Der Deutsche Postbank Best Invest Wachstum erzielte im Geschäftsjahr vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 trotz eines anspruchsvollen Kapitalmarktumfelds eine Wertentwicklung von 5,46 %. Angesichts geopolitischer Spannungen, steigender Inflationserwartungen und zeitweise schwächerer Anleihemärkte ist dieses Ergebnis insgesamt positiv zu bewerten. Der defensiv ausgerichtete Dachfonds investiert überwiegend in Rentenfonds und darf bis zu 35 % seines Vermögens in Aktienfonds anlegen. Im Berichtszeitraum wurde die Aktienquote relativ stabil zwischen rund 29 % und 32 % gehalten und lag zum Geschäftsjahresende bei etwa 32 %.
Das Portfolio ist breit diversifiziert und weist einen deutlichen Schwerpunkt auf europäische Anleihen auf. Zu den größten Positionen zählen unter anderem Euro-Staatsanleihen, Investment-Grade-Unternehmensanleihen sowie europäische Aktienfonds. Ergänzend bestehen Engagements in den USA, Japan und den Schwellenländern. Das Fondsmanagement reagierte auf Marktveränderungen durch Anpassungen einzelner Zielfonds und steuerte das Zinsrisiko aktiv über Futures. Die Duration bewegte sich zwischen etwa 3,9 und 4,7 Jahren. Damit bleibt das Portfolio zwar zinssensitiv, vermeidet jedoch eine extreme Ausrichtung auf besonders lange Laufzeiten.
Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung des Anteilwerts. Dieser stieg von 59,03 Euro auf 61,15 Euro. Einschließlich der Ausschüttung von 1,34 Euro je Anteil ergibt sich für Anleger ein ordentliches Gesamtergebnis. Auch über einen längeren Zeitraum zeigt sich eine kontinuierliche Steigerung des Anteilwerts: von 54,81 Euro im Geschäftsjahr 2022/2023 über 57,21 Euro und 59,03 Euro auf zuletzt 61,15 Euro.
Ein kritischer Punkt ist allerdings die Kostenstruktur. Die Gesamtkostenquote liegt bei 1,73 % pro Jahr. Für einen Dachfonds, der zu einem erheblichen Teil wiederum in andere Fonds und ETFs investiert, ist dies aus Anlegersicht vergleichsweise hoch. Allein die Verwaltungsvergütung belastete das Geschäftsjahr mit rund 401.875 Euro. Das ordentliche Nettoergebnis war dadurch mit rund –257.000 Euro negativ. Das positive Jahresergebnis entstand vor allem durch realisierte Kursgewinne sowie insbesondere durch nicht realisierte Wertsteigerungen des Portfolios.
Ebenfalls auffällig sind die anhaltenden Mittelabflüsse. Anleger zogen netto rund 1,18 Mio. Euro aus dem Fonds ab. Die Rücknahmen von Anteilen in Höhe von rund 1,75 Mio. Euro überstiegen die Mittelzuflüsse von etwa 565.000 Euro deutlich. Das Fondsvermögen blieb dennoch mit rund 32,48 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau, weil das positive Anlageergebnis die Abflüsse weitgehend kompensierte. Die Zahl der umlaufenden Anteile sank gleichzeitig von 551.029 auf 531.233. Die Mittelabflüsse sollten beobachtet werden, stellen bei der derzeitigen Fondsgröße und Liquidität aber noch kein unmittelbares Problem dar.
Das Liquiditätsprofil ist grundsätzlich solide. Rund 92 % des Portfolios können laut Bericht innerhalb von zwei bis sieben Tagen liquidiert werden, und schwer liquidierbare Vermögensgegenstände werden mit 0 % ausgewiesen. Der tatsächliche Leverage liegt mit rund 1,05 ebenfalls auf einem moderaten Niveau. Der Einsatz von Derivaten dient überwiegend der Steuerung des Zinsrisikos, kann jedoch zusätzliche Schwankungen und Verlustrisiken verursachen.
Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes, insgesamt aber solides Bild. Positiv sind die breite Diversifikation, die moderate Aktienquote, die positive Wertentwicklung von 5,46 %, der steigende Anteilwert und das gute Liquiditätsprofil. Dem stehen die relativ hohe Gesamtkostenquote, ein negatives ordentliches Nettoergebnis sowie kontinuierliche Mittelabflüsse gegenüber. Hinzu kommen typische Risiken eines Dachfonds, insbesondere Zins-, Markt-, Währungs- und Zielfondsrisiken.
Fazit: Der Deutsche Postbank Best Invest Wachstum eignet sich vor allem für defensiv bis ausgewogen orientierte Anleger, die eine breit gestreute Fondsanlage mit Schwerpunkt auf Renten und begrenzter Aktienquote bevorzugen. Die aktuelle Wertentwicklung ist überzeugend, allerdings sollte sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein erheblicher Teil der Rendite durch Kosten aufgezehrt wird. Aus Anlegersicht erscheint der Fonds daher solide, aber nicht besonders kosteneffizient. Entscheidend für die zukünftige Attraktivität wird sein, ob das Fondsmanagement auch langfristig eine Rendite oberhalb seiner vergleichsweise hohen laufenden Kosten erzielen und die anhaltenden Mittelabflüsse begrenzen kann.