Dark Mode Light Mode

Trianel Windpark Görzig: Gewinn steigt auf 1,4 Millionen Euro – Gesellschafterverbindlichkeiten mehr als verdoppelt

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Trianel Windpark Görzig GmbH & Co. KG mit Sitz in Aachen weist zum 31. Dezember 2024 eine Bilanzsumme von 26.858.435,33 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 25.505.514,02 Euro.

Damit ist die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 1,35 Millionen Euro beziehungsweise 5,3 Prozent gestiegen.

Noch deutlicher fällt die Veränderung beim Ergebnis aus.

Jahresüberschuss steigt um fast 98 Prozent

Für 2024 weist die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 1.402.609,73 Euro aus.

2023 waren es 709.113,80 Euro.

Damit erhöhte sich der Gewinn um 693.495,93 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 97,8 Prozent. Der Jahresüberschuss hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt.

Warum sich das Ergebnis so deutlich verbessert hat, lässt sich aus den vorgelegten Bilanz- und Anhangangaben allerdings nicht bestimmen.

Insbesondere liegen hier keine Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, erzielten Strompreisen, Betriebskosten, Abschreibungen oder Zinsaufwendungen vor. Eine weitergehende Erklärung der Ergebnisentwicklung wäre deshalb ohne zusätzliche Daten spekulativ.

Eigenkapital wächst auf 4,25 Millionen Euro

Auch das Eigenkapital entwickelte sich positiv.

Es erhöhte sich von 3.573.561,58 Euro auf 4.246.983,93 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 673.422,35 Euro beziehungsweise rund 18,8 Prozent.

Die rechnerische Eigenkapitalquote verbesserte sich damit von rund 14,0 Prozent auf 15,8 Prozent.

Der größte Bestandteil des Eigenkapitals sind die Rücklagen mit 2.843.374,20 Euro. Sie lagen geringfügig unter dem Vorjahreswert von 2.863.447,78 Euro.

Hinzu kommt der Jahresüberschuss von 1.402.609,73 Euro.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten werden unverändert mit 1.000 Euro ausgewiesen.

Verbindlichkeiten steigen trotz höheren Gewinns

Parallel zum höheren Eigenkapital stiegen auch die Verbindlichkeiten.

Ende 2023 standen 21.566.372,15 Euro in der Bilanz. Ende 2024 waren es 22.036.705,96 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von 470.333,81 Euro beziehungsweise rund 2,2 Prozent.

Die Verbindlichkeiten entsprechen damit rechnerisch etwa 82,0 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Die Höhe allein erlaubt allerdings keine Aussage darüber, ob die Finanzierung problematisch ist. Bei der Einordnung sind insbesondere Laufzeiten, Finanzierungskonditionen, Liquidität und Ertragskraft zu berücksichtigen.

Der Jahresabschluss wurde ausdrücklich unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Kurzfristige Verbindlichkeiten steigen um 81 Prozent

Bemerkenswert ist die Entwicklung der Fälligkeiten.

Von den 22,04 Millionen Euro Verbindlichkeiten sind 3.628.455,38 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Im Vorjahr waren es lediglich 2.007.672,69 Euro.

Damit erhöhte sich der kurzfristig fällige Betrag um rund 1,62 Millionen Euro beziehungsweise 80,7 Prozent.

Gleichzeitig gingen die längerfristigen Verbindlichkeiten zurück.

Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr verminderten sich von 19.558.699,46 Euro auf 18.408.250,58 Euro.

Davon weisen 13.922.455,06 Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren auf. Im Vorjahr waren es noch 15.072.903,94 Euro.

Die Zahlen zeigen somit eine Verschiebung innerhalb der Laufzeitstruktur: Der langfristige Bestand sinkt, während der kurzfristig fällige Teil deutlich zunimmt.

Gesellschafterverbindlichkeiten steigen auf 1,65 Millionen Euro

Auffällig ist zudem die Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Diese erhöhten sich von 707.000 Euro auf 1.648.000 Euro.

