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Trianel Windpark Treis: 16,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten – kurzfristige Fälligkeiten steigen deutlich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Trianel Windpark Treis GmbH & Co. KG mit Sitz in Aachen weist zum 31. Dezember 2024 eine Bilanzsumme von 21.474.474,44 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 23.024.679,47 Euro.

Damit verringerte sich die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 1,55 Millionen Euro beziehungsweise 6,7 Prozent.

Den größten Vermögensposten bilden weiterhin die Sachanlagen. Ihr Buchwert sank von 19.922.938,39 Euro auf 19.138.987,35 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 784.000 Euro beziehungsweise 3,9 Prozent.

Nach den Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt über einen Zeitraum von 16 Jahren. Der gesunkene Buchwert lässt sich daher jedenfalls im Zusammenhang mit den vorgesehenen Abschreibungen einordnen; ob daneben weitere Veränderungen eine Rolle spielten, lässt sich den vorgelegten Angaben nicht entnehmen.

Bankguthaben sinkt um rund 667.000 Euro

Deutlicher fällt die Veränderung beim Umlaufvermögen aus. Dieses reduzierte sich von 3.079.792,44 Euro auf 2.310.634,69 Euro und damit um rund 25 Prozent.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen von 328.736,63 Euro auf 227.014,16 Euro zurück.

Auch die liquiden Mittel nahmen ab. Zum Jahresende 2023 wurden noch Bankguthaben von 2.751.055,81 Euro ausgewiesen. Ende 2024 waren es 2.083.620,53 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 667.435 Euro beziehungsweise 24,3 Prozent.

Dabei ist eine Einschränkung wichtig: Nach Angaben im Anhang wurde das Girokontoguthaben als Sicherheit verpfändet. Die entsprechende Verpfändungsvereinbarung sieht ausdrücklich eine eingeschränkte Verfügungsmöglichkeit für die Gesellschaft vor.

Der bilanzierte Bankbestand darf deshalb nicht ohne Weiteres mit vollständig frei verfügbarer Liquidität gleichgesetzt werden.

Eigenkapital sinkt um rund 610.000 Euro

Das Eigenkapital der Gesellschaft ging von 5.262.024,35 Euro auf 4.652.028,46 Euro zurück.

Das entspricht einer Verringerung um 609.995,89 Euro beziehungsweise rund 11,6 Prozent.

Bei einer Bilanzsumme von 21,47 Millionen Euro ergibt sich zum Jahresende 2024 eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 21,7 Prozent. Ende 2023 lag sie bei etwa 22,9 Prozent.

Das Eigenkapital setzt sich zum Bilanzstichtag aus Kapitalanteilen der Kommanditisten von 1.000 Euro und Rücklagen von 4.651.028,46 Euro zusammen. Ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust wird mit 0 Euro angegeben.

Aus diesem Bilanzgewinn von null darf allerdings nicht geschlossen werden, dass das Jahresergebnis 2024 ebenfalls null betrug.

Die vorgelegten Angaben weisen keinen gesonderten Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag aus. Auch eine Gewinn- und Verlustrechnung mit Umsatzerlösen und Aufwendungen liegt in dem hier zugrunde gelegten Material nicht vor. Eine belastbare Aussage zur operativen Ertragslage des Jahres 2024 ist deshalb auf dieser Grundlage nicht möglich.

Ebenso lässt sich aus den Angaben nicht bestimmen, wodurch der Rückgang der Rücklagen beziehungsweise des gesamten Eigenkapitals verursacht wurde.

Gesamtverbindlichkeiten gehen um 1,24 Millionen Euro zurück

Die bilanzierten Verbindlichkeiten sanken von 17.548.622,57 Euro auf 16.304.588,14 Euro.

Das ist ein Rückgang um rund 1,24 Millionen Euro beziehungsweise 7,1 Prozent.

Gemessen an der Bilanzsumme entsprechen die Verbindlichkeiten zum Jahresende rechnerisch rund 75,9 Prozent.

Die Gesamtentwicklung zeigt damit zunächst einen Abbau der bilanzierten Verbindlichkeiten.

Ein genauerer Blick auf deren Laufzeiten zeigt allerdings eine gegenläufige Entwicklung bei den kurzfristigen Fälligkeiten.

Kurzfristige Verbindlichkeiten steigen um 73 Prozent

Zum 31. Dezember 2024 waren 4.809.170,14 Euro der Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig.

Ende 2023 waren es lediglich 2.772.198,93 Euro.

Damit erhöhte sich der kurzfristig fällige Betrag innerhalb eines Jahres um 2.036.971,21 Euro beziehungsweise rund 73,5 Prozent.

Parallel dazu gingen die längerfristigen Verbindlichkeiten deutlich zurück.

Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sanken von 14.776.423,64 Euro auf 11.495.418 Euro – ein Rückgang um rund 3,28 Millionen Euro beziehungsweise 22,2 Prozent.

Davon haben 8.216.026 Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Im Vorjahr waren es noch 9.035.874 Euro.

Die Bilanz zeigt damit eine Verschiebung der Fälligkeitsstruktur: Die Gesamtverbindlichkeiten sind zwar gesunken, gleichzeitig ist der innerhalb eines Jahres fällige Anteil erheblich gestiegen.

Ob daraus eine besondere Belastung für die Liquidität entsteht, lässt sich aus diesen Zahlen allein nicht beurteilen. Dafür wären insbesondere Angaben zu laufenden Einnahmen, Cashflows und Finanzierungsvereinbarungen erforderlich.

