Das Insolvenzgericht Charlottenburg in Berlin hat den Antrag der MaRo Care GmbH auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen abgewiesen. Der Grund: Es war nicht genügend Vermögen vorhanden, um die Kosten eines solchen Verfahrens zu decken. Damit endete das Verfahren bereits vor der eigentlichen Eröffnung.
Hintergrund des Verfahrens
Die MaRo Care GmbH mit Sitz in Berlin war nach den Angaben der Bekanntmachung im Bereich Sozialwesen ohne Heime sowie als ambulanter Pflegedienst tätig. Als ehemaliger Geschäftssitz wurde die Möllendorffstraße 104/105 in 10367 Berlin genannt. Vertreten wurde das Unternehmen durch den Geschäftsführer Ronny Schrader.
Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bezog sich auf das eigene Vermögen der Gesellschaft. Das zuständige Insolvenzgericht war das Amtsgericht Charlottenburg, das unter dem Aktenzeichen 3612 IN 1054/26 entschied.
Abweisung mangels Masse
In der Entscheidung stellte das Gericht fest, dass die vorhandenen Mittel nicht ausreichten, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu tragen. In solchen Fällen wird ein Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen. Das bedeutet, dass das Verfahren nicht eröffnet wird, weil bereits die Finanzierung des Verfahrens selbst nicht gesichert ist.
Für das Unternehmen hat eine solche Entscheidung erhebliche Folgen. Ein reguläres Insolvenzverfahren mit Prüfung der Vermögenslage, Gläubigerforderungen und möglicher Verwertung von Vermögen findet in diesem Fall nicht statt. Stattdessen bleibt festzustellen, dass die Gesellschaft nicht über genügend wirtschaftliche Substanz verfügt, um das Verfahren zu tragen.
Bedeutung für das Unternehmen
Die Abweisung mangels Masse ist ein deutliches Zeichen für eine finanzielle Krise. Sie zeigt, dass nicht einmal die Mindestkosten für das gerichtliche Verfahren und die damit verbundenen Aufgaben gedeckt werden können. Für Gläubiger bedeutet dies in der Regel, dass sie ihre Forderungen nur eingeschränkt oder gar nicht durch ein Insolvenzverfahren durchsetzen können.
Für die MaRo Care GmbH markiert die Entscheidung vom 29.09.2026 damit einen Einschnitt, der die wirtschaftliche Lage des Unternehmens offenlegt. Ob und in welcher Form der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann, ergibt sich aus der Bekanntmachung nicht.
Einordnung
Bei Unternehmen aus dem Pflege- und Sozialbereich ist eine ausreichende wirtschaftliche Ausstattung besonders wichtig, da laufende Kosten, Personalaufwand und vertragliche Verpflichtungen regelmäßig hoch sind. Wenn selbst die Verfahrenskosten eines Insolvenzverfahrens nicht gedeckt werden können, ist dies meist Ausdruck einer tiefgreifenden finanziellen Schieflage.
Mit der Abweisung des Antrags ist das Insolvenzverfahren der MaRo Care GmbH über das eigene Vermögen nicht eröffnet worden. Die gerichtliche Feststellung beendet das Verfahren an dieser Stelle und macht deutlich, dass keine ausreichende Masse vorhanden war.