Das ist ein Anstieg um 941.000 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 133 Prozent. Der Betrag hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Aus den vorgelegten Angaben geht nicht hervor, gegenüber welchen Gesellschaftern die Verbindlichkeiten bestehen, aus welchen Vorgängen sie entstanden sind oder welche Laufzeit- und Zinskonditionen vereinbart wurden.

Eine weitergehende wirtschaftliche Bewertung dieser Position ist deshalb anhand des veröffentlichten Materials nicht möglich.

Auf der anderen Seite bestehen Forderungen gegen Gesellschafter von 40.000 Euro. Im Vorjahr waren keine entsprechenden Forderungen ausgewiesen worden.

Knapp 19,6 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten besichert

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind nach Angaben der Gesellschaft 19,559 Millionen Euro durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert.

Im Vorjahr waren es 20,709 Millionen Euro.

Damit ging der entsprechende Betrag um rund 1,15 Millionen Euro zurück.

Als Sicherheiten wurden die Windenergieanlagen einschließlich sämtlicher Nebenanlagen auf dem Grundstück sicherungsübereignet. Außerdem wurde das Guthaben bei Kreditinstituten verpfändet.

Bemerkenswert ist eine zusätzliche Angabe im Anhang: Die Verpfändungsvereinbarung über das Girokontoguthaben sieht ausdrücklich eine eingeschränkte Verfügungsmöglichkeit für die Gesellschaft vor.

Das ist für die Bewertung des ausgewiesenen Bankbestands von Bedeutung.

Bankguthaben steigt auf knapp 4,2 Millionen Euro

Das Guthaben bei Kreditinstituten erhöhte sich von 3.644.099,80 Euro auf 4.198.802,41 Euro.

Das ist ein Anstieg um 554.702,61 Euro beziehungsweise rund 15,2 Prozent.

Damit entsprechen die liquiden Mittel rechnerisch etwa 15,6 Prozent der Bilanzsumme.

Allerdings darf dieser Betrag wegen der ausdrücklich genannten Verpfändung nicht ohne Weiteres mit frei verfügbarer Liquidität gleichgesetzt werden. Der Abschluss stellt klar, dass die Verfügungsmöglichkeit über das Girokontoguthaben eingeschränkt ist.

Welcher Teil der 4,20 Millionen Euro tatsächlich frei verfügbar ist und welche konkreten Beschränkungen gelten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Forderungen sinken auf rund 755.000 Euro

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen von 864.893 Euro auf 754.670,10 Euro zurück.

Das entspricht einem Minus von rund 110.223 Euro beziehungsweise 12,7 Prozent.

Davon entfallen nach den Angaben im Anhang 40.000 Euro auf Forderungen gegen Gesellschafter.

Insgesamt stieg das Umlaufvermögen dennoch von 4,51 Millionen Euro auf 4,95 Millionen Euro, was vor allem auf den höheren Bankbestand zurückzuführen ist.

Anlagevermögen wächst trotz Windparkbetrieb

Eine weitere auffällige Entwicklung findet sich beim Anlagevermögen.

Die Sachanlagen werden zum Jahresende 2024 mit 21.903.501,83 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es 20.996.521,22 Euro.

Der Buchwert ist damit um rund 906.981 Euro beziehungsweise 4,3 Prozent gestiegen.

Der Anhang erklärt hierzu lediglich, dass die Sachanlagen mit Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bewertet werden. Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, welche Investitionen, Zugänge oder sonstigen Veränderungen hinter dem höheren Anlagenwert stehen.

Daher sollte über die Ursache des Anstiegs nicht spekuliert werden.

Rückstellungen steigen um 74 Prozent

Auch die Rückstellungen haben deutlich zugenommen.

Sie erhöhten sich von 284.913,62 Euro auf 496.370,44 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von 211.456,82 Euro beziehungsweise rund 74,2 Prozent.

Der Anhang nennt unter anderem eine Rückstellung für die Rückbauverpflichtung des Windparks Görzig. Sie wurde auf Basis einer zum Bilanzstichtag angenommenen Restnutzungsdauer von 18 Jahren berechnet. Der zugrunde gelegte Zinssatz der Deutschen Bundesbank beträgt 1,98 Prozent.

