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Dynamic Global Balance: Solides Anlagejahr, aber hohe Kosten und deutliche Aktienorientierung

geralt (CC0), Pixabay

Der Dynamic Global Balance (ISIN DE000A0EAWB2) hat das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 mit einer insgesamt positiven Wertentwicklung abgeschlossen. Der Fonds verfolgt eine flexible Multi-Asset-Strategie, bei der die Gewichtung von Aktien und Anleihen regelgebunden angepasst wird und theoretisch jeweils bis zu 100 % des Fondsvermögens erreichen kann. Im Berichtsjahr erzielte der Fonds einen Wertzuwachs von 6,3 %. Über drei Jahre summiert sich die Performance auf 15,9 %, über fünf Jahre dagegen lediglich auf 11,8 %. Dies entspricht über fünf Jahre annualisiert nur rund 2,3 % pro Jahr und zeigt, dass die längerfristige Bilanz deutlich weniger dynamisch ausfällt als das jüngste Geschäftsjahr.

Aktienlastige Positionierung treibt die Rendite

Zum Berichtsstichtag war das Portfolio klar offensiv ausgerichtet. Rund 79,8 % des Fondsvermögens entfielen auf Investmentanteile, während Anleihen einen Anteil von lediglich 20,25 % ausmachten. Innerhalb der Investmentanteile dominierten mit 71,17 % des Gesamtvermögens Indexfonds beziehungsweise ETFs; weitere 8,63 % entfielen auf einen Aktienfonds.

Regional setzte das Management bei den Aktien auf die USA, Europa, Japan und die Schwellenländer. Zu den größten Einzelbausteinen gehörten ein Emerging-Markets-SRI-ETF mit 17,42 %, ein USA-SRI-ETF mit 14,91 %, ein Japan-SRI-ETF mit 13,90 % sowie ein Europa-SRI-ETF mit 10,70 % des Fondsvermögens. Damit ist der Fonds zwar geografisch breit diversifiziert, zum Stichtag aber deutlich stärker von der Entwicklung der Aktienmärkte abhängig, als der Name „Balance“ zunächst vermuten lassen könnte.

Diese offensive Positionierung erwies sich im Berichtsjahr als vorteilhaft. Trotz geopolitischer Spannungen und Unsicherheit über die US-Handelspolitik entwickelten sich die internationalen Aktienmärkte positiv. Insbesondere die Zuversicht rund um das Thema Künstliche Intelligenz unterstützte die Märkte, während sich die Schwellenländer laut Fondsbericht sogar besser als die Industrieländer entwickelten.

Anleihen stabilisieren – bieten aber nur begrenzten Puffer

Der rund 20-prozentige Rentenanteil konzentrierte sich vor allem auf europäische Anleihen und dabei überwiegend auf Unternehmensanleihen. Damit profitiert der Fonds von höheren Kupons und Kreditrisikoprämien, trägt gleichzeitig jedoch ein höheres Kreditrisiko als bei einer stärkeren Konzentration auf erstklassige Staatsanleihen.

Der Rentenbereich dürfte daher eher der Diversifikation als einem ausgeprägten defensiven Schutz dienen. Hinzu kommt, dass die flexible Anlagestrategie eine erhebliche Veränderung der Aktien- und Rentenquote erlaubt. Anleger sollten den Fonds deshalb nicht mit einem dauerhaft ausgewogenen klassischen 50/50-Mischfonds gleichsetzen.

Ergebnisqualität positiv – laufende Erträge reichen aber nicht zur Kostendeckung

Das Jahresergebnis des Fonds belief sich auf 3,63 Mio. Euro. Davon entfielen rund 2,05 Mio. Euro auf realisierte Ergebnisse und rund 1,58 Mio. Euro auf nicht realisierte Wertsteigerungen. Auffällig ist allerdings, dass den ordentlichen Erträgen von rund 955.000 Euro Aufwendungen von etwa 973.000 Euro gegenüberstanden. Der ordentliche Nettoertrag war dadurch mit rund -17.600 Euro negativ. Das positive Gesamtergebnis beruhte somit praktisch vollständig auf Kurs- und Veräußerungsgewinnen.

Für Anleger bedeutet dies: Die Wertentwicklung hängt stark von funktionierenden Kapitalmärkten ab. Die laufenden Zins- und sonstigen Erträge allein deckten im Berichtsjahr die Fondskosten nicht.

Kosten sind die größte Schwachstelle

Kritisch ist insbesondere die Gesamtkostenquote von 1,84 % pro Jahr. Die vereinbarte Kostenpauschale beträgt 1,65 % p.a.; zusätzlich können auf Ebene der im Portfolio gehaltenen Zielfonds weitere Kosten entstehen.