12,5 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten besichert

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind laut Anhang 12,532 Millionen Euro durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert.

Im Vorjahr waren es 13,135 Millionen Euro.

Als Sicherheiten wurden die Windkraftanlagen sicherungsübereignet. Außerdem wurde das Girokontoguthaben verpfändet.

Darüber hinaus wurden Forderungen und sonstige Ansprüche aus Lieferungs- und Leistungsverträgen mit Dritten abgetreten.

Damit ist ein erheblicher Teil der Finanzierung durch Vermögenswerte beziehungsweise Ansprüche der Gesellschaft abgesichert.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern steigen

Gegenläufig zum Rückgang der gesamten Verbindlichkeiten entwickelten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Diese erhöhten sich von 342.000 Euro auf 498.000 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 156.000 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 45,6 Prozent.

Welcher Gesellschafter die entsprechenden Forderungen hält, welche Konditionen gelten und weshalb sich der Betrag erhöht hat, geht aus den vorgelegten Angaben nicht hervor.

Rückstellungen steigen auf mehr als das Doppelte

Auffällig ist außerdem die Entwicklung der Rückstellungen.

Diese stiegen von 214.032,55 Euro auf 517.857,84 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von 303.825,29 Euro beziehungsweise rund 142 Prozent.

Im Anhang wird unter anderem auf eine Rückstellung für die Rückbauverpflichtung des Windparks Treis verwiesen. Sie wurde auf Basis einer zum 31. Dezember 2024 angenommenen Restnutzungsdauer von 19 Jahren berechnet. Dabei wurde ein Zinssatz der Deutschen Bundesbank von 1,98 Prozent zugrunde gelegt.

Wie hoch allein die Rückbaurückstellung ist und wodurch der deutliche Gesamtanstieg der Rückstellungen konkret verursacht wurde, lässt sich aus den vorgelegten Zahlen jedoch nicht entnehmen. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem gesamten Anstieg und der Rückbauverpflichtung sollte deshalb nicht unterstellt werden.

Weitere 4,27 Millionen Euro vertragliche Verpflichtungen

Zusätzlich zu den bilanzierten Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft sonstige nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen von insgesamt 4.269.027,22 Euro aus.

Davon entfallen 1.915.000 Euro auf Wartungsverträge.

Weitere 139.025 Euro betreffen Betriebsführungsverträge. Aus Gestattungsverträgen bestehen Verpflichtungen von 2.215.002,22 Euro.

Von diesen insgesamt 4,27 Millionen Euro sind lediglich 213.150 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 843.000 Euro entfallen auf einen Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren.

Der größte Teil ist langfristiger Natur: 3.212.877,22 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Diese Beträge sind ausdrücklich nicht als Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. Sie dürfen deshalb nicht einfach zu den bilanzierten 16,30 Millionen Euro addiert und als Gesamtverschuldung bezeichnet werden. Sie dokumentieren vielmehr zusätzliche zukünftige Zahlungsverpflichtungen aus bestehenden Verträgen.

Jahresabschluss unter Fortführungsannahme erstellt

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften aufgestellt.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte ausdrücklich unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Aachen und ist beim Amtsgericht Aachen unter HRA 9530 eingetragen. Geschäftsführende Komplementärin ist die Trianel Erneuerbare Energien Verwaltungs GmbH. Unterzeichnet wurde der Abschluss am 31. März 2025 durch die Geschäftsführer Dr. Markus Hakes und Arvid Hesse.

Festgestellt wurde der Jahresabschluss am 10. Dezember 2025.

Fazit: Weniger Verbindlichkeiten, aber deutlich höhere kurzfristige Fälligkeiten

Der Jahresabschluss 2024 der Trianel Windpark Treis GmbH & Co. KG zeigt zwei gegenläufige Entwicklungen.

Einerseits wurden die gesamten Verbindlichkeiten von 17,55 Millionen auf 16,30 Millionen Euro reduziert. Auch die langfristigen Verbindlichkeiten gingen deutlich zurück.

Andererseits erhöhten sich die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten von 2,77 Millionen auf 4,81 Millionen Euro – ein Anstieg um rund 73,5 Prozent.

Parallel sank das Bankguthaben um rund 667.000 Euro auf 2,08 Millionen Euro, wobei das Girokontoguthaben nach den Angaben im Anhang verpfändet ist und einer eingeschränkten Verfügungsmöglichkeit unterliegt. Das Eigenkapital ging um rund 610.000 Euro auf 4,65 Millionen Euro zurück; die rechnerische Eigenkapitalquote beträgt rund 21,7 Prozent.

Auffällig ist zudem der Anstieg der Rückstellungen von 214.000 auf rund 518.000 Euro sowie der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 342.000 auf 498.000 Euro.

Was aus dem Abschluss dagegen nicht hervorgeht, ist ebenso wichtig: Die vorgelegten Angaben erlauben keine belastbare Aussage über Umsatz, Jahresergebnis, Stromproduktion, operativen Cashflow oder die Ursachen der Veränderungen bei Eigenkapital, Liquidität und Fälligkeitsstruktur.

Aus der Bilanz lässt sich daher keine Aussage über eine Zahlungsunfähigkeit oder sonstige insolvenzrechtliche Tatbestände ableiten. Festhalten lässt sich vielmehr: Trianel Windpark Treis hat 2024 seine Gesamtverbindlichkeiten reduziert, muss zum Bilanzstichtag aber einen wesentlich höheren kurzfristig fälligen Betrag ausweisen als noch ein Jahr zuvor.

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