgungslage.

Höhere Preise bedeuten nicht automatisch höhere Gewinne in allen Geschäftsbereichen

Für integrierte Energiekonzerne wie TotalEnergies können steigende Energiepreise unterschiedliche wirtschaftliche Folgen haben.

Im Fördergeschäft können höhere Öl- und Gaspreise die Erlöse verbessern, sofern die Produktionsmengen und Kosten dies zulassen.

In der Raffinerie hängt die wirtschaftliche Entwicklung dagegen insbesondere davon ab, wie sich die Preise für Rohöl im Verhältnis zu den Verkaufspreisen der daraus hergestellten Produkte verändern.

Steigen die Preise für Benzin und Diesel stärker als die Rohölkosten, können die Raffineriemargen wachsen.

Genau auf diese Entwicklung deutet die von TotalEnergies gemeldete nahezu vervierfachte Gewinnspanne hin.

Allerdings lässt sich daraus nicht ableiten, dass sich auch der gesamte Konzerngewinn vervierfacht hat.

Dafür müssten die Ergebnisse sämtlicher Geschäftsbereiche, die Produktionsmengen sowie die zusätzlichen Kosten berücksichtigt werden.

Auch Shell und BP im Blickpunkt

Neben TotalEnergies stehen auch andere international tätige Öl- und Gaskonzerne im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts.

Dazu gehören insbesondere Shell und BP.

Beide Unternehmen sind ebenfalls in verschiedenen Bereichen der Energieproduktion, Verarbeitung und Vermarktung tätig.

Grundsätzlich können sie daher von höheren Energiepreisen und verbesserten Raffineriemargen profitieren.

Wie stark sich die aktuelle Entwicklung tatsächlich auf ihre Gewinne auswirkt, lässt sich aus dem vorliegenden Bericht jedoch nicht beziffern.

Dafür wären konkrete Unternehmenszahlen und aktuelle Geschäftsergebnisse erforderlich.

Verbraucher tragen höhere Energiekosten

Während steigende Raffineriemargen für Energieunternehmen wirtschaftlich vorteilhaft sein können, wirken höhere Treibstoffpreise für Verbraucher und Unternehmen belastend.

Besonders betroffen sind private Haushalte, Pendler, Speditionen und Unternehmen mit hohem Energiebedarf.

Steigende Dieselpreise können beispielsweise die Transportkosten erhöhen. Höhere Energiepreise können zudem die Produktionskosten energieintensiver Unternehmen beeinflussen.

Ob und in welchem Umfang diese Belastungen an Endkunden weitergegeben werden, hängt von der jeweiligen Marktsituation ab.

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts verteilen sich damit unterschiedlich.

Während bestimmte Energieunternehmen von höheren Preisen profitieren können, entstehen für zahlreiche Verbraucher und andere Wirtschaftszweige zusätzliche Kosten.

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