Für einen Fonds, dessen Aktienengagement größtenteils über ETFs umgesetzt wird, ist eine Gesamtkostenquote von 1,84 % vergleichsweise belastend. Der Mehrwert für den Anleger muss daher vor allem aus der dynamischen Asset Allocation – also der erfolgreichen Steuerung zwischen Aktien und Anleihen – entstehen. Insbesondere angesichts der auf fünf Jahre annualisierten Rendite von nur rund 2,3 % fällt dieser Kostenblock deutlich ins Gewicht.

Positiv sind dagegen die separat ausgewiesenen Transaktionskosten von lediglich 1.145 Euro im Berichtsjahr.

Mittelabflüsse trotz positiver Performance

Ein weiteres Signal, das Anleger beachten sollten, sind die Mittelbewegungen. Anteilscheinverkäufen von rund 1,21 Mio. Euro standen Rücknahmen von rund 5,60 Mio. Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein Netto-Mittelabfluss von rund 4,39 Mio. Euro. Das Fondsvermögen sank trotz des positiven Jahresergebnisses von 62,57 Mio. Euro auf 61,86 Mio. Euro.

Auch längerfristig ist ein Rückgang des Fondsvolumens erkennbar: Ende 2023 verwaltete der Fonds noch rund 65,63 Mio. Euro, Ende Mai 2026 waren es 61,86 Mio. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteilwert von 72,58 Euro auf 84,03 Euro. Die rückläufigen Mittel sind damit nicht auf eine negative Wertentwicklung zurückzuführen, sondern vor allem auf Anlegerabflüsse.

ESG-Profil vorhanden, aber nicht besonders streng

Der Dynamic Global Balance wird gemäß Artikel 8 SFDR geführt und berücksichtigt ökologische und soziale Merkmale. Die Nachhaltigkeitsprüfung umfasst unter anderem Ausschlüsse kontroverser Waffen, bestimmter Kohleaktivitäten, Tabak und schwerwiegender Normverstöße.

Der tatsächliche Anteil nachhaltiger Investitionen lag jedoch nur bei 20,65 %, nach 23,05 % im Vorjahr. Eine verbindliche Mindestquote für nachhaltige Investitionen besteht nicht; auch der ausgewiesene Anteil EU-taxonomiekonformer Anlagen beträgt 0 %. Für Anleger mit besonders strengen Nachhaltigkeitsanforderungen ist der Fonds daher nur eingeschränkt geeignet.

Risikobild

Neben dem allgemeinen Aktienmarktrisiko nennt der Bericht insbesondere geopolitische Spannungen, die schwer vorhersehbare Handels- und Zollpolitik der USA sowie Unsicherheiten über den weiteren Kurs der Zentralbanken als wesentliche Risiken.

Der Fonds nutzt darüber hinaus Derivate zur Portfoliosteuerung. Die durchschnittliche Hebelwirkung lag bei 1,1 und erscheint damit moderat. Das größere Risiko liegt aus Anlegersicht weniger im Derivateeinsatz als in der stark variablen Asset Allocation: Da die Aktienquote grundsätzlich bis auf 100 % erhöht werden kann, kann sich das Risikoprofil des Fonds erheblich verändern.

Fazit aus Anlegersicht

Der Dynamic Global Balance lieferte mit +6,3 % ein ordentliches Geschäftsjahr und profitierte von seiner deutlichen Aktienorientierung. Die breite regionale Streuung, die Kombination aus Aktien und Anleihen sowie die regelbasierte Anpassung der Asset Allocation sind grundsätzlich überzeugende Merkmale.

Dem stehen jedoch drei wesentliche Schwächen gegenüber: die hohe Gesamtkostenquote von 1,84 %, die vergleichsweise mäßige langfristige Performance und anhaltende Netto-Mittelabflüsse. Zudem muss Anlegern bewusst sein, dass der Fonds zum Berichtsstichtag faktisch ein überwiegend aktienorientiertes Portfolio darstellte und daher keineswegs durchgehend den defensiven Charakter eines klassischen Mischfonds besitzt.

Gesamturteil: Für Anleger, die eine aktiv beziehungsweise regelbasiert gesteuerte Multi-Asset-Lösung wünschen und stärkere Schwankungen akzeptieren, kann der Fonds interessant sein. Aus Rendite-Kosten-Sicht fällt die Beurteilung jedoch nur durchwachsen bis ordentlich aus. Entscheidend für die künftige Attraktivität wird sein, ob die dynamische Asset Allocation dauerhaft einen ausreichenden Mehrwert erwirtschaften kann, um die vergleichsweise hohen laufenden Kosten gegenüber günstigeren ETF-basierten Alternativen zu rechtfertigen.

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