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Florida vollstreckt Todesstrafe an 77-jährigem Häftling

GDJ (CC0), Pixabay

Der US-Bundesstaat Florida hat den 77-jährigen Curtis Beasley durch eine Giftspritze hingerichtet. Beasley war wegen des Mordes und Raubes an der 62-jährigen Carolyn Monfort im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden.

Die Hinrichtung fand am 29. September statt. Beasley wurde um 18:12 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Er hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert.

Verurteilt wegen Mordes an Carolyn Monfort

Monfort war im August 1995 in ihrem Haus in Dundee in Zentralflorida tot aufgefunden worden. Laut Gerichtsunterlagen war sie mit einem Hammer erschlagen worden. Zudem fehlten 800 Dollar und ihr Auto.

Beasley hatte zu dieser Zeit einige Tage in Monforts Haus gewohnt und Arbeiten an dem von ihr verwalteten Apartmentkomplex erledigt.

Die Verteidigung hatte im Prozess darauf hingewiesen, dass es weder Augenzeugen noch Fingerabdrücke, ein Geständnis oder ein klar belegtes Motiv gegeben habe. Ein wichtiges Beweisstück der Anklage war ein blutverschmiertes Hemd, das nach Angaben von Angehörigen unter Beasleys Bett gefunden worden war. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Blut habe von Monfort gestammt.

Beasley wurde schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.

Verteidigung verwies auf geistigen Abbau

In den Wochen vor der Hinrichtung argumentierten seine Anwälte, Beasley leide unter kognitivem Abbau und Konzentrationsproblemen.

Sie forderten umfassendere medizinische Untersuchungen und machten geltend, eine Hinrichtung könne unter diesen Umständen gegen das Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen verstoßen.

Die Staatsanwaltschaft Floridas wies diese Argumente zurück. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates lehnte Beasleys Berufung am 22. September ab.

Florida vollstreckt besonders viele Todesurteile

Beasley war der 16. Häftling, der 2026 in Florida hingerichtet wurde. Landesweit war es die 29. Hinrichtung des Jahres.

Damit entfielen zu diesem Zeitpunkt mehr als die Hälfte aller US-Hinrichtungen 2026 auf Florida.

Auffällig ist auch das hohe Alter vieler Hingerichteter. Zehn der 16 in Florida getöteten Gefangenen waren älter als 64 Jahre.

Bereits im Juli hatte der Bundesstaat den 80-jährigen Dominick Occhicone hingerichtet. Er war der älteste Häftling, an dem Florida bislang die Todesstrafe vollstreckte.

DeSantis verteidigt schnellen Vollzug alter Todesurteile

Floridas Gouverneur Ron DeSantis hat den beschleunigten Vollzug alter Todesurteile mit den Interessen der Opferfamilien begründet.

Er verweist darauf, dass viele Verfahren seit Jahrzehnten abgeschlossen seien und Hinterbliebene lange auf die Vollstreckung der Urteile gewartet hätten.

Kritiker stellen dagegen die Frage, ob die Hinrichtung sehr alter oder schwer erkrankter Häftlinge noch mit dem ursprünglichen Strafzweck vereinbar ist.

Beasleys Fall reiht sich damit in eine breitere Debatte über Alter, Gesundheitszustand und lange Wartezeiten im Todestrakt ein.

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