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DWS Qi Extra Bond Total Return: Solide Erholung und starke Mittelzuflüsse – langfristige Bilanz bleibt herausfordernd

DWS Qi Extra Bond Total Return: Solide Erholung und starke Mittelzuflüsse – langfristige Bilanz bleibt herausfordernd

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des DWS Qi Extra Bond Total Return für den Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 zeigt einen Fonds, der sich in einem schwierigen Kapitalmarktumfeld vergleichsweise robust behauptet hat. Der Schwerpunkt liegt auf Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern, wobei Fremdwährungsrisiken gegenüber dem Euro grundsätzlich abgesichert werden. Das Portfolio konzentriert sich dabei weitgehend auf Staatsanleihen und staatsnahe Emittenten, deren Länder anhand politischer und wirtschaftlicher Stabilitätskriterien ausgewählt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die für Privatanleger relevante Anteilklasse SD einen Wertzuwachs von 3,9 %, während die günstigere Anteilklasse FD auf 4,1 % kam. Auf Sicht von drei Jahren stehen damit kumuliert 12,3 % beziehungsweise 13,0 % zu Buche. Weniger überzeugend fällt dagegen der Fünfjahresvergleich aus: Hier weist die SD-Klasse noch immer ein Minus von 6,9 % und die FD-Klasse ein Minus von 5,9 % auf. Für Anleger ist dies ein wichtiger Hinweis: Der Fonds hat sich zuletzt erholt, konnte die Verluste der schwierigen Rentenmarktjahre aber langfristig noch nicht vollständig aufholen.

Positiv ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Über beide Anteilklassen hinweg stieg das Vermögen von rund 148,9 Mio. Euro auf 189,5 Mio. Euro, also um rund 27 %. Bemerkenswert ist allerdings, dass dieses Wachstum überwiegend durch neue Anlegergelder und nicht allein durch Wertsteigerungen zustande kam. Die SD-Klasse verzeichnete Nettozuflüsse von rund 24,8 Mio. Euro, die FD-Klasse weitere 14,3 Mio. Euro. Insgesamt flossen dem Fonds damit netto gut 39 Mio. Euro zu. Das ist durchaus ein Vertrauenssignal, sollte aber nicht mit einer entsprechend hohen Investmentperformance verwechselt werden.

Die Portfoliostruktur ist eindeutig defensiver als bei einem klassischen Unternehmensanleihefonds aus Schwellenländern. Zum Stichtag waren 94,74 % des Fondsvermögens in Anleihen investiert. Davon entfielen 75,32 % des gesamten Fondsvermögens auf sonstige öffentliche Stellen und 13,35 % auf Zentralregierungen. Unternehmensanleihen spielten mit lediglich 1,14 % eine untergeordnete Rolle. Zusätzlich hielt der Fonds rund 4,0 % als Bankguthaben. Damit besteht eine breite Streuung über verschiedene Staaten, gleichzeitig bleibt das Portfolio stark von Staatsfinanzen, politischen Entwicklungen und den Risikoprämien der Schwellenländer abhängig.

Das Management musste im Berichtsjahr mit einem schwierigen Umfeld aus geopolitischen Konflikten, unsicherer US-Handels- und Zollpolitik sowie schwankenden Erwartungen hinsichtlich der Zentralbankpolitik umgehen. Steigende Renditen belasteten insbesondere länger laufende Staatsanleihen. Dieses Zinsänderungsrisiko bleibt auch künftig relevant, da der Fonds zahlreiche langfristig laufende Anleihen hält. Gerade bei erneut steigenden Inflationserwartungen oder langfristigen Marktzinsen können solche Titel überdurchschnittliche Kursverluste erleiden.

Der Einsatz von Derivaten ist ebenfalls relevant. Das durch Derivate erzeugte zugrunde liegende Exposure betrug zum Berichtsstichtag rund 67,2 Mio. Euro. Die durchschnittliche Hebelwirkung lag bei 1,4. Das durchschnittliche relative Marktrisiko betrug nach der verwendeten VaR-Methode rund 102,9 % des Vergleichsvermögens. Daraus lässt sich ableiten, dass das Management Derivate aktiv zur Steuerung des Portfolios einsetzt, das Marktrisiko aber im Berichtszeitraum in einer ähnlichen Größenordnung wie das definierte Vergleichsportfolio lag.

Aus Ertragssicht kommt dem laufenden Zinseinkommen eine große Bedeutung zu. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass bei ausländischen Renten und Futures realisierte Verluste entstanden, denen Gewinne aus Devisentermingeschäften gegenüberstanden. Dies unterstreicht, dass die Währungsabsicherung tatsächlich einen wichtigen Beitrag zum Risikomanagement des Fonds leistet.

Bei den Kosten schneidet der Fonds ordentlich, aber nicht außergewöhnlich günstig ab. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,65 % p. a. in der SD-Klasse und 0,45 % in der FD-Klasse. Für Privatanleger ist allerdings besonders der Ausgabeaufschlag von bis zu 3 % bei der SD-Klasse zu beachten. Da die ausgewiesene Wertentwicklung nach BVI-Methode diesen Ausgabeaufschlag nicht berücksichtigt, kann er insbesondere bei kurzer Haltedauer einen erheblichen Teil der Rendite aufzehren. Die FD-Klasse besitzt zwar keinen Ausgabeaufschlag und niedrigere laufende Kosten, richtet sich mit einer regulären Mindestanlagesumme von 2 Mio. Euro jedoch primär an institutionelle Anleger.

Auch die Ausschüttungen sind für einkommensorientierte Anleger interessant. Für die SD-Klasse wurden 1,28 Euro je Anteil, für die FD-Klasse 1,40 Euro je Anteil zur Ausschüttung vorgesehen. Bezogen auf die jeweiligen Anteilwerte zum Geschäftsjahresende entspricht dies grob einer Ausschüttungsrendite von rund 3 %. Der Fonds kann damit laufende Erträge liefern, ohne allerdings ein ausgesprochenes Hochzinsprodukt zu sein.

Aus Anlegersicht fällt das Fazit daher gemischt positiv aus. Die gute Einjahresperformance, die hohen Mittelzuflüsse, die breite Streuung über verschiedene Schwellenländer und die Absicherung von Fremdwährungsrisiken sprechen für den Fonds. Ebenso ist die laufende Kostenquote für einen aktiv gesteuerten Emerging-Markets-Rentenfonds vertretbar. Dem stehen jedoch die weiterhin negative Fünfjahresperformance, Zinsänderungsrisiken bei langfristigen Anleihen sowie politische und finanzielle Risiken der Schwellenländer gegenüber.

Der DWS Qi Extra Bond Total Return eignet sich deshalb vor allem als Beimischung für Anleger, die höhere Anleiherenditen suchen und Schwellenländerrisiken bewusst akzeptieren. Für sehr sicherheitsorientierte Anleger oder als kurzfristiger Ersatz für Tages- beziehungsweise Festgeld ist er dagegen weniger geeignet. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, ob sich die weltweiten Zinsen stabilisieren beziehungsweise sinken und ob sich die Risikoprämien der Schwellenländer weiter normalisieren. Die jüngste Entwicklung ist ermutigend – für eine uneingeschränkt positive Langfristbewertung muss der Fonds jedoch erst noch beweisen, dass die Erholung nachhaltig ist.

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