Wie hoch die Rückbaurückstellung selbst ist und wodurch der gesamte Anstieg der Rückstellungen verursacht wurde, wird in den vorliegenden Angaben nicht aufgeschlüsselt.

Weitere 6,4 Millionen Euro außerhalb der Bilanz

Zusätzlich zu den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen langfristige vertragliche Zahlungsverpflichtungen.

Die Gesellschaft beziffert ihre sonstigen nicht bilanzierten finanziellen Verpflichtungen auf insgesamt 6.407.902,16 Euro.

Der größte Einzelposten entfällt mit 5.466.294,33 Euro auf Gestattungsverträge.

Weitere 758.689,08 Euro betreffen Wartungsverträge. Aus Betriebsführungsverträgen bestehen Verpflichtungen von 182.918,75 Euro.

Von der Gesamtsumme werden 304.511,84 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 1.871.776,40 Euro betreffen den Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren. Verpflichtungen von 4.231.613,92 Euro haben eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.

Diese Beträge dürfen nicht einfach zu den bilanzierten 22,04 Millionen Euro Verbindlichkeiten addiert und als Gesamtschulden bezeichnet werden. Der Jahresabschluss weist sie ausdrücklich als nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus.

Sie zeigen aber, welche längerfristigen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen zusätzlich bestehen.

Ein Abschluss mit zwei gegenläufigen Entwicklungen

Der Jahresabschluss 2024 der Trianel Windpark Görzig GmbH & Co. KG zeigt insgesamt zwei unterschiedliche Entwicklungen.

Auf der einen Seite hat sich der Jahresüberschuss von 709.114 Euro auf 1,403 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Das Eigenkapital steigt auf 4,25 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote verbessert sich rechnerisch auf 15,8 Prozent und das Bankguthaben wächst auf knapp 4,2 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite steigen die Gesamtverbindlichkeiten leicht auf 22,04 Millionen Euro. Deutlich stärker wächst der kurzfristig fällige Teil: von rund 2,01 auf 3,63 Millionen Euro. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern erhöhen sich erheblich von 707.000 auf 1,648 Millionen Euro.

Hinzu kommt, dass der hohe Bankbestand nicht uneingeschränkt verfügbar ist. Die Gesellschaft weist selbst darauf hin, dass das Girokontoguthaben verpfändet wurde und die Verfügungsmöglichkeit eingeschränkt ist.

Fazit: Höherer Gewinn, aber auch höhere kurzfristige Verpflichtungen

Die wichtigste positive Kennzahl des Abschlusses ist eindeutig das Ergebnis: Mit 1.402.609,73 Euro Jahresüberschuss verdient die Trianel Windpark Görzig GmbH & Co. KG 2024 fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Auch das Eigenkapital legt um 18,8 Prozent zu.

Gleichzeitig verdient die Finanzierungsstruktur Aufmerksamkeit. Die Gesellschaft weist 22,04 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus, davon 3,63 Millionen Euro mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Gesellschafterverbindlichkeiten haben sich auf 1,65 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Dem steht ein Bankguthaben von knapp 4,2 Millionen Euro gegenüber. Gerade hier enthält der Abschluss allerdings einen wichtigen Hinweis: Das Guthaben ist verpfändet und die Verfügungsmöglichkeit der Gesellschaft ausdrücklich eingeschränkt.

Für eine umfassende wirtschaftliche Bewertung fehlen dennoch zentrale Informationen. Die vorgelegten Angaben enthalten insbesondere keine Zahlen zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, Strompreisen, Zinsaufwand oder operativem Cashflow.

Die Bilanz zeigt deshalb eine deutlich verbesserte Ertragslage, beantwortet aber nicht, wodurch der Gewinnsprung verursacht wurde und warum gleichzeitig die Gesellschafterverbindlichkeiten und kurzfristigen Fälligkeiten so kräftig gestiegen sind.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Dynamic Global Balance: Solides Anlagejahr, aber hohe Kosten und deutliche Aktienorientierung

Next Post

POMODORI Grunerstraße in Berlin stellt Insolvenzantrag – Gericht setzt vorläufigen Insolvenzverwalter ein